FEIER - KUL -TOUR

Christian Jankowski, Bas Böttcher, Flooot, Festakt, Projekttage,
Alumni-Treffen, Magier Martin Lübcke - die Woche vom 23.-27. 5. 2016 war innerhalb der Veranstaltungsreihe zum 150. Geburtstag des HG mit sechs Events und zwei Projekttagen ein lohnender Kraftakt. Dazu ein paar rückblickende Eindrücke von Sabine Wiggert .


Christian Jankowski kommt am Dienstagabend in Turnschuhen und mit MacBook, ein sympathischer, freundlicher Mittvierziger, der sich offenbar sehr freut, an seiner alten Schule zu Gast zu sein. Ihm gegenüber auf der Bühne der HG-Aula sitzt, gut vorbereitet für den Kunst-Talk, ein witzig aufgelegter Holger Walleck, der Eindrücke von früher über den Schüler Jankowski schildert, dem heutigen Konzept-Künstler Fragen stellt und dabei sein eigenes Talent zum Humorvoll-Komischen erkennen lässt. Das Publikum fühlt sich gut unterhalten, der Künstler ist ein kreativer, ideenreicher Kopf. Jankowski ist es wichtig, durch seine Kunst Motivation zum Handeln zu bieten und damit u.a. zum Protest gegen Unmenschlichkeit anzuregen. Holger Walleck und den später dazu kommenden Schülern auf der Bühne beantwortet Jankowski die Frage: "Was ist Kunst"? mit: "Kunst ist, was man dazu macht"...und wenn man seine Begabungen nutzt und auch gegen Widerstände seinen Weg geht. Das alles scheint in seinem Fall gelungen, wie er anschaulich an Beispielen aus der bald stattfindenden Kunstbiennale in Zürich erläutert, die er kuratiert.
Ein kurzweiliger, interessanter Abend - übrigens mit lebendiger Livemusik einer neuen HG-Schüler-Band unter Leitung von Musiklehrer Mark Blockwitz.

 

 

Bas Böttcher ist Poetry Slammer. Er kommt am Dienstag zu einem Workshop mit Schülern einer Klasse 10 in die Schule und steht mittags auf der Bühne der HG Aula. Poetry Slam, das ist moderne Dichtkunst, mit Hiphop und Rap-Elementen vorgetragener Sprechgesang und Wortspiel im Wettbewerb, ähnlich den Redewettstreits der Antike. Böttcher kommt aus der Berliner Szene, in der der Slam entstanden ist. Und wie bei allen Slammern ist auch für ihn die Resonanz des Publikums bei der Performance wichtig. Das Aula-Publikum ist in seiner Aufmerksamkeit geteilt: bei einigen springt der Funke nicht über. Andere wiederum zeigen sich mit Fragen sehr interessiert an  der Wortkunst Bas Böttchers. Vielleicht muss man Schüler noch mehr für Sprache und ihre Feinheiten sensibilisieren, damit sie Böttchers sprachkritischen Wortkunstwerken folgen können. Es macht vielen an diesem Vormittag Spaß, seine feinen Beobachtungen und Mini-Vorträge zur Macht der Sprache, seine kreativen Wortschöpfungen, mit unbedingter Aufmerksamkeit zu hören.

Die Band "Flooot" rauscht am Donnerstagmittag etwas verspätet auf den HG-Schulhof, dann aber drehen die munteren Gute-Laune-Musiker auf und bringen Schüler und Lehrer in Tanzlaune. Für die Schülerinnen und Schüler ist der Auftritt der Band ein richtiges Highlight. Nicht zu vergessen: vorher trommeln die Besucher aus Korea beeindruckend. Als Zeichen interkultureller Verständigung kann man den mutigen Auftritt der Tanz - Gruppe der afghanischen Schüler sehen. Und die zwei Projekttage? In aller Kürze: die Ausstellung der Ergebnisse am Donnerstagmorgen zeigt ein beeindruckendes Potenzial von Kreativität unserer Schüler und phantasievolle Projekt - Ideen. Dank auch den Organisatoren und Organisatorinnen für die umfängliche Planungsarbeit.

