Schulprogramm des Hainberg-Gymnasiums
Hainberg-Gymnasium
unesco-projekt-schule
Schulleiter Wilfried Bergau-Braune
Friedländer Weg 19
37085 Göttingen
Tel.: 0551/400-2913
Fax: 0551/400-2948
sekretariat(at)hainberg-gymnasium.de
www.hainberg-gymnasium.de
Hainberg-Gymnasium Junior
Immanuel-Kant-Str. 44
37083 Göttingen
Tel.: 0551/400-2891
Fax: 0551/400-2892
HGJ(at)goettingen.de
I. Wer wir sind
Hainberg-Gymnasium Göttingen
unesco-projekt-schule
Gymnasium für Jungen und Mädchen (Jahrgänge 5-13 [12])
Wahlpflichtunterricht
Bilingualer Zug
Ganztagsschule
Kooperationsverbund Hochbegabungsförderung
1450 Schülerinnen und Schüler
125 Lehrkräfte, 12 weitere Mitarbeiter
1866 Gründung als Städtisches Lyzeum
1913 Errichtung des Hauptgebäudes am Friedländer Weg
1968 Anbau
1988 Bau der Sporthalle
1971 Umbenennung in Hainberg-Gymnasium
2005 Außenstelle HG Junior (Jahrgänge 5 und 6)
Das Hainberg-Gymnasium liegt in Innenstadtnähe am Fuße des Hainbergs an der Hauptverkehrsstraße Friedländer Weg. Das Hauptgebäude wurde 1913 erbaut und weist Elemente des Jugendstils auf. Zusammen mit dem Anbau und der Sporthalle wird der Komplex umgeben von einem ansprechend gestalteten Schulgelände mit Sitzecken, Fahrradhof und Sportplatz.
In der Außenstelle HG Junior werden die Jahrgänge 5 und 6 unterrichtet. Sie liegt ca. 1,5 km entfernt; das Gebäude entstand 1956 und ist bewusst für diese Altersstufe konzipiert worden (Architekt Diez Brandi). Die meisten Klassenräume liegen im Erdgeschoss und verfügen über einen Zugang zu einem eigenen kleinen Garten; alle Räume sind hell und freundlich eingerichtet. Gebäudeensemble und Gelände wirken auf die jüngeren Schülerinnen und Schüler und Besucher übersichtlich und einladend.
Beide Gebäudekomplexe verfügen über modern eingerichtete naturwissenschaftliche Fachräume. Auch den Fächern Kunst und Musik sind besondere Räume zugeordnet. Fachräume gibt es ferner für Erdkunde, Politik-Wirtschaft, Geschichte, Religion / Werte und Normen / Philosophie sowie für Sprachen. Hinzu kommen eine frisch renovierte Aula mit 2009 fertig gestellter moderner Bühnentechnik, 4 Computerräume (185 Computer), ein Multimedialabor, die Studienbibliothek und zum Teil Aufenthaltsräume für die jeweilige Altersstufe. Nicht zu vergessen sind eine Groß-Sporthalle, eine Turnhalle und ein Spiegelsaal im Haupthaus sowie ein Gymnastikraum und eine Sporthalle im HG-Junior. Das Haus HG-Junior verfügt über eine Mensa, in der täglich 3 Wahlgerichte angeboten werden; das Haupthaus wird ab 2010 die neue Mensa in Betrieb nehmen.
