Austausch 2010

1. Bericht aus Tansania (30. September 2010)

Mit etwas Verspätung und einem fehlenden Gepäckstück, aber glücklich und erwartungsfroh ist die Austauschgruppe des HG am Sonntag in Bagamoyo angekommen. Alle freuen sich über die angenehmen Temperaturen und staunen, was Afrika hier zu bieten hat: Papaya, Mango-Saft, und Bananen in jeder Art schmecken uns hervorragend!
Dabei sind wir ein wenig später als gedacht gelandet und kamen erst am Sonntagabend in Bagamoyo in der Traveller's Lodge an. Wir besuchten beim Stadtrundgang bereits die deutschen Gebäude aus der Kolonialzeit, kauften auf dem afrikanischen Markt Kokosnüsse und Maracuja-Früchte ein und feierten mit vielen anderen Besuchern aus aller Welt auf dem Internationalen Musik- und Kulturfestival, das in Bagamoyo jedes Jahr Ende September stattfindet.
Alle sind bei bester Gesundheit und auch der Koffer eine Schülerin, der leider am Sonntag fehlte, landete heute in Dar es Salaam und wird bald bei uns sein, sodass alles komlett ist.
Ein Rundgang zu den Spuren der christlichen Missionierung Ostafrikas und der Besuch im Museum von Bagamoyo standen heute morgen ebenso auf dem Programm wie ein Besuch bei der hiesigen Grundschule.
Wir sind froh, hier zu sein und freuen uns sehr auf die Safari morgen in den Mikumi Nationalpark - am meisten aber sind wir gespannt auf unseren Besuch bei unserer Partnerschule, der Lwandai Secondary School in Mlalo!
Karibuni und beste Grüsse an Euch alle!
Georg Bartelt

  • Fotos vom Schüleraustausch mit der Lwandai Secondary School in Mlalo [mehr]
  • Workshop zum Thema Menschenrechte mit dem Bangala Lutheran Junior Seminary in Soni [mehr]

TANZANIA!

16 Tage noch! 16 Tage noch, bis wir die letzte Schleife über den Indischen Ozean fliegen und in Dar es Salaam landen. 16 Tage noch, in denen wir von Vorfreude geplagt werden. Aber bekanntermaßen ist Vorfreude die schönste Freude. (Eine These, die scheinbar von Personen aufgestellt wurde, die niemals drei Wochen dem verregneten Deutschland entkommen konnten, um  das tropisch anmutende Tanzania näher kennen zu lernen.)

Dabei nahm die Vorfreude in letzten paar Wochen dramatisch zu: Als Mitte Januar dieses Jahres die Teilnehmer feststanden, lag der Termin der Abfahrt, der 25. September, noch in weiter Ferne und wir dachten uns: „Tanzania? Jo, fahr ich irgendwann im Herbst hin.“

Was aber kann man machen, um die neun Monate zu überbrücken? Abwarten und Tee trinken? Mitnichten! Schließlich sind wir zum einen eine UNESCO-Projektschule und zum anderen wollen wir uns nicht wie typische deutsche Touristen verhalten – Sandalen mit Tennissocken, Kamera vor der Brust und in Restaurants ausschließlich Weißwürste und Sauerkraut bestellen.

Also nutzten wir die vergangenen achteinhalb Monate dazu das Land, die Kultur und die Menschen besser kennen zu lernen. Zu diesem Zwecke hielt jeder Teilnehmer ein Referat – z.B. über die Geschichte, die Religionen, die Geographie und die (Ess-)Kultur. Und wir lernten ein wenig Kusaheli.

Aber so interessant es auch ist, etwas über Tanzania zu erfahren. Selbst dort zu sein und alles hautnah zu erleben, kann auch das beste Referat nicht toppen. Und jedes Quäntchen Information über Tanzania, gepaart mit dem Wissen, dass man selbst irgendwann dort steht, steigerte die Vorfreude und ließ die übrigen Monate quälend langsam dahin schleichen.

Welch Glück für uns, dass wir auch eine Menge zu organisieren hatten und uns damit ablenken konnten. Zu aller erst standen Impfungen auf dem Plan: Gelbfieber, Cholera, Hepatitis A+B etc. etc.

Glücklicherweise bestand nicht die gesamte Organisation darin, sich von Quacksalbern mit Nadeln piesacken zu lassen. Vielmehr bestand die zweite organisatorische Hürde darin, Sach- und Geldspenden zu sammeln. Hierbei konnten wir auch selbst aktiv werden, sei es durch simples Getränkeverkaufen beim HG-Schulkonzert, das Backen leckerer Kuchen anlässlich der stadtweiten Englischlehrerfortbildung oder durch technisch perfektes Dribbeln beim Fußball-WM-Tag der anderen Undugu-Partnerschulen in Göttingen, der in der Hainbundschule mit hunderten begeisterter Grundschüler stattfand.

Zu guter Letzt stand singen auf dem Plan, zum einen für nettes Beisammensein, zum anderen für den Gottesdienst in Mlalo. Die Lieder haben wir drauf und es bleibt auch noch jede Menge Zeit, sie zu üben – auf den Reisen in Tanzania selbst.

So haben wir die letzten achteinhalb Monate gut überstanden – und trotzdem denken alle dasselbe: „16 Tage noch...“

Jonas Möller