„Du musst nach vorne denken, Bruder.“

 

Am Donnerstag, den 05. November 2015 gab es am Hainberg Gymnasium zwei sehr gut besuchte Vorstellungen des Filmes „Morgenland“, der in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen des „Boat people projektes“ entstanden ist. Während es morgens eine schulinterne Vorstellung vor allem für den gesamten zehnten Jahrgang gab, war abends die Aula für alle InteressentInnen offen. Erfreulicherweise fanden auch hier ca. 150 Menschen ihren Weg ins Hainberg Gymnasium. Während vormittags nur zwei der Darsteller anwesend sein konnten, waren abends fast alle DarstellerInnen des Filmes persönlich anwesend, zudem standen (wie auch schon vormittags) die MacherInnen des Filmes (Regie: Sonja Elena Schröder und Thomas Kirchberg, Text: Luise Rist, Musik: Hans Kaul) Rede und Antwort. Alle ZuschauerInnen erlebten einen sehr emotionalen Abend, der dennoch nie ins Pathetische abglitt. Nach dem Film, in dem Jugendliche aus Afghanistan, Eritrea, Kurdistan, Somalia und Syrien, die inzwischen in Göttingen leben, ihre Lieblings- und Sehnsuchtsorte vorstellen, gab es noch Livemusik: Hans Kaul begleitete Abiwahad Abdi aus Somalia und Bushkin Ali aus Syrien am Klavier und fast alle Jugendliche des „Boat people people“ standen am Ende des Filmes gemeinsam auf der Bühne. Eine besondere emotionale Note bekam der Abend dadurch, dass Bushkins Mutter anwesend war, die erst vor einer Woche mit dem Rest der Familie den gefährlichen Weg von Syrien nach Deutschland hinter sich gebracht hatte. Als Bushkin auf der Bühne das erste Lied seiner Mutter widmete, die an dem Tag auch noch Geburtstag hatte, war die Stimmung in der Aula des Hainberg Gymnasiums ein schönes Abbild der viel beschworenen Willkommenskultur- und so manches Auge wurde feucht.

Vielen Dank an die FilmemacherInnen und an die Jugendlichen des „Boat people Projektes“ für den schönen Film und dafür, dass wir den Film bei uns an der Schule zeigen durften – und vielen Dank an alle Zuschauerinnen und Zuschauer für ihr Interesse. Lasst uns Dawit aus Eritrea folgen, der in dem Film sagt:

 „Überall gibt es Grenzen. In meinem Kopf sind die Grenzen offen und ich kann alles denken.“