Direkt vor dem Hauptgebäude befindet sich die Haltestelle für die Buslinien 7, 13 (Stadtbus) und 150 (Regionalbus). Die Außenstelle HG-Junior ist mit den Stadtbuslinien 1, 2, 4 und 13 sowie den Regionalbuslinien 28 und 140 gut zu erreich
II. Was uns auszeichnet
Das Angebot der Schulfächer richtet sich grundsätzlich nach den Vorgaben des
unesco-projekt-schule
1994 wurde das Hainberg-Gymnasium in die Gemeinschaft der unesco-projekt-schulen aufgenommen. Mit dieser Zertifizierung verpflichtet sich das Kollegium, dem interkulturellen Lernen und der Förderung der Völkerverständigung besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Anstrengungen aller unesco-projekt-schulen lassen sich unter dem Motto „Global denken – lokal handeln“ und vier Aspekten zusammenfassen: die Menschenrechte verwirklichen, das Anderssein der Anderen akzeptieren, die Umwelt schützen und bewahren, Armut und Elend bekämpfen. Neben der ständigen Berücksichtigung dieser Thematik im alltäglichen Unterricht und im Schulleben gewinnt das unesco-Schulprofil Gestalt in folgenden Aktivitäten:
- besondere unesco-Kurse im Wahlpflichtunterricht und im Seminarfach
- jahrgangs- und schulbezogene Projekttage zu unesco-Themen
- Vortrags- und Filmveranstaltungen in der Aula zu unesco-Themen
- Jahrgangs- und klassenübergreifende Schüleraustauschprogramme mit Partnerschulen in Tansania, Korea, Polen, Weißrussland, Bolivien, China, Chile
- Unterstützung von Hilfsprojekten in Weißrussland (Krankenhaus in Molodetschno) und Tansania (Lwandai Secondary School in Mlalo)
- Aufnahme und Finanzierung eines Stipendiaten aus Weißrussland für jeweils ein Schuljahr
- Aufnahme von Gastschülern aus aller Welt
- Förderung von Auslandsaufenthalten unserer Schülerinnen und Schüler
- Mitarbeit im regionalen und bundesweiten unesco-Schulnetzwerk
- Projektfahrt der 7. Klassen in die unesco-Welterbestätte Kloster Lorsch
- Praktikumsstellen für Jahrgang 10 im Kloster Lorsch
Als Ziel unserer pädagogischen Arbeit stehen uns junge Erwachsene vor Augen, die über ein breites und vertieftes Allgemeinwissen verfügen, wissenschaftspropädeutisch zur Aufnahme eines Studiums befähigt sind und sich darüber hinaus als selbstbewusste Persönlichkeiten begreifen, die in toleranter Einstellung für Frieden und interkulturelle Verständigung eintreten und sich in demokratischer Weise gesellschaftspolitisch engagieren.
Fremdsprachen
Am Hainberg-Gymnasium werden 6 Fremdsprachen angeboten; das Erlernen von Fremdsprachen bildet einen besonderen Schwerpunkt im Schulprofil und unterstützt die Multiperspektivität auf unsere Lebenswelt.
- Jahrgang 5: 1. Pflichtfremdsprache Englisch
- Jahrgang 6: 2. Pflichtfremdsprache Französisch oder Spanisch oder Latein
- Jahrgang 8: Wahlpflichtfremdsprache Französisch oder Spanisch oder Latein
- Jahrgang 10: Wahlpflichtfremdsprachen Italienisch (einzig in der Region) oder Chinesisch (als einzige Schule in Niedersachsen)
Alle Fremdsprachen können in der Oberstufe fortgesetzt und als Abiturfach gewählt werden.
Das Erlernen von Fremdsprachen wird unterstützt durch ein umfassendes Schüleraustauschprogramm mit unseren Partnerschulen in Frankreich (klassenweise in der Mittelstufe), Italien, Spanien und China (kursweise oder kursübergreifend in der Oberstufe): Schülerinnen und Schüler leben bis zu zwei Wochen in Familien und empfangen umgekehrt ihren Partner als Gast in Göttingen. Jedes Austauschvorhaben ist themen- bzw. projektorientiert und verlangt von den Schülerinnen und Schülern die Erstellung eines Tagebuches oder Portfolios.
Besonders sprachinteressierten Schülerinnen und Schülern wird der Erwerb des DELF-Diploms (Französisch) und des Cambridge-Zertifikats (Englisch) angeboten, die Niveaus von A1-B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens Sprache nachweisen und den Zugang zu den Universitäten Frankreichs bzw. Englands ohne Sprachprüfung ermöglichen.
Bilingualer Zug
Schülerinnen und Schüler können sich nach entsprechender Vorbereitung ab Klasse 5 in den bilingualen Zug ab Klasse 8 einwählen; die Fächer Geschichte, Politik, Biologie, Sport werden in englischer Sprache unterrichtet. Im Jahrgang 9 wird eine themenorientierte Fahrt nach England durchgeführt. Die Abiturprüfung im Fach Geschichte findet auf Englisch statt.
Wahlpflichtunterricht
Die Schule hat sich entschieden, den Unterricht nach Stundentafel 1 zu organisieren und den Wahlpflichtunterricht für alle Schülerinnen und Schüler einzuführen. Der Wahlpflichtunterricht bietet einen Raum zur individuellen Schwerpunktsetzung. Er unterscheidet sich in besonderem Maße vom Unterricht im Klassenverband dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler verstärkt aufgefordert werden, den Unterrichtsprozess mit zu steuern, in Kooperation zu lernen und ihre Vorhaben produktorientiert zu vollenden.
Für alle Schülerinnen und Schüler werden in den Jahrgängen 7 bis 9 Kurse im Wahlpflichtunterricht angeboten. Der Wahlpflichtunterricht dient der besonderen Profilbildung in den Lernbiografien der Schülerinnen und Schüler.
In allen drei Jahrgängen werden themenorientierte Kurse aus dem naturwissenschaftlichen, gesellschaftswissenschaftlichen und künstlerischen Aufgabenfeld angeboten.
