Austausch 1995

Korea - "Land der hohen Schönheit"

In den Osterferien 1995 werden wir mit den SchülerInnen des Hain­berg-Gymnasiums und einigen KollegInnen zum Gegenbesuch nach Seoul zur "Daewon" Language High School aufbrechen. Damit bietet sich unseren SchülerInnen die Möglichkeit, einen völlig neuen Kultur­kreis kennenzulernen.

Was erwartet uns in Korea?

Korea, nach alter Namensgebung auch das "Land der hohen Schönheit" genannt, liegt, wie Sie wissen, im Fernen Osten zwischen China und Japan. Die koreanische Halbinsel ist, gebirgig und von engen Tälern und kleinen Wasserläufen durchzogen: In Korea herrscht ein konti­nentales Klima mit vier ausgeprägten Jahreszeiten. Wir werden im April die Zeit der prächtigen Kirschblüten und der zart lilarosa Azaleen an Berghängen eindrucksvoll erleben). Korea ist ein noch geteiltes Land, das aus langer politischer Isolation einen An­schluss an die Weltgeschehnisse sucht und eine Wiedervereinigung nach dem deutschen Muster anstrebt.

Kulturell ist Korea auch heute sehr stark durch die Philosophie des Buddhismus und Konfuzianismus geprägt. Den geschichtlichen Spuren des Buddhismus begegnet man heute u. a. in Tempeln, die in den abgelegenen Gebirgen mit wertvollen Kunstschätzen erhalten sind. Der Konfuzianismus ist die Quelle und das Fundament der ko­reanischen Gesellschaft. Seine Grundgedanken bestimmen die gei­stige Welt Koreas. Unsere Schülerlnnen werden den praktizierten Konfuzianismus in den Gastfamilien hautnah erleben.

Die Hauptstadt Seoul, wo sich auch unsere Partnerschule befindet, ist mit 12 Millionen Einwohnern eine der größten Städte der Welt. Sie ist eingebettet zwischen Bergen und dem "Han - Fluss", der die Stadt in zwei Teile teilt. Seoul ist eine pulsierende, lebendige Metropole, die schwer mit westlichen Großstädten verglichen werden kann. Alte Tradition und das Moderne prallen zum Teil in krassen Gegensätzen aufeinander.

Unsere Partnerschule, die "Daewon" Language High School ist eine Sprachenschule mit 10., 11. und 12. Jahrgängen. Sie bietet neben den üblichen Hauptfächern noch sechs Fremdsprachen wie Eng­lisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Japanisch und Chinesisch als Pflichtfächer an. Dabei ist das Fach Deutsch sehr beliebt. In jedem Jahrgang nehmen rund 150 SchülerInnen am Deutschkurs teil. Unsere SchülerInnen werden in verschiedenen koreanischen Gastfami­lien untergebracht. Dort werden sie den Alltag einer koreanischen Familie miterleben und gemeinsam mit ihren Austauschpartnern am Unterricht der "Daewon"-Schule teilnehmen. Unsere deutschen Schü­lerInnen werden sich oft in einer für sie ungewohnten Rolle als Fremde wiederfinden, da sie als junge Europäer im Straßenbild Seouls auffallen werden. Ich bin sicher, dass unsere SchülerInnen in der Lage sein werden, die freundliche Neugierde ihrerseits an­gemessen zu erwidern. Um diese Begegnung der Kulturkreise zu er­leichtern, aber auch um unnötigen Missverständnissen vorzubeugen, bedarf es gewisser Vorbereitungen. Ein Vorbereitungskurs beinhal­tet Landeskunde, Kunst, Architektur, Politik und Philosophie und wird von FachkollegInnen geleitet.

Abschließend möchte ich mich bei dem Kollegium, das mit seiner Zu­stimmung diesen Korea-Austausch ermöglicht hat, bedanken. Auch den Eltern, die liebevoll die koreanischen SchülerInnen betreut haben, meinen herzlichen Dank. Weiterhin möchte all jenen danken, die mir mit viel Anregungen und Vorschlägen zur Seite standen. Da diese Schulpartnerschaft langfristig auf das Interesse und die Mitarbeit der Schülerschaft, Eltern und KollegInnen angewiesen ist, würde ich mich freuen, wenn Sie uns weiterhin unterstützen und diesen Austausch mit gestalten würden.

Chung Hoon Chun