Cyber-Mobbing – Was ist das?

Hierunter versteht man das über einen längeren Zeitraum absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel.

Unterschiede zum „einfachen“ Mobbing und Formen von Cyber-Mobbing:

  • Eingriff rund um die Uhr in das Privatleben: Cyber-Mobbing endet nicht nach der Schule. Weil sogenannte Cyber-Bullies rund um die Uhr über das Internet oder das Handy angreifen können, wird man auch zu Hause von ihnen verfolgt.

  • Das Publikum ist unüberschaubar groß und Inhalte verbreiten sich extrem schnell: Nachrichten oder Bilder, die elektronisch herumgeschickt werden, sind, sobald sie online sind, nur schwer zu kontrollieren. Sie können leicht von einem Internetportal in ein anderes kopiert werden. Inhalte, die man schon längst vergessen hat, können immer wieder an die Öffentlichkeit gelangen.

  • Fake-Accounts/ Fake-Profile: Falsche Nutzerprofile, die nur zu dem Zweck eingerichtet werden, die Betroffenen lächerlich zu machen und Gerüchte zu verbreiten.

  • Fotos und Filme: Das Hochladen von Fotos oder Videos, die jemanden in einer peinlichen Situation zeigen und sie oder ihn so blamieren – egal, ob eine reale Situation dokumentiert wird oder das Bild manipuliert ist.

  • Hass-Gruppen: Unter Slogans wie „Wir hassen ...“ versammeln sich MitschülerInnen, die sich klar gegen jemanden positionieren, Gerüchte in der Gruppe verbreiten und über die betreffende Person lästern.

  • Kommentare: Gehässige oder diskriminierende Kommentare unter den Fotos oder auf der Pinnwand des Profils können die Betroffenen verletzen und werden durch das Internet einem großen Publikum zugänglich gemacht, das weit über die Klasse oder Schule hinaus gehen kann.

Quellen:
Vgl. Weisser Ring (Hg.) (2012): Thema Cyber-Mobbing (Broschüre).
Vgl. Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (Hg.) (2014): Cyber-Mobbing. Medienkompetenz trifft Gewaltprävention. S. 12.

 

 

Sexting - Was ist das?

„Sex“ und „Texting“ wird zu „Sexting“ und meint den freiwilligen, privaten Austausch selbst produzierter erotischer Fotos des eigenen Körpers und erotischer Kommunikation via Handy oder Internet. Die Bilder reichen von leicht erotisch bis eindeutig sexuell. Oft werden diese Bilder innerhalb realer intimer Beziehungen ausgetauscht. Sexting ist nicht zu verwechseln mit dem Versenden von anonymen erotischen oder pornografischen Darstellungen. Wichtige Merkmale sind, dass die Fotos freiwillig entstanden sind, für eine ausgewählte Person oder Personengruppe bestimmt ist und dieser freiwillig zugänglich gemacht werden.

Gelangen intime Fotos ins Netz und auf Handys von MitschülerInnen, lässt sich dies nicht mehr rückgängig machen. Das Risiko, dass Bilder öffentlich und von allen gesehen werden, besteht immer.

Quelle: Vgl. Pro Juventute (2015): Alles über Sexting. Internetdatei: http://www.projuventute.ch/Alles-ueber-Sexting.3304.0.html.

 

 

Unterschied Mobbing vs. Konflikt

 Mobbing

  • Funktioniert nur in einer bestimmten Bezugsgruppe und hat System: Es wird gezielt und über lange Zeit gemobbt

  • Jedes Gruppenmitglied hat eine Rolle:

  • Es gibt … gemobbte Betroffene und mobbende Täter

  • … Mitläufer, die profitieren und eine Mobbinghandlung unterstützen

  • … passive Zuschauer, die durch Wegsehen Mobbing unterstützen und froh sind, nicht selbst Opfer zu sein

  • … Eingreifer, die Zivilcourage zeigen, aber sich oft ohne Unterstützung nicht trauen zu helfen

  • Daher sind Mobbingvorkommnisse immer mit der ganzen Klasse zu bearbeiten

 

Konflikt

  • Kann spontan zwischen zwei Personen auftreten oder sich über längere Zeit zusammenbrauen

  • Selten sind andere involviert, es sei denn, Freunde werden informiert

  • Kann jedoch das Klassenklima beeinflussen, wenn sich die „Streitenden“ nicht mehr vertragen wollen

  • Individuelle Konflikte sind in einer Streitschlichtung (Mediation) lösbar, wenn die Konfliktpartner freiwillig um Hilfe bitten

 

 

 

Signale, die auf Mobbing hinweisen

  • Verhaltensänderungen: Rückzug, Aggressivität oder ungewöhnliches Verhalten

  • Leistungsabfall: Leistungsverweigerung; schlechte Schulnoten, Probleme bei der Hausaufgabenerledigung

  • Isolierung und Ausgrenzung: z.B. beim Sport zuletzt in eine Gruppe gewählt, Betroffene sitzen in der Klasse allein etc.

  • Vermeidungsverhalten: z.B. Betroffene häufig als letzte oder zu spät in den Unterricht; sie wollen nicht in die Pause etc.

  • Sicherheit und Schutz: z.B. Betroffene suchen auffällig die Nähe zu Lehrkräften; verstecken sich auf der Toilette etc.

  • Anpassungsversuche: Betroffene verteilen Geschenke an MitschülerInnen; lachen obwohl sie geärgert werden etc.

  • Sündenbock“: Es wird über bestimmte SchülerInnen gesprochen; immer der/die gleiche wird beschuldigt

  • Fehlen und Beschädigen von Schulsachen: Betroffenen fehlen häufiger Schulsachen oder diese Dinge werden beschädigt oder versteckt

  • Fehlzeiten und Schulverweigerung: Betroffene haben Angst zu Schule zu gehen, schwänzen, wollen nicht an Ausflügen teilnehmen etc.

  • Körperliche und psychische Reaktionen: Betroffene zeigen Konzentrations- und Lernstörungen, Antriebslosigkeit, geduckte defensive Körperhaltung; im schlimmsten Fall kommt es zu Autoaggression wie Ritzen