Alternativ kann ab Klasse 7 ein bilinguales Angebot, ab Klasse 8 eine dritte Pflichtfremdsprache oder Informatik gewählt werden.
Musik
In jedem Jahrgang 5 wird eine Bläserklasse eingerichtet. Das Konzept sieht vor, dass jeder Schüler und jede Schülerin ein Blasinstrument erlernt und die gesamte Klasse ein Blasorchester bildet. Die Schülerinnen und Schüler erlernen das Blasinstrument im Musikunterricht und in zusätzlichem Einzelunterricht. Die Bläserklasse wird nach diesem Konzept bis in Jahrgang 7 geführt; danach können die Schülerinnen und Schüler an den Proben der Schulbigbands teilnehmen.
Chöre: Ebenfalls ab Jahrgang 5 besteht die Möglichkeit, im Chor zu singen – derzeit gibt es für jede der 3 Schulstufen einen eigenen Chor. Zusätzlich existiert seit 2004 ein großer Projektchor, in dem ehemalige Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte mitsingen. Die Chöre und das Jugendblasorchester runden das musikalische Erscheinungsbild ab. Alle Musiker gestalten Konzerte im Verlauf des Schuljahres und beteiligen sich an Schulfesten oder -veranstaltungen (z.B. Weihnachtsgottesdienste). Besondere Höhepunkte stellen die ca. 2-jährig stattfindenden Musicals dar – zuletzt „Der kleine Horrorladen“.
Sport
Der Sportunterricht ist zuverlässig in den Fächerkanon der Schule integriert. Sportplätze und Sporthallen sind für alle Sportarten eingerichtet. Mit den Jahrgängen 8 und 11 werden Skifahrten durchgeführt. Das Hainberg-Gymnasium nimmt mit Schulmannschaften an Wettbewerben „Jugend trainiert für Olympia“ teil. Im Basketball erreichten die Schulmannschaften regelmäßig das Bundesfinale in Berlin, in der Sparte Fußball für Mädchen das Landesfinale. Schülerinnen und Schüler, die Spitzensport betreiben, werden durch Einräumung von Trainingszeiten unterstützt. Anlässlich von Sportfesten und Klassenturnieren können alle Schülerinnen und Schüler ihre sportlichen Fähigkeiten einbringen. Die Schule arbeitet mit dem größten Sportverein der Stadt, dem ASC, und der GöSF eng zusammen.
Forschungswerkstatt
Ab Jahrgang 5 wird den Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an einer Forschungswerkstatt angeboten, in der sie unter Anleitung experimentieren und selbst erfundene Apparate wie Roboter, Raketen oder „Rennbürsten“ bauen. Der Unterricht findet im Rahmen des Ganztagsprogramms statt und wird ab Jahrgang 7 im Wahlpflichtunterricht fortgesetzt. Mit diesem Angebot will die Schule das besondere Interesse an mathematisch-naturwissenschaftlicher Bildung unterstützen und Schülerinnen und Schüler motivieren, in der Oberstufe Fächer des naturwissenschaftlichen Schwerpunkts zu wählen. Diesem Ziel dient auch unsere Zusammenarbeit mit dem DLR und dem XLab; dazu werden regelmäßig Lehrkräfte des Hainberg-Gymnasiums dorthin abgeordnet.
Kooperationen
Die Schule beachtet das Schulumfeld und beteiligt sich an bildungspolitischen und sozialen Initiativen, die von der Stadtverwaltung, der Universität und anderen Einrichtungen ausgehen. Sie nimmt teil am Aufbau der Bildungsregion Göttingen. Insbesondere sucht sie die Kooperation mit Vereinen, Kirchen und Bildungseinrichtungen, um deren Beteiligung an der Gestaltung des Ganztagsprogramms zu erreichen.
Das Hainberg-Gymnasium kooperiert mit Unternehmen der Region. Die Kooperationsverträge mit den Firmen Sycor, Gothaer Versicherungen, Architekturbüro Wagener und der Firma Pairan decken die Wirtschaftssektoren Informations- und Kommunikationstechnologie, Dienstleistungen und Erneuerbare Energien ab. Interessierte Schüler und Schülerinnen erhalten bevorzugt Praktikumsplätze und die Mitarbeiter der Unternehmen werden als Referenten im Unterricht tätig.
Praktika
Im Jahrgang 9 können die Schülerinnen und Schüler im Wahlpflichtunterricht ein Diakoniepraktikum absolvieren. Sie arbeiten einmal pro Woche nachmittags in einer caritativen Einrichtung und reflektieren mit den begleitenden Lehrkräften ihre Erfahrungen.
