Menschen, die zusammen essen. - Eine Fotosafari -

Gemeinsam zu essen ist ein kulturelles und kommunikatives Erlebnis.

"Für das Jahr 2012 hatte der Pädagogische Austauschdienst (PAD) einen Wettbewerb ausgeschrieben, mit dem herausragende Projekte, die im Rahmen der vom PAD aus Mittel des Auswärtigen Amts geförderten Schulpartnerschaften durchgeführt werden, ausgezeichnet werden sollen. Alle Schulen, die ein Projekt eingereicht haben, wurden bei der Nominierung der Preisträger berücksichtigt.

Wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass das mit Ihrer Partnerschule Daewon Foreign Language High School in Korea durchgeführte Projekt - neben dem Projekt einer weiteren Schulpartnerschaft - den zweiten Platz des Wettbewerbs belegt hat und das Projekt damit eine Prämie von 1000 Euro erhalten wird. ...

Mit diesem Schreiben übersenden wir eine Urkunde für Ihre Schule sowie für Ihre Partnerschule, mit der wir die erbrachten Leistungen im Rahmen des Projektes anerkennen möchten. ... "

PAD: Erfahrungen mit bilateralen Schulpartnerschaften: "Hinterm Tellerrand geht's weiter"

Vorbereitung

Projektarbeit zum Thema „Welterbe“ findet im Rahmen des Schüleraustausches der beiden UNESCO -Projektschulen (ASPnet) Hainberg-Gymnasium in Göttingen und der Daewon Foreign Language High School in Seoul seit Juni 2005 regelmäßig statt. Der jeweilige Schwerpunkt im Welterbeprojekt wird bestimmt durch das Thema des Internationalen Projekttages der UNESCO-Projektschulen. Das Thema des 9. Internationalen Projekttages 2012 ist an der Dekade der Bildung für Nachhaltige Entwicklung orientiert und lautet: “Hinterm Tellerrand geht’s weiter – Weltbewusst essen und leben“. Da sich beide Schulen als Teil des Schulnetzwerkes begreifen, ist es selbstverständlich, dass die Themenausrichtung in Hinblick auf das ASPnet erfolgt. Schülerinnen und Schülern beider Schulen arbeiten im Schuljahr 2011/12 bereits im "normalen" Unterricht am Thema. Die Projektarbeit im Austausch ist sozusagen der "Höhepunkt".

Projektziel

Die UNESCO -Projektschulen wollen mit dem Internationalen Projekttag einen Beitrag zu einer nachhaltig verbesserten Verständigung zwischen Personen, Bevölkerungsgruppen, Kulturen und Völkern leisten.
Die Schülerinnen und Schüler lernen einerseits die Welterbestätten aber auch ihnen völlig fremde Esskulturen (z. B. Mönchsmahl „Baru Gongyang“, Dado-Teezeremonie, u. a.) als Spiegel unterschiedlicher Kulturen und Symbole der Stabilität in einer Welt der raschen Veränderungen kennen  und ihnen wird damit die Besonderheit jeder Kultur deutlich.
Im Projekt geht es weiter um die Fragen:
Wie ernähren wir uns in der Familie und in der Schule? Wo kommen unsere Lebensmittel her? Wie werden sie erzeugt? Was sagt unsere Esskultur über uns aus?

