Side Event zur Welterbebildung im Rahmen der 39. Sitzung des Welterbekomitees in Bonn

Vom 28.6.-08.07.2015 fand in Bonn die '39th Session of The World Heritage Committee' statt. Dort wurde über die Verleihung oder Aberkennung des UNESCO-Welterbetitels entschieden und Beschlüsse zu gefährdeten Welterbestätten gefasst. Auch das Hainberg-Gymnasium wurde zum Side Event am 30. Juni 2015 mit dem Thema 'World Heritage in Formal Education- German Experiences' eingeladen. 

Voller Vorfreude auf diese große internationale Tagung haben wir uns bereits am 29.6.2015 auf den Weg nach Bonn gemacht. Durch ein gemeinsames Abendessen mit der Schülergruppe der Ernst-Reuter-Gesamtschule aus Berlin, die ebenfalls am Side Event teilgenommen hat, haben wir schnell neue Kontakte geknüpft. Um möglichst viele Eindrücke gewinnen zu können, sind wir früh am nächsten Morgen zum World Conference Centre Bonn (WCCB) gefahren. Vor dessen Tür wurden wir sogleich von Greenpeace-Aktivisten in Empfang genommen, die auf die Zerstörung des Great Barrier Reefs und der Wrangel Island- Lebensraum für viele Eisbären- aufmerksam machten. 
Nach einer ausgiebigen Sicherheitskontrolle durften wir dann endlich das WCCB betreten. Wir waren beeindruckt von der Vielzahl der Kulturen, die hier aufeinander trafen. Die 191 Unterzeichnerstaaten der UNESCO-Welterbekonvention wählen 21 Staaten in das Welterbekomitee. Bis zu unserem Side Event hatten wir noch ein wenig Zeit, um uns umzuschauen und die Sitzung des Welterbekomitees zu verfolgen. An dieser Stelle hat man gemerkt, welche Bedeutung dieses Event für die UNESCO hat, da viele wichtige Entscheidungen auf internationaler Ebene bezüglich der Welterbestätten getroffen wurden.

Um 13 Uhr war es dann auch für uns endlich so weit! Im Side Event wurden beispielhaft sieben UNESCO-Projekte aus dem Bildungssektor vorgestellt. Wir, das Hainberg-Gymnasium, präsentierten unsere Partnerschaft mit dem Kloster Lorsch, der Daewon Foreign Language High School in Seoul und dem südkoreanischen Kloster Haein- Sa. Zwei Schülerinnen der Ernst-Reuter-Schule in Berlin, ebenfalls eine UNESCO-Projektschule, stellten das Ergebnis des 3. Welterbe-Workshops für Schülerinnen und Schüler der UNESCO-Projektschulen vor, der alle zwei Jahre von der Koordination Welterbeerziehung veranstaltet wird. Der Workshop mit dem Titel 'Museum in a Suitcase' fand 2014 in der Hansestadt Stralsund statt.

Unsere Präsentationen erhielten großen Zuspruch und viele positive Rückmeldungen, da außer uns wenige Schüler über die UNESCO-Arbeit an ihren Schulen berichteten.

Anschließend gab es die Möglichkeit, sich an Infotischen weitergehend zu informieren und ins Gespräch mit den anderen Referenten und Interessierten zu kommen.
Beim Mittagessen lernten wir zufällig Christina Cameron, eine Kanadierin, kennen. Sie erzählte, dass sie selber schon einmal eine ähnliche Konferenz als Chairperson angeleitet hatte und außerdem 2013 ein Buch mit dem Titel 'Many Voices, One Vision: The Early Years of the World Heritage Convention' geschrieben hat.
Bald darauf mussten wir jedoch schon wieder die Heimreise antreten. Nach einigen Zugverspätungen kamen wir am Abend müde und erschöpft, aber zugleich um viele Erfahrungen reicher und vollkommen zufrieden in Göttingen an. Am beeindruckensten war es wohl, so vielen Ländern, Kulturen und Sprachen an einem Ort zu begegnen, ins Gespräch zu kommen und neue Erkenntnisse mit nach Hause zu nehmen.

Marlene L. und Birte W. vom Hainberg-Gymnasium, Göttingen - Marina S. und Karina S. von der Ernst-Reuter-Schule, Berlin - Claudia Brigitte Wilhelm, Bundeskoordinatorin der UNESCO-Projektschulen, Berlin - Monika Kleineberg, Koordination Welterbeerziehung der UNESCO-Projektschulen, Göttingen - Anna S. Praktikantin der Bundeskoordination, Berlin