Austausch und Projektarbeit im Schuljahr 2010/11
Auf der Grundlage „Sozialpädagogischen Handelns“ sollen Handlungsmodelle kennen gelernt werden, in denen Ziele, Inhalte und besonders Methoden und Verfahren in einem sinnvollen Zusammenhang stehen. D.h. dass die TN in Sucre/Bolivien Institutionen des "Entwicklungspolitischen Netzwerkes" besuchen und erarbeiten mit welchen Zielen und besonders Methoden und Verfahren (Einzelhilfe, Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit….) in „Sozialen Institutionen“ sinnvolle Arbeit möglich ist.
TeilnehmerInnen in Sucre 2010
Onyeka Oshionwu - Alejandra Garcia Quiroga, Marike Eggers - Romina Decormis, Anna Olmos - Carolina Alvarez Daher, Vincent Hermanns - Stephanie Sellis, Mara Schulz - Lidia Mielke, Anna Jäger - Isabel Vega, Isabel Zimmermann - Adriana Sandoval, Steffen Doll - Nicolas Prudencio, Tillman Reese - Alejandro Torres, Tim Würzberg - Fernando Flores, Tom Golla - Erick Maraz
Praktikum im Hogar "Tata Juan de Dios"
Das Kinderheim wurde am 27. Februar 1997 gegründet. Dort leben Kinder im Alter von null bis fünf Jahren. Momentan arbeiten 20 Angestellte dort. Darunter sind zwei ausgebildete Kindergärtnerinnen, die mit den Kindern verschiedene Aktionen durchführen. Außer den Angestellten kommen viele Freiwillige, die ebenfalls mithelfen. Die Mehrzahl der Freiwilligen kommt aus dem Ausland. Die Angestellten verdienen etwa 500 Bolivianos im Monat, umgerechnet sind das etwa 55 Euro. Die Bezahlung erfolgt regelmäßig, was für bolivianische Verhältnisse durchaus zu würdigen ist. Des Weiteren verfügen die Angestellten über eine Sozialversicherung, auch dies ist in Bolivien nicht als selbstverständlich anzusehen. Eine bestimmte Qualifikation oder Ausbildung ist keine Vorraussetzung für einen Arbeitsplatz dort. Die Institution wird von Spenden finanziert. Ein Träger ist die katholische Kirsche, weitere Spendengelder kommen aus Spanien. Das Kinderheim ist in zwei Etagen aufgeteilt. Im oberen Bereich leben die ganz kleinen Kinder von null bis drei Jahren. In der unteren Etage leben die Kinder von drei bis fünf Jahren. Zurzeit befinden sich auf der oberen Etage 15 Kinder, unten leben 23 Kinder. Wenn die Kinder ihr fünftes Lebensjahr beendet haben, kommen sie in ein anderes Kinderheim. Mädchen und Jungen werden dann getrennt. Das Kinderheim ist sehr freundlich und liebevoll eingerichtet. Es gibt zwei Schlafsäle. Der Schlafsaal für die Kinder im Alter von null bis drei Jahren dient ebenfalls als Spielzimmer. Außerdem gibt es ein Bastelzimmer. Dies ist ebenfalls bunt und kindergerecht eingerichtet. Draußen befindet sich ein kleiner Spielplatz mit Rutsche, Schaukel etc. Ein Speisesaal und einen Raum, wo die Kinder gewickelt werden gibt es außerdem.
Fotos von verschiedenen Praktikumstagen (30.06./01.07./05.07./12.07.2010)
Praktikum im „Instituto Psicopedagógico“
Das „Instituto Psicopedagógico“ ist eine relativ große Einrichtung, die bereits seit vielen Jahren besteht und beständig wächst. Inzwischen arbeiten dort ungefähr 135 Leute verschiedenster Ausbildung und die Anzahl der betreuten Personen beträgt 276. Die Institution finanziert sich durch Projekte und bekommt finanzielle Unterstützung von der Regierung und aus Holland. Das „Instituto Psicopedagógico“ besteht aus mehreren Gebäudekomplexen: der Psychiatrie, der „Residencia“, wo die Jugendlichen wohnen, und der „Pediatría“. Die Pediatría, in der das Praktikum stattfindet, ist der Teil des Instituts, in dem die Kinder von 0 bis 10 Jahren tagsüber bleiben oder auch wohnen. Die Kinder dort haben die verschiedensten Behinderungen. Das Ziel des „Instituto Psicopedagógico“ ist den Kindern, die dorthin kommen ein besseres Leben zu schenken.
