ZU GAST IN GÖTTINGEN / James Mwinuka aus Tansania war für drei Monate am Hainberg Gymnasium

200 Mark im Monat verdienen Lehrer in Tansania

Göttingen (dn). ,,Göttingen ni mji mzuri" findet James Mwinuka. Es ist Kisuaheli und bedeutet, daß es eine schöne Stadt sei. Drei Monate ist der 33jährige Biologie-, Chemie-und Religionslehrer aus Tansania Gast am Hainberg-Gymnasium gewesen. Die Lwandai Secondary School in Mlalo, an der Mwinuka unterrichtet, ist seit zehn Jahren Partnerschule des Göttinger Gymnasiums.

Mwinuka reiste zum ersten Mal außerhalb des afrikanischen Kontinents. ,,Hier läuft alles nach dem Terminplan. Die Menschen sind so von ihrer knappen Zeit bestimmt." Für den Biologie-, Chemie-und Religionslehrer ist das der größte Unterschied zu seinem Heimatland.

Während seines Aufenthaltes besuchte er verschiedene Schulen und Kindergärten. Die gute Atmosphäre in den Klassenräumen und das vertraute Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern empfand Mwinuka als angenehm. ,,Man merkt, daß die Jugendlichen in einer demokratischen Gesellschaft aufgewachsen sind", sagt er. In Tansania hielten die Lehrer eine größere Distanz zu ihren Schülern.

Die Lwandai Secondary School in Mlalo ist ein Internat mit 600 Schülern. Computer kann sich die evangelische Privatschule nicht leisten. Solche Geräte gäbe es nur an den Regierungsschulen oder an reichen Privatschulen, erzählt Mwinuka. Die Lehrer verdienen dort etwa 200 Mark im Monat, 60 000 tansanische Schilling.

Seit einem Jahrzehnt pflegt die Secondary School. Einmal im Jahr fährt eine Delegation aus Göttingen in das afrikanische Land. Der Aufenthalt von Mwinuka wurde ausschließlich aus Spenden von Eltern, Schülern und Lehrern des Gymnasiums finanziert. (Quelle: GT 26.11.98)