Im 10. Jahrgang findet das zweiwöchige verpflichtende Betriebspraktikum statt. Schülerinnen und Schüler arbeiten in Wirtschaftsbetrieben in Vollzeit; sie werden im Fach Politik-Wirtschaft vorbereitet und während des Praktikums von Lehrkräften betreut. Der Praktikumsbericht hat den Rang einer Klausur.
Hochbegabungsförderung
Seit 2005 ist das Hainberg-Gymnasium Mitglied im Kooperationsverbund Hochbegabungsförderung; zusammen mit dem Max-Planck-Gymnasium, der Janusz-Korczak-Grundschule, der Albani Grundschule und der Grundschule Friedland bildet das Hainberg-Gymnasium einen Schulverbund, dessen Schwerpunkt darin besteht, besonders begabte Schülerinnen und Schüler zu fördern. Am Hainberg-Gymnasium gibt es folgende Angebote, die in das Ganztagsprogramm integriert sind:
- Begabtenkurse in den Fächern Mathematik, Kunst, Geschichte und Deutsch (z.T. Einzelförderung, Teilnahme an Wettbewerben)
- Frühes Erlernen der Fremdsprache Chinesisch
- Fachliche Unterstützung von Schülerinnen und Schülern, die einen Jahrgang überspringen
- Naturwissenschaftliches Experimentieren für Grundschülerinnen und Grundschüler
- Frühstudium für hochbegabte Schülerinnen und Schüler
- English Club
Wettbewerbe
Die Teilnahme an den für Schulen ausgeschriebenen Wettbewerben ist üblich:
- Jugend forscht
- Bundesumweltwettbewerb
- Wettbewerbe zur historischen und politischen Bildung
- Wettbewerbe im künstlerischen Bereich
- Fremdsprachenwettbewerbe
- Mathematik-Olympiade
- Känguru-Mathematikwettbewerb
- Das Ist Chemie
- Jugend trainiert für Olympia
Aus dem Gedanken des Projektlernens heraus werben die Lehrkräfte für eine Teilnahme. Eingehende Ausschreibungen werden über einen Verteiler an die jeweiligen Fachgruppen bzw. Interessenten gegeben.
Besondere Auszeichnungen
In den letzten beiden Jahren konnten Schülerinnen und Schüler Preise und Anerkennung erwerben beim Bundesumweltwettbewerb, im Fremdsprachenwettbewerb und in künstlerisch und naturwissenschaftlich orientierten Wettbewerben.
Die Deutsche UNESCO-Kommission hat dem Hainberg-Gymnasium den Walter-Mertineit-Preis für Internationale Verständigung 2006 verliehen.
Bei der UNESCO-Weltkonferenz „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ am 02. April 2009 in Bonn ist die Schule für ihr Projekt WELT:KLASSE Göttingen als Offizielles Dekadeprojekt 2009/10 ausgezeichnet worden.
Ganztagsprogramm und Arbeitsgemeinschaften
Das Ganztagsprogramm kann von Schülerinnen und Schülern auf freiwilliger Basis angewählt werden; an vier Wochentagen erstrecken sich die Angebote jeweils bis 15.00 Uhr (Jahrgänge 5 und 6) bzw. bis 15.20 Uhr (Jahrgänge 7-9). Die Schülerinnen und Schüler können Kurse zu folgenden Schwerpunkten wählen:
- Computertastaturtraining
- Kurse zur geschlechtsspezifischen Rollenfindung (Jungenpädagogik)
- Projekte zur Stärkung der Persönlichkeit
- Werkunterricht
- Naturwissenschaftliches Experimentieren
- Frühes Erlernen einer Fremdsprache (Italienisch, Chinesisch)
- Schach
- Robotik und Sensorik
- Leseclub
- Theaterprojekte
- Hausaufgabenbetreuung
- Förderunterricht in Mathematik, Deutsch, Englisch
- Musikensembles, Chor
- Sportliche Veranstaltungen und AGs: Fußball für Mädchen, Basketball, Schwimmen für Nichtschwimmer
- Schülerzeitung „Sehtest“
- UNESCO-AG
- Wahl-AG (Hochrechnungen bei Wahlen in Kommune, Land, Bund erstellen)
III. Wie wir lernen und lehren
Curricula und Arbeitspläne
Die Qualität einer Schule wird entscheidend geprägt von der Qualität der Lern- und Lehrprozesse: Sie gründen sich auf fachspezifisch ausformulierte Curricula, die aufeinander abgestimmt sind; sie zielen über die Wissensvermittlung hinaus auf die Fähigkeit der Schüler und Schülerinnen selbstständig zu lernen und das eigene Handeln zu verantworten.
