Austausch und Projektarbeit im Schuljahr 2019/20

Nachhaltige Arbeit in Sucre

Auf der Grundlage „Sozialpädagogischen Handelns“ sollen Handlungsmodelle kennen gelernt werden, in denen Ziele, Inhalte und besonders Methoden und Verfahren in einem sinnvollen Zusammenhang stehen. D.h. dass die TN in Sucre/Bolivien Institutionen des "Entwicklungspolitischen Netzwerkes" besuchen und erarbeiten mit welchen Zielen und besonders Methoden und Verfahren (Einzelhilfe, Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit….) in „Sozialen Institutionen“ sinnvolle Arbeit möglich ist.

TeilnehmerInnen in Sucre 2019

Nicole Stumvoll Sanchez - Shari Salzmann, Salma Tamara Urquizo Sauma - Peer Falk

Unsere Partnerschule "Colegio Pestalozzi"

Praktikum im Hogar "Tata Juan de Dios"

Das Kinderheim wurde am 27. Februar 1997 gegründet. Dort leben Kinder im Alter von null bis fünf Jahren. Momentan arbeiten 20 Angestellte dort. Darunter sind zwei ausgebildete Kindergärtnerinnen, die mit den Kindern verschiedene Aktionen durchführen. Außer den Angestellten kommen viele Freiwillige, die ebenfalls mithelfen. Die Mehrzahl der Freiwilligen kommt aus dem Ausland. Die Angestellten verdienen etwa 500 Bolivianos im Monat, umgerechnet sind das etwa 55 Euro. Die Bezahlung erfolgt regelmäßig, was für bolivianische Verhältnisse durchaus zu würdigen ist. Des Weiteren verfügen die Angestellten über eine Sozialversicherung, auch dies ist in Bolivien nicht als selbstverständlich anzusehen. Eine bestimmte Qualifikation oder Ausbildung ist keine Vorraussetzung für einen Arbeitsplatz dort.  Die Institution wird von Spenden finanziert. Ein Träger ist die katholische Kirsche, weitere Spendengelder kommen aus Spanien. Das Kinderheim ist in zwei Etagen aufgeteilt. Im oberen Bereich leben die ganz kleinen Kinder von null bis drei Jahren. In der unteren Etage leben die Kinder von drei bis fünf Jahren. Zurzeit befinden sich auf der oberen Etage 15 Kinder, unten leben 23 Kinder. Wenn die Kinder ihr fünftes Lebensjahr beendet haben, kommen sie in ein anderes Kinderheim. Mädchen und Jungen werden dann getrennt. Das Kinderheim ist sehr freundlich und liebevoll eingerichtet. Es gibt zwei Schlafsäle. Der Schlafsaal für die Kinder im Alter von null bis drei Jahren dient ebenfalls als Spielzimmer. Außerdem gibt es ein Bastelzimmer. Dies ist ebenfalls bunt und kindergerecht eingerichtet. Draußen befindet sich ein kleiner Spielplatz mit Rutsche, Schaukel etc. Ein Speisesaal und einen Raum, wo die Kinder gewickelt werden gibt es außerdem.

"Bevor man das Kinderheim überhaupt sehen kann, hört man schon die vielen Kinder und Babys. Das erste Mal, wenn man dann das Tata Juan de Dios sieht, wirkt es jedoch eher unscheinbar, aber freundlich.

Man muss dazu sagen, dass Tata Juan de Dios nicht ein klassisches Kinderheim ist, denn manche Kinder sind auch nur tagsüber in der Einrichtung und werden am Abend von ihren Eltern abgeholt. Trotzdem haben alle Kinder gemeinsam, dass sie von ihren leiblichen Eltern vernachlässigt werden oder Schlimmes erlebten. Die Kinder sind zwischen null und fünf Jahre alt. Sobald die Kinder dann älter als fünf Jahre sind, kommen sie in andere Einrichtungen. Momentan leben ungefähr vierzig Kinder dort, die von meistens zwei der zwanzig Angestellten versorgt werden. Uns ist aufgefallen, dass es auch immer viele Freiwillige gab, die mitgearbeitet haben. Gegründet wurde das Kinderheim übrigens am 27.2.1997.

