Partnerschule und Austauschkonzept

Molodetschno, eine Stadt, zwei Partner: Mittelschule Nr. 5 und Rayon- und Kinderkrankenhaus

Mittelschule Nr. 5
Rayon-Krankenhaus Molodetschno
Kinderkrankenhaus Molodetschno

Der Bezirk der Stadt Molodetschno, 70 km nordwestlich der Hauptstadt Minsk gelegen, ist eine der wenigen Regionen Weißrusslands, die nur schwach vom radioaktiven Niederschlag des Reaktorunfalls von Tschernobyl betroffen war. Daher wurden in diese Stadt und ihre Umgebung viele Menschen aus den stark verstrahlten Gebieten umgesiedelt.
Im Jahr 1996 hat das Hainberg-Gymnasium gemeinsam mit drei anderen unesco-projekt-schulen durch eine Spendenaktion dem Kreiskrankenhaus von Molodetschno ein Ultraschallgerät zur Früherkennung von Schilddrüsenkrebs übergeben. Dieses Gerät ist intensiv im Einsatz.

Im Zusammenhang mit dem humanitären Engagement ist ein Kontakt zu der Mittelschule Nr. 5 in Molodetschno entstanden, an der intensiv Deutsch gelernt wird. Die Bezeichnung "Mittelschule" bedeutet in Weißrussland, dass es sich um einen allgemein bildenden Schultyp zwischen Kindergarten und Universität ohne besonderen Schwerpunkt (wie Sprachen oder Naturwissenschaften) handelt. Anders als in Deutschland beenden die Schüler an einer solchen "Mittelschule" ihre Schulzeit nach der 12. Klasse mit einem Abitur, das sie zum Studium an der Universität berechtigt.

Der im Jahr 1997 begonnene Schüleraustausch zwischen der Mittelschule Nr. 5 und dem Hainberg-Gymnasium mündete im Sommer 1999 in eine offizielle Schulpartnerschaft. Diese ist inhaltlich gekennzeichnet durch intensive Projektarbeit, die zunächst durch die Robert-Bosch-Stiftung gefördert wurde und nun seit mehreren Jahren durch die Stiftung "West-Östliche Begegnungen" und den Pädagogischen Austauschdienst gefördert wird. Sie erhält ihre besondere Prägung durch Einbeziehung von Elternvertretern beider Seiten in die Austauschaktivitäten.

Einmalig im Rahmen der Auslandskontakte des Hainberg-Gymnasiums ist die Einrichtung eines Schüler-Stipendiums für die Dauer eines Schuljahres. Abwechselnd ist jeweils ein Mädchen bzw. ein Junge der weißrussischen Partnerschule Gastschülerin bzw. Gastschüler am Hainberg-Gymnasium.

Mit den Jahren ist ein enger persönlicher Kontakt zwischen den Schüleraustauschgruppen des Hainberg-Gymnasiums und der Ärzteschaft des Kreis- und Kinderkrankenhauses entstanden. Er erhielt seine besondere Prägung dadurch, dass das Hainberg-Gymnasium gemeinsam mit Prof. Eckel (Radiologe, Chefarzt am Weender Krankenhaus, Göttingen; Vorsitzender der Niedersächsischen Ärztekammer, 1. Vorsitzender der Stiftung "Kinder von Tschernobyl" bis 2008 und Ehrenmitglied im Förderverein OSTEUROPA e.V., Göttingen) im Sommer 2000 und 2001 für einen weißrussischen Arzt / eine Ärztin die Möglichkeit eines gesponserten 8 bis 10wöchigen Studienaufenthaltes an Göttinger Kliniken und Arztpraxen angeboten hat.

Seit 1998 unterstützt das Hainberg-Gymnasium das Rayonkrankenhaus in Molodetschno zusätzlich mit dringend benötigten Medikamenten und Geräten im Rahmen einer durch Selbstverpflichtung entstandenen Medikamentenpatenschaft. Seit 2008 unterstützt das Hainberg-Gymnasium zusammen mit dem Förderverein OSTEUROPA e.V. im Rahmen des Projekts "Helping Hands for Molodetschno" die 18 an Diabetes erkrankten Kinder in Molodetschno mit zusätzlichen Blutzuckerteststreifen.

Der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz hat die Partnerschaft als "Projekt des Monats" im Oktober 2011 ausgewählt. Besonders beeindruckt hat sie die Besonderheiten der Zusammenarbeit, z.B. die von den Jugendlichen gemeinsam durchgeführten Projekte zur Gesundheitsbildung, die Dauer der Partnerschaft sowie die Idee, deutschlernenden Schülerinnen und Schülern ein Jahresstipendium in Göttingen zu ermöglichen und so die Partnerschaft und die Verbindung zwischen Ost und West zu vertiefen. [mehr]