Die meisten Fächer verfügen über einen schuleigenen Arbeitsplan; in ihm sind die Abfolge der Lerninhalte, die fachspezifischen Arbeitsmethoden sowie die Leistungsanforderungen und Kriterien der Leistungsbewertung festgelegt. An der Vernetzung der fachspezifischen Arbeitspläne wird momentan gearbeitet, so dass zukünftig Unterrichtsinhalte zeitgleich aus unterschiedlichen Perspektiven behandelt werden können.
Die Auswahl und Festlegung der Unterrichtsinhalte bestimmen sich auch nach dem Auftrag der Schule als unesco-projekt-schule. Ein schuleigenes unesco-Curriculum ist in der Entwicklung.
Leistungsmessung
Als Eigenverantwortliche Schule hat das Hainberg-Gymnasium verbindliche Kriterien zur Vorbereitung, Durchführung und Beurteilung von Lernkontrollen sowie für das Lernen aus Leistungsmessung festgelegt. Diese Kriterien liegen für die meisten Fächer vor und werden den Schülern und Schülerinnen und Eltern zu Beginn eines jeden Schuljahres bekannt gegeben. Zudem sind sie auf der Homepage sowie im Schulplaner veröffentlicht.
Der Unterricht ist so organisiert, dass projektartiges Arbeiten in größeren Zeiteinheiten ermöglicht wird. Das Aufsuchen außerschulischer Lernorte sowie die Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen wie dem DLR und dem XLAB und der Göttinger Woche der Wissenschaft werden besonders unterstützt. Das Diakoniepraktikum, das Betriebspraktikum sowie die spezifische Ausgestaltung des Seminarfaches dienen der Lebenswelterschließung und der Berufsorientierung
Methoden, Medien und Kompetenzen
Die Lehrkräfte bevorzugen Unterrichtsmethoden, die das selbstständige Lernen der Schüler und Schülerinnen unterstützen. Sie machen die Ziele einzelner Unterrichtseinheiten transparent und leiten die Schüler und Schülerinnen zum kooperativen Arbeiten an. Sie sprechen die Unterrichtsprogression mit den parallel unterrichtenden Lehrkräften nach Möglichkeit ab und tauschen Anlage und Ergebnisse von Lernerfolgskontrollen miteinander aus. Schülerund Schülerinnen werden in ihrem Lernfortschritt gestärkt und ihre Arbeitsergebnisse werden angemessen gewürdigt, indem sie der schulinternen Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dazu wird mit den Schülern und Schülerinnen durch die Jahrgänge hindurch eine Präsentationskultur entwickelt.
Alle Fachräume und viele Klassenräume sind mit Beamern ausgestattet, sodass medien- und technikgestützte Unterrichtsformen möglich sind. An der Zuordnung von Fächern und Bausteinen des schuleigenen Methodencurriculums sowie Elementen der Medienerziehung wird gearbeitet.
25 Lehrkräfte sind in das zweijährige Fortbildungsprojekt SegeL (selbstgesteuertes Lernen) eingebunden. Sie lernen Unterrichtsmethoden kennen, die das selbstgesteuerte Lernen der Schüler und Schülerinnen unterstützen. An besonderen Methodentagen wird den Schülern und Schülerinnen ein Methodentraining angeboten.
Förderkonzept
Schüler und Schülerinnen haben ein unterschiedliches Lern- und Arbeitstempo. Durch die Bevorzugung von schülerorientierten Arbeitsmethoden wird dem individuellen Lernen>und Arbeiten Raum gegeben. Die Lernentwicklung jedes Schülers und jeder Schülerin der unteren Jahrgänge wird halbjährlich dokumentiert; die Dokumentation bildet die Grundlage für regelmäßige, lerngruppenbezogene Pädagogische Konferenzen, in der besondere Unterstützungsmaßnahmen für Schüler und Schülerinnen festgelegt werden.
Die Schule verfügt über ein Förderkonzept, das sowohl auf Lernbarrieren als auch auf besondere Begabungen abgestimmt ist. In den Jahrgängen 5 und 6 werden schwerpunktmäßig grundlegende Fähigkeiten der Selbstorganisation eingeübt; die Konzentrations- und Kommunikationsfähigkeit werden besonders gefördert.
Die Lehrkräfte geben den Schülern und Schülerinnen und den Eltern regelmäßig eine Rückmeldung zum Leistungsstand und ermutigen zur Inanspruchnahme von Fördermaßnahmen. Sie verweisen bei persönlichen und schulischen Problemen auf das schuleigene Beratungssystem Ginkgo und vermitteln die Aufnahme von Gesprächen. Methoden des Lions-Quest-Konzeptes werden nicht nur von Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern eingesetzt, sondern auch von vielen anderen Kolleginnen und Kollegen, um die Gesamtpersönlichkeit der Schülerinnen und Schüler zu stärken (42 ausgebildete „Lions-Quest-Lehrkräfte“). Verfügungsstunden geben Raum zur Förderung der Klassengemeinschaft und zur Festigung der Regeln für einen achtsamen Umgang miteinander.