Wir sind ungefähr einen Monat lang ein- bis zweimal in der Woche gekommen und haben dann drei Stunden mit den Kindern gespielt und gegessen. Wir hatten das Gefühl, dass sich alle über unser Kommen gefreut haben und obwohl wir die spanische Sprache nicht perfekt beherrschten, hat man sich bemüht, uns trotzdem alles verständlich zu erklären. Besonders die Kinder haben sich gefreut, und man hatte dann mindestens immer drei bis vier Kinder um einen herum, die mit einem spielen wollten. Sie zeigten uns, wie gut sie Fußball spielen und wie hoch sie schaukeln konnten. Es gab ein paar Kinder, die obwohl sie schon 3 oder älter waren, noch nicht wirklich sprechen konnten, aber die meisten hatten viele Fragen an uns. Das Kinderheim ist katholisch und deswegen wurde vor dem Essen auch immer gebetet.

Insgesamt war es manchmal sehr anstrengend, aber wenn man gesehen hat, wie die Kinder sich gefreut haben, hat es sich doch gelohnt." (Shari, Peer)

Fotos von verschiedenen Praktikumstagen (12.08. & 15.08.2019)

 

... ein Baustein im Projekt "Von der Utopie zur Realität"

„Grundbildung für alle“ ist das erklärte Ziel der UNESCO seit Anfang der 90er- Jahre. Unter Einsatz aller Kräfte sollten umfangreiche Alphabetisierungskampagnen durchgeführt werden. Bis zur Jahrtausendwende, so erwartete man, werde weltweit jedes Kind die Gelegenheit haben, zumindest grundlegende Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen zu erwerben. Das erforderte einen großen finanziellen Einsatz und daran wollten sich auch die UNESCO - Projektschulen beteiligen. In einer Arbeitsgruppe auf der Jahrestagung 1991 wurde die Idee geboren, einen Bleistift aus Naturholz mit dem UNESCO Symbol und der Aufschrift „Grundbildung für alle“ in deutsch, englisch, spanisch und französisch preiswert in großen Mengen einzukaufen und ihn Schulen und Eine-Welt-Gruppen zum Weiterverkauf anzubieten. Der Erlös solle dann zur Unterstützung eigener Schulpatenschaftsprojekte oder anerkannter Entwicklungshilfeorganisationen verwendet werden. Der Erlös aus dem Verkauf der UNESCO-Bleistifte am Hainberg-Gymnasium dient der Unterstützung des WahlPflichtUnterricht UNESCO Patenschaftsprojekts (seit 2003/04) 

Martín Rodrigez aus Sucre/Bolivien ist 25 Jahre alt und wurde ohne Arme und mit verkrüppelten Beinen geboren. Er arbeitet seit 18 Monaten in der "Subalcaldia" in Sucre.

"Los Huertos Urbanos en Sucre"
- ein neuer Baustein im Projekt "Von der Utopie zur Realität"?

"La implementación del proyecto “Huertos Urbanos” se lleva adelante en la ciudad de Sucre promovidos por el Ministerio de Desarrollo Productivo y Economía Plural a través del Programa Nacional de Agricultura Urbana y Periurbana en Chuquisaca con el apoyo técnico de la Organización de las Naciones Unidas para la Alimentación y Agricultura FAO. 

Desde 2013 se desarrolla esta iniciativa productiva familiar ecológica, que inicialmente fue un proyecto piloto con 180 huertos, el mismo que por el éxito obtenido se ha convertido en un referente con ya 680 carpas solares para producir exclusivamente verduras ecológicas, puesto que no requieren de ningún interviniente químico ni fertilizantes. 

Las beneficiarias, todas madres de familia, utilizan estiércol de ganados, cáscaras de verduras o alimentos utilizados en la cocina diaria, incluso cascaras de bananas con las que elaboran biofermentos; son materiales ecológicos utilizados para el abono de los huertos, a ello se suma la capacitación recibida por parte de los técnicos de la FAO, para el control de plagas, utilizando bioinsumos elaborados con ajíes, locotos, ajos, tabaco y cola de caballo.

Desde 1978, la Representación de la FAO en Bolivia brinda asistencia técnica para la elaboración de políticas, programas y proyectos de alcance local, municipal, regional y nacional orientados a eliminar el hambre y la malnutrición. También apoya a las poblaciones vulnerables a los efectos del cambio climático." [Quelle]

Eindrücke aus Sucre