Dado-Teezeremonie

Am 12.10.2012 durften wir abends an einer traditionellen Teezeremonie teilnehmen. Wie in Korea üblich, haben wir die Schuhe ausgezogen und anschließend sind wir in einen Raum mit fünf kleinen Tischen, auf denen sich jeweils vier bis fünf Schälchen befanden, gegangen. Nachdem wir uns um die Tische auf den Boden gesetzt hatten, schenkte uns der Mönch zum ersten Mal grünen koreanischen Tee ein. Während wir Tee tranken, erzählte uns der Mönch die nächsten eineinhalb Stunden etwas über dessen Herkunft und Zubereitung. Traditionell werden die Teepflanzen zu ihrer Blütezeit im Frühling geerntet. Die Blüten werden direkt nach ihrer Ernte für zwei Minuten in einem großen Wok bei 250° Celsius erhitzt, bevor sie mit Maschinen oder per Hand aufgerieben werden, damit sie ihr Aroma später voll entfalten können. Nachdem diese Vorgänge abgeschlossen sind, werden die Blätter in Trockenräumen getrocknet. Im Kloster werden nur hochwertige Blätter zum Aufbrühen verwendet, denn Teebeutel sind viel weniger aromatisch. Das Wasser für den Tee sollte aus einer Bergquelle (in Korea bestenfalls von der Insel Jeju) stammen und beim Zubereiten auf 85° Celsius erhitzt werden. Um den Geschmack des Tees intensiver wahrnehmen zu können, behält man ihn für einige Zeit im Mund bevor man ihn hinunterschluckt. In Korea verbindet man Teetrinken mit kommunikativem Beisammensein, da man ihn häufig Freunden serviert. Aber auch alleine kann man Tee trinken, da er positive Nebeneffekte mit sich bringt. Generell ist er gut für die Gesundheit, beispielsweise wenn man  einen Kater hat oder zu viel gegessen hat. Außerdem zeichnet er sich durch Konzentrationssteigerung beim Lernen oder Arbeiten aus. Dass der Tee auch bei Müdigkeit wach hält, hätten wir wissen sollen, bevor wir 12 Tassen Tee tranken. (Birte, Marlene und Nina)

Interviews

Im Konversationsunterricht tauschten sich deutsche und koreanische Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen über die jeweilige Esskultur aus. Jede Gruppe spezialisierte sich dabei auf einen Teilaspekt, wie etwa Fleischkonsum oder Gewürze. Die deutschen Schüler fassten ihre Erkenntnisse wie folgt zusammen:

Essen an Festtagen

Wir haben uns speziell mit dem Essen an Festtagen beschäftigt. Dabei stellte sich heraus, dass es zwischen den beiden Kulturen deutliche Unterschiede gibt.
Beispielsweise ist Weihnachten in Korea längst nicht so wichtig wie in Deutschland. So geht man in Korea an Heiligabend auch mit Freunden einkaufen und ein typisches Weihnachtsessen sucht man ebenfalls vergebens.
Von größerer Bedeutung ist in Korea hingegen das im September oder Oktober stattfindende Erntedankfest Chusuk. Es gibt viele traditionelle Speisen wie etwa Japchae (Nudeln), Reiskuchen (Songpyeon), verschiedene Suppen und Schweinsrippe, die mit der gesamten Familie in der Heimat genossen werden. Bevor die Schüler und Schülerinnen am 7. November die große Prüfung schreiben, die vergleichbar mit unserem Abitur ist, essen sie meist Süßigkeiten, die Yut genannt werden, und auch Schokolade und Reiskuchen. Zu Neujahr trifft sich die gesamte Familie im Heimatort, wo traditioneller Weise Suppe und Reiskuchen gegessen werden.
In Korea gilt Silvester als der Tag, an dem man ein Jahr älter wird, und der eigene Geburtstag hat weniger Bedeutung. Die Suppe, die zu Neujahr gegessen wird, wird symbolisch als das Altern um ein Jahr betrachtet. Am eigentlichen Geburtstag wird wie auch bei uns mit der Familie gefeiert und Kuchen gegessen, traditionell werden auch Suppe, Reiskuchen und rote Bohnen gegessen, die für Gesundheit in der Zukunft sorgen sollen.
Uns persönlich hat dieses kleine Projekt sehr bereichert, weil uns die Unterschiede zwischen der deutschen und der koreanischen Kultur noch einmal deutlich geworden sind und uns wurde bewusst, welche wichtige Rolle das Essen in der Kultur eines Landes einnimmt. (Alicia und Inken in Zusammenarbeit mit Lee Yun Jae und Soeun Ahn)

