17. Austausch 2013/14

Sauna und Pizza gefiel deutschen Gymnasiasten gut

Die deutsche Gruppe vom Hainberg-Gymnasium Göttingen besuchte erneut die Schule 5 in Molodechno. Die ersten drei Tage hatten die Kinder viel Freizeit, um sich näher kennenzulernen. Weißrussische Schüler haben den ausländischen Gästen die Stadt gezeigt, sie waren im Eispalast und haben Pizza gegessen. Hanna Sasnowskaja, Schülerin der 10.Klasse erzählt, dass sie alle Schüler einmal zu sich eingeladen hatte, die dann bei ihr auch übernachtet haben. Es waren 18 Leute! Einige haben auf den Betten und Sofas geschlafen, die anderen auf dem Boden. Besonders gut hat den deutschen Schülern die Sauna gefallen, die Hannas Eltern vorbereitet haben. Lea Klein, eine der Gymnasiasten, erzählte, wie schön sie den Park und das Stadtzentrum findet. Hanna Tulius hat der Eispalast gefallen und das Museum in Dudutki fand sie ebenso interessant. In Dudutki besuchten die Schüler auch eine schöne Kirche. Ausserdem fanden deutsche Schüler das Essen in Molodechno lecker, insbesondere „ glasirowanye syrki“, eine Süssigkeit aus Speisequark in Schokolade, die es in Deutschland nicht gibt. Die Schülerin Margarita Bugihaus sagte, wenn sie die irgendwo und irgendwann mal wieder sieht, wird sie gleich an Weißrussland denken. Margarita fand auch die Figuren aus Stroh schön. Sie sagte auch, dass sie vor der Fahrt nach Weißrussland sehr aufgeregt war, aber als sie da ankam, fühlte sie sich gleich gut.

Deutsche Schüler waren verwundert, dass die Weissrussen viel Geld haben

Margarita Bugihaus hat sich sehr gewundert, als sie das Geld bei der Bank wechseln musste, wie viel weißrussische Rubel sie für ein Euro bekam. Und die Preise sind gleich, sowohl in Molodechno als auch in Deutschland. Auf die Frage, ob man sich vorstellen könnte, in Weißrussland zu leben, haben deutsche Schüler unterschiedlich geantwortet. Hanna Tulius, zum Beispiel , würde gerne in Weißrussland leben, aber nur wenn ihre Eltern auch mitkommen würden. Dieses Jahr nennt sich das Programm „ Spiele spielen-Spiele entwerfen“, sagte der Schuldirektor. Vor einigen Jahren haben unsere deutschen Schulpartner beschlossen, eine Aktion durchzuführen, bei der sie selbständig Geld sammeln und Blutzuckergeräte und Teststreifen nach Weißrussland mitbringen. Dieses Jahr hat deutsche Schulgruppe auch Spritzen mitgebracht. Am Dienstag werden sie der Kinderpoliklinik übergeben. Dort findet auch das Treffen mit der Ärztin Aljona Saprudskaja statt. Ein wichtiger Punkt in der Zusammenarbeit zwischen beiden Schulen ist die Stipendiatenwahl. Im Herbst wird ein Schüler von der Schule 5 nach Göttingen fahren und dort Hainberg-Gymnasium besuchen. Physik- und Mathematiklehrer Matthias ist in Weißrussland zum ersten Mal. Er sagt, dass es in Molodechno viele Orte gibt, wo man Sport treiben kann. Das ist ein großes Lob an die Stadt, sagt Matthias, weil Deutsche z.B gerne Sport treiben. Der Lehrer sagt auch, dass er sich jetzt keine Sorgen machen würde, wenn er alleine nach Weißrussland käme. Matthias erzählt auch, wie die Deutschen im Zug Minsk-Molodechno von einem älteren Ehepaar auf Deutsch angesprochen wurden. Und in der weißrussischen Familie, wo der Physik und Mathematiklehrer wohnt, spricht er mit allen auf Französisch, Deutsch, ein bisschen Englisch und auf Russisch. Der Lehrer sagt, dass man in einer kritischen Situation auch mit den Händen kommunizieren kann.

Über das Bildungssystem und den Lehrerlohn

Elke Moeken, die Leiterin der deutschen Gruppe, kommt nach Weissrussland schon seit sechs Jahren. Sie erzählt, dass sie gehört hat, dass weißrussische Lehrer viel arbeiten müssen, aber wenig verdienen. Deswegen ist der Lehrerberuf in Weißrussland nicht mehr attraktiv geworden. Elke Moeken sagt auch, dass sie gehört hat, dass hier momentan Schulreformen durchgeführt werden, die aber auf die Schüler und die Lehrer eine schlechte Wirkung zeigen. Elke findet, dass in der Schule hochqualifizierte Spezialisten arbeiten sollen. Der Lehrerberuf in Deutschland zählt zu den attraktivsten und hochbezahlten Berufen. Lehrer verdienen ungefähr 2000-3000 Euro im Monat. Der Lohn hängt auch davon ab, in welcher Schule man arbeitet, wie lange man arbeitet und welche Steuer man zahlen muss. Fr. Moeken erzählt, dass Reformen auch in deutschen Schulen durchgeführt wurden, die für die Lehrer mehr Arbeit bedeuteten. Und was deutsche Schüler angeht, berichtet die Lehrerin, haben sie kaum Freizeit. Die Schüler haben 36 Stunden Unterrichtszeit pro Woche, plus Hausaufgaben und Hobbys. (Dank an Julia Klusmann für die Übersetzung)

Klick zur PPP: Programm in Molodetschno
Klick zur PPP: Programm in Göttingen