Das Trainingsraumprogramm

Vorwort

Das Trainingsraumprogramm stammt ursprünglich aus der Stadt Phönix im amerikanischen Bundesstaat Arizona und ist  in Deutschland auch unter dem Namen Arizona- oder Fordprogramm bekannt.

Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass Unterrichten aufgrund von Störverhalten einzelner Schüler sich schwierig gestaltet. Die Störungen reichen von Unkonzentriertheit gepaart mit motorischer Unruhe bis zu unangemessenem Verhalten gegenüber Lehrkräften und Mitschülern. Die Versuche, diesen Störungen in der jeweiligen Situation pädagogisch angemessen zu begegnen, kosten wertvolle Unterrichtszeit und scheitern häufig, da hierfür nicht genügend Zeit und Ruhe gegeben ist.

Das Programm basiert auf drei Punkten:

  1. Für das soziale Verhalten werden klare Grenzen festgelegt.
  2. Das soziale Verhalten wird in Wiederholungen eingeübt.
  3. Der Erfolg der Bemühungen wird regelmäßig kontrolliert und korrigiert. Üben und Wiederholen sind wichtige Bestandteile des Programms.

Ziele

Lernbereite Schüler sollen geschützt und ruhiger, ungestörter Unterricht ermöglicht werden.

Störende Schüler sollen Eigenverantwortung für ihr Verhalten entwickeln.

Das Programm basiert auf der Maxime des gegenseitigen Respekts. Hieraus ergeben sich drei Regeln:

  1. Jede/r hat das Recht ungestört zu lernen.
  2. Jede Lehrerin, jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.
  3. Jede/r muss stets die Rechte des Anderen respektieren.

Ablauf

Wenn ein Schüler den Unterricht stört und auch nach einer respektvollen Ermahnung nicht einlenkt, wird er mit einem Laufzettel, auf dem die Störungsart vermerkt ist,  in den Trainingsraum geschickt. Hier wird er unter Aufsicht einen Rückkehrplan erstellen, welcher sich mit folgenden Fragen beschäftigt:

  • Welche Gründe für meinen Aufenthalt im Trainingsraum gibt es?
  • Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf den Unterricht und die Arbeit in der Klasse?
  • Was kann ich tun um wieder störungsfrei in der Klasse mitzuarbeiten?

Mit dem Rückkehrplan kehrt der Schüler in den Unterricht zurück.  Wenn der Lehrer den Rückkehrplan akzeptiert, kann der Schüler wieder in der Klasse am Unterricht teilnehmen. Wird dem Rückkehrplan nicht zugestimmt, kehrt der Schüler in den Trainingsraum zurück wo er  ihn verbessert.

Jeder Trainingsraumbesuch wird im Trainingsraum festgehalten und dokumentiert.

Hierdurch kann sich ergeben:

  • Beständiges üben, prüfen und reflektieren von Verhaltensweisen auf Alltagstauglichkeit und Handlungsalternativen
  • Kenntnis um den Förderbedarf durch übergreifende Themen, welche zu bedarfsorientierten Angebote  führen
  • Erziehungsbegleitende Absprachen zwischen Lehrer, Eltern, Schulsozialarbeiter und/oder Dritten in einem Elterngespräch.