Fleischkonsum und Vegetarismus in Korea und Deutschland

Bevor wir die beiden Schüler trafen, hatten wir gehört, dass es in Korea nur wenige Vegetarier gebe und dass diese nicht wirklich akzeptiert seien. Das erste Gespräch führten wir mit Ju Hyeong Seok und mit Lee Sang Hwa, der selber Vegetarier ist. Die erste Überraschung war, dass die Schüler von einem vegetarisch lebenden Lehrer erzählten, der mit ihnen über seine Gründe für seine in Korea eher außergewöhnliche Ernährung sprach. Tatsächlich bestätigten uns die Koreaner, dass es nur wenige Vegetarier in Korea gebe. Sang Hwa erzählte uns, dass er selber kein Schulessen esse, weil dieses fast immer Fleisch enthalte. Sein vegetarisches Leben in Korea beschrieb der Junge als schwierig, unter anderem weil es wegen der sehr geringen Anzahl an koreanischen Vegetariern nur ein sehr kleines Angebot an vegetarischem Essen gebe. Beide Schüler betonten jedoch, dass Vegetarismus in Korea gut akzeptiert sei. Sie berichteten, dass viele Koreaner die fleischlose Ernährung gut fänden, jedoch selber nicht auf Fleisch verzichten wollten. Als Gründe für Vegetarismus nannte Lee Sang Hwa die schlechte Haltung der Tiere sowie die teilweise brutale Schlachtung. Beides Gründe, die auch sein Partner Ju Hyeong Seok nannte, und er betonte, dass er auch schon über eine vegetarische Ernährung nachgedacht habe, allerdings nicht auf das leckere Fleisch verzichten wolle. Nicht nur bei den Gründen für eine vegetarische Lebensweise entdecken wir Parallelen zwischen Korea und Deutschland. Es war für uns überraschend festzustellen, dass Vegetarismus in Korea ein viel bedeutenderes Thema als erwartet ist.  In unserem zweiten Interview zum Thema „Fleischkonsum und Vegetarismus" haben wir mit zwei Mädchen gesprochen: Lee Cheong Ah und Kim Seo Yeon. Als sie sich zu uns setzten, waren sie erst ein wenig schüchtern, sie wurden aber während des Gespräches offen und schienen sehr gerne etwas zu dem Thema sagen zu wollen. Lee Cheong Ah und Kim Seo Yeon haben uns erzählt, dass der Fleischkonsum in Südkorea/Seoul sehr hoch ist. Einige koreanische Großväter sollen ab und zu im Jahr Hundefleisch essen, welches sogar in einigen koreanischen Restaurants angeboten wird. Wenn man nicht gerade Vegetarier ist, dann isst man laut den beiden täglich Fleisch. Cheong Ah und Seo Yeons Essensplan sieht beispielsweise folgendermaßen aus: Beide essen wie die meisten Mädchen in Seoul, nichts zum Frühstück. Mittags und abends essen sie montags bis freitags eigentlich immer in der Schulmensa, wo Fleisch (abends jedoch nicht immer) angeboten wird. Zu Abend essen die Koreaner in der Schule, weil die High School Schüler hier bis 17 Uhr in die Schule gehen müssen und von 18 Uhr bis 22 Uhr Yajja haben. (Yajja ist self-studying. Demnach lernen sie vier Stunden lang in Einzelarbeit, während immer wieder ein Lehrer vorbeischaut, ob auch alle arbeiten.) Die Gesellschaft und die koreanischen Idole (wie zum Beispiel die Popsängerin IU) sind zwar der Meinung, dass Vegetarismus gut ist, möchten aber nichts desto trotz nicht wirklich Vegetarier sein. Daraus lässt sich schließen, dass die meisten Koreaner nicht mal versuchen Vegetarier zu sein.  Im Gegensatz zu Lee Cheong Ah, die einmal auf Grund einer Dokumentation über die Schlachtung der Tiere und die Massentierhaltung und weil sie Tiere so gerne hat, versucht hatte Vegetarierin zu sein, es dann aber wieder aufgab, weil sie Fleisch zu gerne hat. Sie meinte jedoch, dass sie sich vorstellen könnte Vegetarierin zu werden, wäre sie in der Lage mehr Gerichte mit Zutaten zu kochen, die kein Fleisch enthalten. Was wir besonders interessant finden, ist, dass Koreaner das Fleisch dann weglassen sollen, wenn sie abnehmen wollen. Sie reduzieren weniger den Reis, dafür umso mehr das Fleisch, wie Yeo Seon und Cheong Ah uns erzählten. Nachdem wir die beiden mit Fragen bombardierten, erzählten wir ihnen noch ein bisschen was von den deutschen Essenssitten und wurden schließlich von der Schulglocke in die Pause gerufen. (Nina und Saieh in Zusammenarbeit mit Ju Hyeong Seok, Lee Sang Hwa, Lee Cheong Ah und Kim Seo Yeon)