IV. Unsere Schulkultur
In der HG-Charta hat die Schule dokumentiert, in welcher Weise Schüler und Schülerinnen, Lehrkräfte und Eltern zusammenwirken möchten. Alle sorgen dafür, dass das soziale Klima durch Wertschätzung, Toleranz und Zuverlässigkeit geprägt wird. Ein umfangreiches Beratungssystem unterstützt die Konfliktregelung. Das Beratungssystem Ginkgo umfasst den Anfangsbuchstaben gemäß die Elemente „Gespräche, Integration, Nachhaltigkeit, Kooperation, Gewaltlosigkeit, Organisation.“ Darin sind die Aktivitäten des Sozialpädagogen, der Beratungslehrer, Streitschlichter, Mediatoren, Eltern, Klassenlehrerinnen und -lehrer, des Koordinators 5/6 und der Präventions- und Sicherheitsbeauftragten integriert. Insbesondere der von der Schule aus budgetierten Lehrerstunden eingestellte Sozialpädagoge sowie die Beratungslehrer sind darin ausgebildet, Beratungs- und Konfliktgespräche professionell zu führen und die Lehrkräfte in ihrem erzieherischen Auftrag zu unterstützen.
Ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung und Entspannung sind Teil der Schul- und Lernkultur. In der Mittagspause sollen Angebote zur sportlichen Betätigung, zum Rückzug und zur Stillarbeit gemacht werden. Gesundheitserziehung und ein Drogenpräventionsprogramm unterstützen die verantwortliche Lebensführung der Schüler und Schülerinnen.
Schüler und Schülerinnen werden ermutigt, Verantwortung zu tragen, indem sie Klassenämter übernehmen oder sich in Schulgremien engagieren. Die Schülervertretung wird besonders von der Schule durch Zuweisung von Raum, Tagungszeit und Etat unterstützt. In allen Schulgremien sind Schüler- und Elternvertreter beteiligt. Die Rolle der Gesamtkonferenz wird weiterhin besonders geschätzt. Der Schulvorstand arbeitet sachlich und effizient; beide Gremien stimmen sich in Entscheidungsprozessen ab. Der Schulelternrat wird von der Schulleitung regelmäßig informiert und ergreift seinerseits Initiativen durch Anträge an Schulleitung und Gesamtkonferenz. Neben den im Schulgesetz vorgesehenen Gremien haben sich vor allem folgende Einrichtungen zur Förderung der Information und der Kommunikation bewährt:
- Pädagogische Konferenzen auf Bereichs- oder Schulebene
- Pädagogische Runde
- Elternbriefe
- Regelmäßige Informationen und Sitzungen der Schüler- und Elterngremien
Das Schuljahr wird durch besondere Veranstaltungen zeitlich strukturiert: Dem Tag der Offenen Tür schließt sich die Aufnahmefeier mit Einschulungsgottesdienst an, die Entlassungsfeiern für die Abiturienten werden sorgfältig gestaltet; das Schuljahr schließt mit einer öffentlichen Ehrung von Schülerinnen und Schülern, die für die Schule besondere Erfolge errungen haben. Weihnachtsgottesdienste beschließen das Kalenderjahr. Im Einzelnen bereichern folgende Elemente unser Schulleben:
- Schülerehrung zum Schuljahresende
- Präsentationskultur
- Gottesdienste
- „Weihnachtsdisko“
- Schulplaner
- Schulkleidung
- schoolwater
- von Schülerinnen und Schülern selbst organisierte Spenden- und Verkaufsaktionen
- Präsentation der Austauschprojekte
- Lesungen in der Bibliothek
Die Schule hält ihre Geschichte und ihre Verpflichtung auch durch künstlerische Gestaltung wach: Eine von Schülern entworfene und gestaltete Gedenkstätte erinnert an die jüdischen Schülerinnen des früheren Lyzeums, die in der Nazi-Diktatur ermordet wurden. Ein großflächiges Kunstwerk des Künstlers Gregory Sheehan reflektiert die Verpflichtung der unesco-projekt-schule, für die Menschenrechte einzutreten.
V. Unser Schulmanagement
Die Mitglieder der Schulleitung treten mehrfach wöchentlich zu Arbeitssitzungen zusammen; Entscheidungsprozesse werden kooperativ gestaltet. Die Schulleitung arbeitet als Team mit klarer Arbeitsaufteilung.
