UNESCO-Welterbeprojekt

Die Austauschgruppe im Kloster Haein-sa
In der Welterbestätte Kloster Lorsch

im Rahmen des Schüleraustausches zwischen dem Hainberg-Gymnasium in Göttingen (ASPnet seit 1993) und der Daewon Foreign Language High School, in Seoul/Südkorea (ASPnet seit 1998) in Zusammenarbeit mit den Welterbestätten Kloster Haein-sa und Kloster Lorsch.

Seit September 2004 besteht eine Partnerschaft zwischen dem zum buddhistischen Chogye - Orden gehörenden koreanischen Kloster Haein-sa und dem Kloster Lorsch in Deutschland.

Für Korea ist es die erste Weltkulturerbe-Partnerschaft und auch die erste Zusammenarbeit dieser Art im Rahmen eines globalen Netzwerkes, wie es vom Welterbezentrum in Paris im Jahr 2000 empfohlen wurde.

Beide Klöster haben symbolische Bedeutung in ihren jeweiligen religiösen Zusammenhängen, verweisen auf eine 1200jährige Tradition und hatten oder haben einen ganz bedeutenden Einfluss auf ihr kulturelles Umfeld. Lorsch war als Königskloster im Frühmittelalter ein wesentlicher Faktor der Politik und des wirtschaftlichen Lebens. Es spielte eine zentrale Rolle für das Bildungswesen und für die Vermittlung von Wissen. Haein-sa bewahrt bis heute die einzigartige Sammlung von über 80.000 hölzernen Druckstöcken (Tripitaka), mit deren Hilfe nach den Mongoleneinfällen des frühen 13. Jahrhunderts die wichtigsten zen-buddhistischen Texte für die Nachwelt erhalten werden sollten. Sie enthalten Lebensregeln und die mit ihren Ursprüngen verknüpften Geschichten, die Lehren Buddhas und die im Laufe der Zeit entstandenen Kommentare.

In seinem Grußwort bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde sagte der Abt der Mönchsgemeinschaft von Haein-sa, Semin Sunim: „Unsere Partnerschaft ist ein Beitrag zur Begegnung ostasiatischer und europäischer Spiritualität. Aus Toleranz und Liebe entsteht gegenseitiges Erkennen, und daraus wird Frieden in der Welt.“

Dr. Schefers, der Initiator des UNESCO-Partnerschaftsprojekts betonte: „Die Partnerschaft versteht sich als Beitrag für den Weltfrieden und ist nicht nur von symbolischem Wert. Diese Partnerschaft soll vor allem den interkulturellen Dialog fördern, konkret also Fachtagungen, kulturwissenschaftlichen Austausch, gemeinsame Ausstellungsprojekte, Studentenaustauschprogramme und zusätzlich auch Praktika in Museen ermöglichen.“

Einmalig ist die Projektarbeit zum Thema „Welterbe“, die von den beiden unesco-projekt-schulen (ASPnet) Hainberg-Gymnasium in Göttingen und der Daewon Foreign Language High School in Seoul seit Juni 2005 stattfindet.  Die beiden Schulen unterhalten seit 1994 eine intensive Schulpartnerschaft mit regelmäßig stattfindenden Austauschbesuchen.

Jeweils vor Ort lernen die deutschen und die koreanischen Schülerinnen und Schüler die beiden Stätten des Weltkulturerbes als Spiegel unterschiedlicher Kulturen und Symbole der Stabilität in einer Welt der raschen Veränderungen kennen und ihnen wird damit die Besonderheit jeder Kultur deutlich. Sie lernen Weltkulturerbestätten kennen, die in Zusammenhang mit Weltreligionen und Glaubensrichtungen stehen. Ihnen wird weiter vermittelt, dass Wechselbeziehungen sowohl zwischen Kultur und Natur als auch zwischen den Kulturen herrschen.

Verleihung des Walter-Mertineit-Preises

Besonderer Höhepunkt des Jahres 2006:

Das Hainberg-Gymnasium in Göttingen und die UNESCO-Welterbestätte Kloster Lorsch erhielten den Walter-Mertineit-Preis 2006 der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK). In einer feierlichen Matinee überreicht Prof. Dr. Klaus Hüfner, Juryvorsitzender und Vorstandsmitglied der DUK, am Freitag, dem 30. Juni 2006, in der Universität Flensburg den mit 1.500 Euro dotierten Preis für internationale Verständigung.

 

Projektablauf 2009/10:

29./30.08.09 Vorbereitungsfahrt der Koreaaustauschgruppe (16 Schülerinnen und Schüler) zur Welterbestätte Kloster Lorsch
11.-28.05.2010 Aufenthalt der deutschen Austauschgruppe im Kloster Haein-sa: Morgenzeremonie, Zen-Meditation, Dado-Teezeremonie, Barugonggyang Mönch-Mahl, Vortrag über Buddhismus, Besteigung des Gayasan mit 1.430m ü. NN.
August 2010 gemeinsamer Aufenthalt der koreanischen und deutschen Austauschgruppe im Kloster Lorsch (je 25 Schülerinnen und Schüler beider Schulen)
Oktober 2010 Aufenthalt der koreanischen Austauschgruppe im Kloster Haein-sa: Morgenzeremonie, Zen-Meditation, Dado-Teezeremonie, Barugonggyang Mönch-Mahl, Vortrag über Buddhismus, Ullyeok: Zeit, in der alle Tempelbewohner arbeiten

 

Die Bedingungen im koreanischen Schulsystem (bzw. an unserer Partnerschule) lassen es nicht zu, dass die die beiden Austauschgruppen gemeinsam nach Haein-sa fahren, da dieser Aufenthalt immer in der Schulzeit der koreanischen Schülerinnen und Schüler stattfindet.

Ein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Hermann Schefers, dem Leiter des Kloster Lorsch, für die Vermittlung der notwendigen Kontakte in Korea (einerseits im Kloster Haein-sa und bei der koreanischen UNESCO-Kommission) und für hervorragende Betreuung der Gruppe in Lorsch zusammen mit Frau Claudia Götz.