Gesunde Ernährung

Im folgenden Bericht werden wir den uns durch zwei Interviews gewährten Einblick in die koreanische Sichtweise von gesunder Ernährung anhand von drei grundlegenden Fragen darlegen.

Besagte lauten:

  • Was halten die Koreaner für gesund bzw. ungesund?
  • Gibt es eine Ernährungsumstellung bei Krankheiten?
  • Wie steht die koreanische Bevölkerung zu Nahrungsergänzungsmitteln?

Die traditionelle koreanische Küche (z.B. Kimchi, Bibimbab, Bulgogi) wird im Allgemeinen als gesund definiert, sie zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Gemüse sowie Salz aus, wobei Letzteres jedoch auch in Korea in großen Mengen als ungesund gilt.Des Weiteren, so berichteten die Interviewten mit großer Übereinstimmung, gilt Obst ebenso wie Gemüse als elementarer Bestandteil einer gesunden Ernährung, während Fastfood und generell amerikanisches Essen als ungesunde Alternative angesehen werde, die trotzdem ein bis zwei Mal in der Woche konsumiert werde. Grundsätzlich liege der Schwerpunkt der Ernährung auf westlichem Essen, welches die traditionelle koreanische Küche an Beliebtheit mehr und mehr in den Schatten stelle. Nahrungsergänzungsmittel wie Vitaminpräparate oder Proteinpillen scheinen, so ergab unsere Befragung, vom Grossteil der Gesellschaft bedenkenlos eingenommen zu werden. Es herrscht ein bedingungsloses Vertrauen gegenüber den Herstellern, Wirkung und Nebenwirkung wie eventuelle gesundheitliche Langzeitschäden werden nicht hinterfragt, die künstlichen Vitamine würden sich von den natürlichen Vitaminen in Form von Gemüse und Obst in keinster Weise unterscheiden. Einziger Grund für die Bevorzugung der Einnahme von Vitaminen in ihrem natürlichen Vorkommen in Obst oder Gemüse sei der Geschmack. Ein ähnliches Muster lässt sich im Bezug auf biologisch erzeugte Nahrungsmittel feststellen: Mit Pestiziden behandeltes Gemüse oder das Fleisch eines Tieres, welchem Antibiotika verabreicht wurde, sei, zumindest in den Augen der jüngeren Bevölkerung, weder von einem ethischen Standpunkt aus betrachtet noch im Bezug auf die Qualität, schlecht bzw. minderwertig. Viele Familien versuchen zwar ökologische Kriterien zu beachten und biologische Lebensmittel zu kaufen, doch das stößt bei der jüngeren Generation auf Ablehnung, da besagte biologische Nahrung lediglich den teuren Teil der angebotenen Nahrung stelle und man zu preisgünstigem Fleisch und Gemüse tendiere. Übereinstimmung scheint in der ganzen Familie nur bei der Herkunft der Nahrungsmittel zu herrschen, hier gilt es als optimal, regional produzierte Produkte zu kaufen. Krankheiten würden, so ergab unsere Befragung, mit Hilfe der modernen Medizin auskuriert, da die Wirkung der, auf Kräutern und Wurzeln basierenden, traditionellen koreanischen Medizin als nicht bewiesen gelte. Ein Beispiel für traditionelle Medizin, die auch heute noch ihre Anwendung findet, stelle ein Gemisch aus Wasser und Reis dar, welches eingenommen werde, wenn der Betroffene an Diarrhoe leide. (David und Falk in Zusammenarbeit mit Kim Seung Hoon und Dong Hyun Seok)

