"Triangelprojekt" 2004

Das „Triangelprojekt" fand im Rahmen einer Festwoche des Hainberg Gymnasiums statt, in der das 10jährige Jubiläum als unesco-projekt-schule gefeiert wurde. Die Fest- und Projektwoche vom 24. – 28. Mai 2004 stand unter dem Motto: „Wir leben mit anderen" / Wir lernen von anderen". Auf Anregung unserer litauischen Partnerschule, die ebenfalls unesco-projekt-schule ist, fand ein Projekt statt, an dem drei Länder beteiligt waren: Litauen – Belarus – Deutschland. Das Thema unseres Gesamtprojektes lautet: Wie können wir eine ressourcenschonende und umweltfreundliche Energiepolitik in Deutschland, Litauen und Belarus realisieren? Projektziele sind, den Schülern aus den drei Partnerländern zu vermitteln, wie wichtig eine umweltfreundliche Energienutzung für die zukünftige Entwicklung (Teil I Deutschland) ist.

Die Realisierung verlief entsprechend dem vorliegenden Programm. Am Mittwoch, den 19.05.04, traf die Gruppe aus Belarus gegen 19:00 Uhr in Göttingen ein und am Donnerstag, den 20.05.04, traf die litauische Gruppe um 15:53 Uhr mit dem Zug aus Hannover in Göttingen ein. Die Begrüßung und Aufnahme in den Gastfamilien verlief sehr herzlich und problemlos. Am Freitag, den 21.05.04, erfolgte im Rahmen eines Frühstücks in der Schulkantine des Hainberg Gymnasiums von 9:00 -10.45 Uhr der Empfang der Gruppen durch den Schulleiter Herrn W. Bergau-Braune. Gleichzeitig nahmen auch die anderen Gäste der Unesco-Jubiläumswoche aus Belarus an dem Frühstück teil. Um 11:00 Uhr wurden die Gruppen vom Bürgermeister Gerhardy im Ratssaal des Neuen Rathauses begrüßt. Die Filmvorführung gab einen umfassenden Eindruck über die Universitätsstadt Göttingen. In der Mensa am Wilhelmsplatz aß die Gruppe gemeinsam Mittag. Am Nachmittag fand eine Einführung in das Thema: Energienutzung und Energieerzeugung in Deutschland statt. Herr Becker gab zunächst einen Gesamtüberblick über die Energieressourcen der Welt und deren Nutzung durch die einzelnen Nationen. Deutlich wurde, dass die herkömmlichen Energiequellen wie Erdöl, Erdgas und Kohle nur noch begrenzt zur Verfügung stehen und erneuerbare Energieressourcen verstärkt genutzt werden müssen. Das Wochenende verbrachten die Austauschschüler/Innen in ihren Gastfamilien. Am Sonnabend, den 22.05.04, machten wir mit unseren litauischen und weißrussischen Gästen einen Ausflug in das Weserbergland und besuchten zunächst die alte Fachwerkstadt Hann´ Münden. In Hemeln an der alten Weserfähre wurde sich zunächst gestärkt, um anschließend die Klosterkirche in Bursfelde zu besichtigen. Am Sonntag, den 23.05.04, besichtigten wir gemeinsam Burg Hahnstein und genossen anschließend auf einem Spaziergang zur Teufelskanzel den wunderschönen Blick auf die Werra. Am Fuß der Burg aßen wir zu Mittag. Um 18:00 Uhr besuchten die Austauschgruppen die Begrüßungsveranstaltung zur UNESCO Jubiläuumswoche im Hainberg Gymnasium. Zu einem großen Fest hatte das Hainberg Gymnasium u.a. die rund 160 Besucher aus 10 Partnerschulen aus unterschiedlichen Ländern (Frankreich, Korea, Spanien, Tschechischen Republik, Tanzania, Weißrussland, Litauen und Polen) eingeladen. Es wurde ein internationales Fest mit insgesamt 600 Gästen. Am Montag, den 24.05.04 von 9 – 11 Uhr, informierte Frau Epperlein, die für die Energieberatung der Stadt Göttingen zuständig ist, über das Energiemanagement vor Ort. Insbesondere erläuterte sie, was eine Kommune tun kann, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Frau Epperlein zeigte Lösungsmöglichkeiten auf zum Problem der Energieverluste die sowohl bei der Energieerzeugung als auch durch mangelnde Wärmedämmung in Gebäuden entstehen. Weiterhin wies sie auf Energiesparprojekte der Stadt Göttingen hin, die seit 1997 mit Göttinger Schulen erfolgreich durchführen. Von 11-12 Uhr wurde die Solarenergieanlage des Hainberg Gymnasiums besichtigt und durch Herrn Gruschwitz erklärt. Schüler/Innen des Wahlpflichtkurses „Energie" haben hierzu kleine Versuche zur Solarzellentechnik vorbereitet und vorgestellt. Am Nachmittag (14 – 16 Uhr) fuhren wir mit dem Bus zum Windrad EVA 2 in Göttingen-Geismar. Dieses Windrad ist seit April 1998 in Betrieb. Herr Lamke, einer der beiden Geschäftsführer der Betreiberfirma „Energie-Angerstr. GmbH", erklärte den Schüler/Innen nicht nur die technischen Daten dieser E-66-Anlage, sondern berichtete ebenso engagiert über der „Entwicklungsgeschichte" dieses Windrades. Den „Höhepunkt" unserer Besichtigung bildete der Einblick in das „Innenleben" des Windrades EVA 2. Um 17 Uhr fand der offizielle Empfang durch die Schule und die Stadt Göttingen in der Aula des Hainberg Gymnasiums statt. Hier wurde insbesondere der Anspruch der unesco-projekt-schulen, den Zielen der UNESCO verpflichtet zu sein, hervorgehoben. „Da Kriege im Geiste der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden" zitierte Karl-Heinz Böhmer, Bundeskoordinator der unesco-projekt-schulen , aus der Präambel der UNESCO. Am Dienstag, den 25.05.2004, fand ein ganztägiger Ausflug in das Solarenergiedorf Emmerthal bei Hameln statt. Im Institut für Solarenergieforschung GmbH (ISFH) erhielten wir einen fachlich äußerst anspruchsvollen Einblick in Forschung und Entwicklung der Photovoltaik. Um die Wirtschaftlichkeit von Solarstrom zu steigern, arbeiten die Wissenschaftler am ISFH an neuartigen kostengünstigen Silicium-Solarzellen mit hohen Wirkungsgraden. Im IFSH als anerkannte Kollektorprüfstelle stellt man sich der Aufgabe, Kollektoren detailliert zu bewerten und somit positive Entwicklung und hohe Qualitätsstandards zu unterstützen. So war es uns ebenfalls möglich, den Innenprüfstand mit Sonnensimulator als auch den Außenteststand mit automatischer Nachführung der Solarzellen zu besichtigen. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung und ermöglichte die Besichtigung der Rattenfängerstadt Hameln. Am Mittwoch, den 26.05.04, wurde ganztägig die Heinz-Sielmann-Stiftung im Gut Herbigshagen bei Duderstadt besucht. Dort arbeiteten wir zum Thema : Chancen der Bioenergie und die aktuelle Realisierung in der Region (Beispiel: Bioenergiedorf Jühnde). In einer allgemeinen Einführung durch die Umweltpädagogin Frau Seger wurde ein kurzer Einblick in das Leben des Schirmherren der Stiftung gegeben und ein paar Fakten zur Stiftung erläutert.