Die Schulleitung informiert das Kollegium regelmäßig und umfangreich; zwischen den Gremiensitzungen ergänzen schriftliche Ausführungen den Informationsbedarf. Strategische Entscheidungen werden intensiv mit dem Kollegium vorbereitet
Die Schulleitung nimmt Wünsche zur Unterrichtsverteilung entgegen und bemüht sich den Unterrichtseinsatz ausgewogen zu organisieren. Auf persönliche Bedingungen wird Rücksicht genommen. Die Schule unterstützt neu eintretende Lehrkräfte intensiv. Die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Personalrat beruht auf Vertrauen, Sachkenntnis und Übereinstimmung in den Zielen der Schulentwicklung. Die Schule verfügt über ein Vertretungskonzept, das die Unterrichtsausfälle reduziert und die zusätzlichen Belastungen für die Lehrkräfte in Grenzen hält.
Die Schulleitung koordiniert den Prozess der Qualitätsentwicklung (Steuergruppe, Schulvorstand, Projektgruppen und Gesamtkonferenz). Die regelmäßige Evaluation durch SEIS (Selbstevaluation in Schulen) gibt Aufschluss über Wirkungen von Maßnahmen.
Die Schule verfügt über ein gut qualifiziertes Verwaltungspersonal; mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen werden regelmäßig Dienstbesprechungen durchgeführt. Die schulischen Ressourcen werden effektiv eingesetzt; mehrere Ausschüsse treffen Entscheidungen zur Verwendung, sodass die Transparenz gegenüber Lehrkräften, Schülerinnen, Schülern und Eltern hergestellt ist.
Die Schulleitung trägt in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsschutzausschuss, dem Sicherheitsausschuss und den zuständigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung Sorge für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler. Sie achtet zusammen mit dem Personalrat auf die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen und unterstützt das Gesundheitsmanagement an der Schule.
VI. Unsere Lehrkräfte und Mitarbeiter
Die Personalentwicklung ist strategisch auf Ziele und Anforderungen der Schule und ihrer Entwicklung ausgerichtet. Die Personalauswahl erfolgt nach Kriterien des Leitbildes und Schulprofils. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass die ausgewählten Lehrkräfte das
unesco-Schulprofil unterstützen und Bereiche benennen, in denen sie sich engagieren wollen. Die Personalsituation wird regelmäßig mit der Personalvertretung erörtert; an den Bewerbungsverfahren werden die Fachobleute, der Personalrat und die Frauenbeauftragte beteiligt.
In der Schule gilt ein Personalkonzept zur Einführung neuer Lehrkräfte; Unterstützungsmaßnahmen sind für die Dauer eines Jahres detailliert festgelegt. Die Schule verfügt über ein Fortbildungskonzept, in dem das Verfahren zur Schwerpunktsetzung beschrieben ist. Die Schulleitung unterstützt den Fortbildungswillen der Lehrkräfte durch Freistellung vom Unterricht und durch eine geeignete Vertretungsregelung.
Die Mitglieder von Ausschüssen und Projektgruppen werden grundsätzlich in der Gesamtkonferenz gewählt. Entstehen in der Schulentwicklung neue Aufgaben, für die ein Verantwortlicher gesucht wird, so wird diese Funktion von der Schulleitung ausgeschrieben. Die Vergabe von Entlastungsstunden wird zwischen Schulleitung und Personalvertretung beraten. Die Stellenbeschreibung für Neueinstellungen und Beförderungsstellen wird zwischen Schulleitung und Personalvertretung abgestimmt.
Die Schulleitung respektiert die Verantwortung der einzelnen Lehrkraft für die Durchführung des Unterrichts. In Konfliktfällen greift sie unterstützend und korrigierend ein.
VII. Wie wir uns entwickeln wollen
In dem von der Gesamtkonferenz verabschiedeten Leitbild hat sich die Schulgemeinschaft auf pädagogische Grundsätze und Werte verständigt.
Auf dieser Grundlage werden Entwicklungsziele zwischen Steuergruppe und Schulleitung abgestimmt und der Gesamtkonferenz zur Beschlussfassung vorgelegt. Die Gesamtkonferenz oder der Schulvorstand setzt Projektgruppen zur Erreichung der Entwicklungsziele ein. Die Aufträge an die Projektgruppen enthalten eine klar begrenzte Aufgabe, versehen mit konkreten Zeitvorgaben. Die Mitglieder der Projektgruppen sorgen für eine fortlaufende vollständige Information an die Schulgremien. Nach Abschluss der Projektphase werden die Ergebnisse bilanziert und nach angemessener Zeit evaluiert.
Als Teil des Netzwerks Eigenverantwortliche Schule in der Stadt Göttingen arbeitet die Steuergruppe regelmäßig mit den Steuergruppen der anderen Gymnasien zusammen.