Gewürze

Es stellte sich heraus, dass in Korea viel mit rotem Pfeffer gewürzt wird. Nachdem im 16. Jahrhundert die Japaner den Krieg gegen Korea für sich entschieden hatten, sei der „rote Pfeffer“ in Korea eingeführt worden. Der zuvor noch weiße Kimchi sei durch diesen „roten Pfeffer“ rot und scharf geworden. Traditionell werden die Speisen dezent gewürzt, jedoch würden heutzutage viele Speisen überwürzt, so die Schüler. Es werde zwar ein intensiverer Geschmack erzeugt, jedoch geschehe dies auf Kosten, gesundheitlicher Schädigungen. Außerdem sei es von der Temperatur der jeweiligen Regionen abhängig, wie stark gewürzt wird. Da das Essen in wärmeren Gebieten schneller schlecht wird, muss dieses mehr gesalzen werden. Abschließend können wir sagen, dass koreanisches Essen im Vergleich zu deutschem mehr  auf scharfen Gewürzen basiert. Durch das teilweise wärmere Klima kann es sein, dass koreanische Speisen mehr gesalzen sind. (Tom und Nicole in Zusammenarbeit mit Kim Eun Soo, Lee Dong Eun, Hong Soo Hwa und Lee Chae Yun)

Tischsitten

„Auf dem Boden gesessen zum Essen?" Mit dieser Frage werden mit Asien vertraute Leute, ob nun Touristen oder Einheimische, oft konfrontiert, denn der Glaube, dass alle Asiaten ihre Mahlzeiten nicht auf Stühlen, sondern auf dem Boden sitzend zu sich nehmen, ist noch weit verbreitet. Um dieser und ähnlichen Fragen auf den Grund zu gehen, haben wir uns mit vier koreanischen Schülern unterhalten und viele unerwartete Antworten bekommen.Traditionell ist es so, dass man während des Essens auf dem Boden an niedrigen Tischen sitzt und es keine Stühle gibt. Bevor der Großvater oder Vater als erster anfängt zu essen, wird in religiösen Familien gebetet. Heutzutage werden diese Sitten jedoch nicht mehr so streng eingehalten. Je nach Familie isst man manchmal sogar alleine. Auf die anderen gewartet wird nur, wenn man die Zeit dazu hat. Generell ist die Mutter für die Küche zuständig; sie kocht, deckt den Tisch und räumt auch wieder ab. Nur selten werden diese Aufgaben vom Vater übernommen. Insgesamt ist das Essen ein kommunikatives Ereignis, zu dem die meisten Familien zusammenkommen. Dennoch hängt es sehr von der jeweiligen Familie, wie sehr die der traditionellen Sitten und Tischmanieren ausgelebt werden. (Marlene und Birte in Zusammenarbeit mit Kim Yale)

Einkaufen in Korea

Hier in Korea gehen zwar viele zu den traditionellen Märkten, der Großteil aber kauft dort nur Obst und Gemüse und kauft den Rest im Supermarkt. Im Supermarkt kann man eigentlich alles kaufen, was man bei uns auch kaufen kann, die Waren sind nur an den koreanischen Markt angepasst. Auf den traditionellen Märkten dagegen gibt es vermehrt Fleisch, Fisch Obst und Gemüse.Fleisch wird auch oft im Supermarkt und bereits abgepackt gekauft, Fisch dagegen wird nicht selten lebend verkauft, sowohl im Supermarkt als auch auf dem normalen Markt. Eingekauft wird hier auch tendenziell seltener als bei uns, da die Kühlschränke hier viel größer sind. Kimchi, eine der Nationalspeisen, wird meist nicht fertig gekauft, sondern zuhause zubereitet und dann mehrere Monate in einem speziellen Kimchischrank gelagert. (Julius und Hauke in Zusammenarbeit mit Soo Youn Lee und Ga Hee Lee)