Der Festakt am Donnerstagnachmittag ist das Kernstück der Jubiläumsfeierlichkeiten mit geladenen Gästen aus dem Kultusministerium, der Städtischen Schulverwaltung, den Kooperationspartnern des HG, Freunden, Eltern, Schülern, Vertretern der anderen Göttinger Gymnasien und ehemaligen und derzeitigen Kolleginnen und Kollegen. Die in der Planungsphase als abschreckend empfundene Vorstellung eines zweistündigen Grußwortmarathons führt zu einem Programm kurzweiliger, fröhlicher Feierlichkeit. In den überwiegend knapp gehaltenen Beiträgen kommt eine umfassende Würdigung der Arbeit der HGler zum Ausdruck, die nicht nur daher gesagt scheint, vielleicht auch, weil sie sich auf so wenige Redner beschränkt. Die Wertschätzung von außen tut gut. Diese Feier so zu gestalten, dass sie Spaß macht, dazu tragen neben Jazztified, überzeugend wie gewohnt mit sattem Bigband-Sound, auch die Schülerinnen des Sportkurses 11 von Evelin Schiffler bei. Sie tanzen in ausdrucksvoller Choreografie eine Geschichte von Streit, Versöhnung und Liebe. Gänsehautfeeling verbreiten mit zwei Gospel-Songs die Choristen und Choristinnen des M-Chors, von Sabine Hoppe geleitet.  Nach der kurzweiligen Veranstaltung können sich die Gäste noch mit selbst produziertem, schmackhaftem Fingerfood stärken, das Beate Bambynek mit ihren Schülern anbietet.

Der Freitag: zwei Veranstaltungen markieren das Ende der Woche. Ein buntes Treffen ehemaliger Schüler und Kollegen verschiedenster Jahrgänge lässt die Mensa am Nachmittag fast aus ihren Nähten platzen. Wiedersehensfreude und "Wir-Gefühl" bestimmen die Atmosphäre. Nicht wenige holen ihre Abi- Klausuren ab und der Alumniverein kann Mitgliederzuwachs verzeichnen.

Am frühen Abend steht mit Martin Lübcke ein weiterer besonderer ehemaliger HG-Schüler auf der Bühne. Er ist ein international bekannter Magier. Und seine Zaubershow erfreut nicht nur wegen der Kartenspieltricks oder wegen des Tischchens, das Schulleiter Georg Bartelt und seine Stellvertreterin Angelika Reese mit Martin zusammen auf der Bühne zum Fliegen bringen. Martin Lübcke versteht es, mit der Unsicherheit des Gelingens zu spielen. Das Publikum bezieht er dabei häufig mit ein, schafft so eine leichte, freundliche Stimmung, die den Menschen nicht bloßstellt. Fast nebenbei erlebt man, dass das Kunststück gelingt. Die lange Schlange der Wartenden, die sich nach der eindrücklichen Zaubershow ein Autogramm holen, dokumentiert, dass hier einer "in seinem Metier" ist, ohne in die Star-Pose zu fallen.

Am Ende dieser intensiven HG 150 - Feierwoche steht, neben vielen anderen Eindrücken, die ganz subjektive Erkenntnis: Heute in den ehemaligen Schülern überaus sympathischen Menschen mit ganz eigenen, interessanten, spannenden und ungewöhnlichen Lebenswegen zu begegnen, ist, auch wenn man diese Menschen früher nicht unterrichtet hat, eine Glückserfahrung besonderer Art. Und vielleicht ist es in dem Sinne typisch für unsere Schule, dass sie den einzelnen Menschen so würdigt und er sich daher später seiner Schule verbunden fühlt. Für alle, die da waren, war dieses in der vergangenen Feierwoche spürbar. Wer nicht dabei sein konnte, hat etwas verpasst!


Gelegenheit, bei weiteren Highlights des Schullebens dabei zu sein besteht!    

Die nächsten HG 150-Veranstaltungen:

Dienstag, 31.5.,  19h, Dr. Werner Bartens ( Abi 1985) spricht über die Macht der Empathie,
Freitag, 3.6., 11.30h, Sport-Talk in der Aula mit Pauline Bremer und anderen bekannten Sportlern, die unsere Schule besucht haben;

19 h Konzert der HG –Chöre

Dienstag, 7.6., 19 h, Konzert der Nachwuchskünstler;
Mittwoch, 8.6., 19 h, Lesung mit der Ex- HG-Schülerin und heutigen Schriftstellerin Nora Bossong.