Die Schule setzt das Evaluationsinstrument SEIS regelmäßig ein und identifiziert nach einer umfassenden Auswertung Stärken und Schwächen in der Schulqualität. Priorität erhalten Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichts- und Erziehungsarbeit.
VIII. Unsere Entwicklungsziele
- Die Schule gibt sich einen nach Jahrgängen geordneten Jahresarbeitsplan, in dem die Lerninhalte aller Fächer so miteinander vernetzt sind, dass themenorientiertes, projektorientiertes, fächerübergreifendes Unterrichtshandeln den Schulalltag bestimmt. Darin integriert sind alle Bausteine aus dem Medien- und Präventionskonzept sowie aus dem Methoden- und unesco-Curriculum.
- Das Schulgebäude wird schrittweise so umgestaltet, dass es als Lebensraum gesehen wird, vielseitige Tätigkeiten ermöglicht und der Aufenthalt darin als angenehm erlebt wird. Insbesondere sollen Schüleraufenthaltsräume geschaffen werden, die den Anforderungen einer Ganztagsschule gerecht werden.
- Im Lehrerkollegium werden Teamstrukturen in der Weise geschaffen, dass ein kooperativer Arbeitsstil zur Selbstverständlichkeit wird.
- Die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte werden so gestaltet, dass sowohl die Arbeitssicherheit als auch besonders die Gesundheitsförderung gewährleistet sind.
Was wir uns konkret für die nächsten zwei Schuljahre (2009/10 und 2010/11) vorgenommen haben:
- Die Projektgruppe Leistungsmessung beendet ihren Auftrag, indem sie dafür sorgt, dass die bereits beschlossenen Kriterien zur Leistungsmessung fachspezifisch nach einheitlichen Gesichtspunkten konkretisiert werden.
- Jede Fachgruppe beschließt einen schuleigenen Arbeitsplan auf der Grundlage der Kerncurricula bzw. der vorläufigen curricularen Vorgaben der Landesregierung.
- Eine Projektgruppe, die aus Lehrkräften der drei Aufgabenfelder (sprachlich-künstlerisches, gesellschaftswissenschaftliches und naturwissenschaftliches Aufgabenfeld) gebildet wird, schlägt einen Netzplan vor: Festlegung eines Unterrichtsthemas pro Jahrgang, das - ausgedehnt auf 4 Schulwochen - aus der Perspektive mehrerer Fächer bearbeitet wird (UNESCO-Curriculum).
- Die an dem Fortbildungsprojekt Systematische Unterrichtsentwicklung teilnehmenden Lehrkräfte legen ein Methodencurriculum (Jahrgänge 5-7) vor; in ihm sind fachspezifische Unterrichtsmethoden festgelegt, die das selbstständige Lernen der Schüler und Schülerinnen ermöglichen und fördern. Anregungen aus der Präventionsarbeit sowie der Medienerziehung werden darin integriert.
- Die Schulleitung legt für die Klassenleitung ein Teammodell fest.
- Die Schulleitung entwickelt in Zusammenarbeit mit Lehrkräften der Kernfächer ein Fördersystem für die Jahrgangsstufen 5-7. In ihm soll die Zusammenarbeit zwischen Förderlehrkräften und Fachlehrkräften sowie das individuelle Lernen der Schüler und Schülerinnen besondere Berücksichtigung finden.
- Die Projektgruppe Zeitstruktur legt ein Stundenplanmodell vor, das das Lernen in größeren Zeiträumen ermöglicht. Zeitgleich legt der Schulvorstand die Stundenanteile pro Fach und Jahrgang fest, um das Lernen in größeren zeitlichen und sachlichen Zusammenhängen zu unterstützen. Pausengestaltung und die Fachfolge innerhalb des Ganztages werden so geordnet, dass Erkenntnisse der Lernpsychologie berücksichtigt werden. Der zur Zeit gültige Vertretungsplan wird so verändert, dass für Vertretungsstunden Arbeitsmaterial aus allen Fächern bereit steht; Schüler und Schülerinnen können auf diese Weise selbstständig und gemäß ihrem individuellen Lerntempo Unterrichtsstoffe wiederholen und vertiefen.
- Der Mensaausschuss legt einen Organisationsplan für die Inbetriebnahme der neuen Schulmensa vor und entwickelt ein umfassendes Verpflegungskonzept für Schülerinnen und Schüler. Zugleich eröffnet der Mensaausschuss Möglichkeiten zur multifunktionalen Nutzung der Schulmensa.
- Die Beauftragten für Neue Technologien erarbeiten eine Netzwerkstruktur für das Haupthaus, das eine zuverlässige und schnelle Datenübermittlung garantiert.