Die kulinarische Vielfalt Südkoreas

Warm oder kalt? Fleisch oder vegetarisch? Traditionell oder modern? Das Essen in Südkorea gleicht in manchen Bereichen den europäischen Essgewohnheiten, ist jedoch andererseits auch völlig verschieden. Doch wie stark ähnelt das alltägliche Essen der südkoreanischen Schüler dem der deutschen Schüler? Gayoung, Schülerin der 11.Klasse der Daewon Foreign Language High School, mag am liebsten das traditionelle Bibimbap, Reis mit Gemüse und scharfer Sauce. Es ist eines der bekanntesten traditionellen Gerichte in Südkorea. Eines ihrer weiteren Lieblingsgerichte ist Spaghetti. Budaechigae, ein traditionelles Gericht, welches aus einer scharfen Suppe mit Gemüse, Tofu und Wurst besteht, ist eines der Lieblingsgerichte von Jayoung, ebenfalls einer Schülerin des 11.Jahrgangs. Zudem mag sie Pizza. Demzufolge sind auch uns bekannte europäische Gerichte in Südkorea sehr beliebt. Zum Frühstück verzehren beide kalte Gerichte, wie eine Schüssel Cornflakes, Nutella, Obst wie Äpfel und Kiwi, Brot mit Marmeladenaufstrich und als Getränk Milch. Dieses entspricht dem europäischen Frühstück komplett. Andere berichten von einem warmen Frühstück mit Speisen wie Eieromelett und Würstchen. Ein großer Unterschied beim Abendessen ist, dass die koreanischen Schüler stets warm zu Abend essen, während man in Deutschland für gewöhnlich kalt isst. Aufgrund weltbekannter Restaurantketten (Fastfoodketten wie McDonald’s, Burgerking, KFC,…) wird teilweise das traditionelle Essverhalten in den Hintergrund gestellt, gerät aber keineswegs in die Minderheit, was durch die zahlreichen traditionellen Restaurants in südkoreanischen Städten, wie Seoul, deutlich wird. Schlussendlich ist Südkorea ein Land mit einer überragenden Vielfalt und Variabilität an Gerichten, welche von traditionell bis modern reichen und somit etwas für jeden beinhalten. (Mailin und Maiken von Pietrowski in Zusammenarbeit Lee Gayoung und Kim Jayoung)

Essen in der Familie

Wir haben uns mit koreanischen Schülerinnen über das Thema, Essen in der Familie unterhalten. Dabei haben wir uns vor allem gefragt, ob sie typisch koreanisch oder international essen, ob und wann mit der Familie gegessen wird und wie kommunikativ sie dabei sind. Die meisten koreanischen Familien essen nur am Wochenende oder zum Frühstück zusammen, da die Eltern bis spät abends arbeiten und die Schüler lange in der Schule sind. Sodass mittags zumeist in der Mensa gegessen und abends ein kleiner Snack zu sich genommen wird. Bei einem gemeinsamen Essen sitzt meist die ganze Familie am Tisch und isst nationale wie auch internationale Gerichte, wobei man sich auch unterhält. Uns ist aufgefallen, dass die 4 Schülerinnen am liebsten Gerichte wie z.B. Spaghetti oder Pizza mögen. Jedoch werden auch nationale Gerichte wie Reis, koreanische Suppen und Kimchi gerne gegessen. An den Wochenenden besuchen die Familien auch öfter Restaurants. Bevorzugt werden vor allem italienische und amerikanische Gerichte (Restaurants oder zu Hause). Auch an nationalen Feiertagen wie Seolnal oder Chuseok ist die Familie zusammen, dabei wird meistens Reiskuchen gegessen. Da auf Grund der wenigen Zeit sehr wenig mit den Grosseltern gegessen wird, sind diese oft an den Feiertagen am gemeinschaftlichen Essen beteiligt. Insgesamt kann man sagen, dass es sich im Grossen und ganzen nicht allzu sehr vom deutschen familiären Essen unterscheidet. (Lea, Gesine und Morten mit Shin Serin und Lee Yun Jae)

Essen im Kloster Haein-sa, in der Schulmensa, im Restaurant, ...