Fotos von verschiedenen Praktikumstagen (12.7./23.7.2010)
Besuch bei CEMVA
Am 28.07.2010 fand mit der gesamten Austauschgruppe der Besuch von CEMVA in Villa Armonía statt. Diese soziale Bildungs-Einrichtung wurde 1998 von dem Verein CEMVA in einem Stadtviertel im Norden von Sucre von Karen Hochmann gegründet.
Die ständig wachsende Bevölkerung in den stadtnahen Regionen besteht aus häufig quechuasprachigen, vom Land zugezogenen Indio-Bauern (Campesinos), die durch Schule und Möglichkeiten der Berufausbildung (Pull-Faktoren) eine Zukunft für ihre Kinder (in der Stadt) suchen. Durch diese Einrichtung, die Unterstützung von der deutschen Regierung und mehreren Vereinen und Privatspendern erhält, sollen die Lebensverhältnisse der Migrantenfamilien verbessert werden. Auch engagieren sich nationale/städtische Behörden in diesem Projekt und geben ihm somit eine relative Sicherheit.
Die Statistiken von CEMVA zeigen, dass sich die Schülerzahlen und die einzelnen „Bildungs-Fachgebiete“ seit 1994 erheblich erhöht haben und das CEMVA über die Bildung und Ausbildung hinaus eine zentrale Einrichtung für diesen Stadtteil geworden ist, dem ein Kindergarten, eine Kindertagesstätte und ein Gesundheitszentrum angeschlossen ist. Ein Schülermittagstisch sorgt dafür, dass bedürftige Kinder eine warme Mahlzeit erhalten, dazu Hausaufgabenbetreuung, Einübung von Gruppenspielen und Unterrichtung in Hygiene.
WPU UNESCO - Patenschaftsprojekt
„Grundbildung für alle“
ist das erklärte Ziel der UNESCO seit Anfang der 90er- Jahre. Unter Einsatz aller Kräfte sollten umfangreiche Alphabetisierungskampagnen durchgeführt werden. Bis zur Jahrtausendwende, so erwartete man, werde weltweit jedes Kind die Gelegenheit haben, zumindest grundlegende Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen zu erwerben. Das erforderte einen großen finanziellen Einsatz und daran wollten sich auch die unesco-projekt-schulen beteiligen.
In einer Arbeitsgruppe auf der Jahrestagung 1991 wurde die Idee geboren, einen Bleistift aus Naturholz mit dem UNESCO Symbol und der Aufschrift „Grundbildung für alle“ in deutsch, englisch, spanisch und französisch preiswert in großen Mengen einzukaufen und ihn Schulen und Eine-Welt-Gruppen zum Weiterverkauf anzubieten. Der Erlös solle dann zur Unterstützung eigener Schulpatenschaftsprojekte oder anerkannter Entwicklungshilfeorganisationen verwendet werden.
Der Erlös aus dem Verkauf der UNESCO-Bleistifte am Hainberg-Gymnasium dient der Unterstützung des WahlPflichtUnterricht UNESCO Patenschaftsprojekts (seit 2003/04):
Martín Rodrigez aus Sucre/Bolivien ist 17 Jahre alt und wurde ohne Arme und mit verkrüppelten Beinen geboren. Seit elf Jahren lebt er wochentags in einem Zentrum für geistig und körperlich behinderte Kinder und am Wochenende bei seinen Eltern. Er besucht die 9. Klasse der „Unidad Educativa Domingo Sabio“ und zeigt dort sehr gute Leistungen. Besonderes Interesse hat er am Fach „Computación“. Nach seinem Schulabschluss (2013) möchte er im Bereich „Computación“ arbeiten.
Ausflug nach Tarabuco
Tarabuco liegt in der Provinz Yamparaez im Departamento Chuquisaca, 60 km von Sucre - also eine Reisestunde per Landstraße - entfernt. Jeden Sonntag versammeln sich die Gemeinschaften der Region, um ihre Erzeugnisse auszutauschen. Hierbei verwandelt sich der Ort in einen bunten Markt, der von Menschen in farbenprächtigen Kleidern und wunderschönen, im Stil des Ortes gewebten Trachten überfüllt ist. Der Ortskarneval, der Pujllay de Tarabuco, findet jeweils am zweiten Sonntag im März statt. Er stellt eine der bedeutendsten indigenen Festivitäten Boliviens überhaupt dar, auf denen die Kleiderpracht der Menschen und die zum Klang bemerkenswerter Instrumente aufgeführten Tänze ihre höchste Ausdrucksform finden.



























































































