 
 

Essen in den Familien

Auf der KIMCHI – Farm

Das amerikanische Health Magazine hat im März 2006 die fünf gesündesten Speisen der Welt gekürt. Das Ergebnis lautete: spanisches Olivenöl, japanischer Soja, griechischer Joghurt, indische Linsen und koreanisches Kimchi. In diesem Artikel wurde Kimchi folgendermaßen beschrieben: „Randvoll mit Schlüsselvitaminen, enthält Kimchi zusätzlich gesunde Bakterien, die die Verdauung unterstützen. Es ist ein Teil einer Reich-an-Balaststoffen-arm-an-Fett-Diät, die die Fettleibigkeit in Korea gering hält.“[1] Kimchi ist eine traditionell fermentierte vegetarische Speise du ein wichtiger Bestandteil der koreanischen Küche. Historische Aufzeichnungen zufolge Kimchi schon vor mindestens 2000 Jahren auf der koreanischen Halbinsel gegessen. Es gibt über 200 Variationen und viele Gerichte basieren auf Kimchi. Ein durchschnittlicher Koreaner konsumiert rund 30kg Kimchi pro Jahr.[2] Unser Ziel war eine Farm, auf der Kimchi (ein Nationalgericht Koreas) hergestellt wird. Dort angekommen hatten wir erst einmal gut 1 1/2 Stunden Zeit, um die „Dasan Heritage Site“ zu besuchen und anschließend an einem „See“ zu entspannen. Um 14 Uhr trafen wir uns an einer Art Gewächshaus, in dem schon Arbeitstische und Kleidung inklusive aller Zutaten für Kimchi bereitstanden. Zuerst wurde uns erklärt, wie man die scharfe Füllung herstellt, übersetzt von einer koreanischen Schülerin.

Kimchi wird hergestellt, indem man Gemüse, Kohl und Gurken in Salz eingelegt, und würzige Zutaten, wie Chilipulver, Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Ingwer und eingelegten Fisch, hinzufügt. Das Geheimnis für den Geschmack von Kimchi liegt in der Zugabe von diesem Zutaten. Sie machen die Speise schmackhaft und nahrhaft und brauchen nur einmal hinzugegeben zu werden, bevor der Krug zur Fermentation, die eine bestimmt Zeit in Anspruch nimmt, versiegelt wird. Baechu Kimchi ist die häufigste Kimchi-Art, die meist als Beilage gereicht wird.

Dann ging es an die Arbeit: der Kohl musste Blatt für Blatt mit der vorher gemachten Mischung eingerieben werden. Die verteilten Kittel und Handschuhe konnten allerdings nicht verhindern, dass wir hinterher rot gesprenkelt waren. :) Nachdem die roten Flecken wieder abgewaschen waren, kam dann die Herstellung von Reiskuchen (Injeolmi 인절미): Dieser Reiskuchen ist ein Muss für koreanische Fest- und Feiertagstafeln. Er ist leicht verdaulich und reich an Kalorien, was ihn auch zu einem idealen Reiseproviant macht. Dafür wurde frisch gekochter Reis auf ein Holzbrett geschüttet und mit riesigen Holzschlägern von uns zu einem Brei verarbeitet. Hinterher noch süß schmeckendes Sojabohnenpulver drüber - fertig war das nächste koreanische Essen. Zum Nachtisch gab es dann noch leckeres Erdbeereis aus Vorort angebauten Erdbeeren und leckere Pfannkuchen. Dann mussten wir aber auch schon bald wieder nach Hause, zurück nach Seoul. (Nina)


Insgesamt können die Austauschschülerinnen und -schüler...
■zielgerichtet miteinander zusammenarbeiten (Kooperationsfähigkeit, Sozialverhalten)
■ein Medienprodukt für Gleichaltrige produzieren (Ergebnissicherung, adressatengerechte Medienkompetenz) und
■ihre Arbeitsergebnisse vor Gleichaltrigen und LehrerInnen präsentieren und vertreten (Darstellung, Ausdrucksfähigkeit)