Liebe Leserinnen und Leser dieses Textes,

dies ist ein Bericht über das Vamos Camp 2017 von terre des hommes, das vom 15.09.-18.09.2017 im BaseCamp Bonn stattgefunden hat. Terre des hommes ist eine Organisation, die sich dafür einsetzt, dass die Kinderrechte auf der ganzen Welt umgesetzt werden.

Normalerweise finden die Aktionen von terre des hommes eher in kleineren Gruppen oder auch mit Schulkursen u.ä. statt. In diesem Fall ging es jedoch um das jährlich stattfindende Vamos Camp, welches rund um den Kinderrechtstag stattfindet. Beteiligen können sich hierbei Kinder und Jugendliche von allen Schulen deutschlandweit bzw. Kinder und Jugendliche, die schon einmal etwas mit terre des hommes zu tun hatten oder haben.

Dieses Jahr war es jedoch ein besonders großes Camp, da terre des hommes 50 Jahre alt geworden ist. Insgesamt waren es um die hundert Kinder und Jugendliche, die teilgenommen haben und das Ganze hat im oben genannten BaseCamp in Bonn stattgefunden. 

Das BaseCamp war, das muss ich einfach zugeben, wirklich der Hammer! Es besteht aus einer großen Halle in der überall alte Wohnwagen, Autos, Busse,... zu Unterkünften, in denen man schlafen kann, umgebaut wurden.

Und jedes der ursprünglichen Verkehrsmittel ist irgendwie individuell, nach einem Thema, zu einem Kunstwerk kreiert worden. Das Beste waren jedoch für mich die Workshops und der Freiraum, den man individuell nutzen konnte und der mich auf der künstlerischen Ebene inspiriert und weitergebracht hat. Auch die Leute waren alle irgendwie cool. Wir waren zwar alle unterschiedlich, aber in einem waren wir doch gleich: unserer Meinung, dass die Kinderrechte auf der ganzen Welt noch viel zu wenig geachtet werden. Das bringt mich letztendlich auch zu den Workshops. Ich habe den Workshop ökologische Kinderrechte und den Workshop 30.000.000 children on the move besucht. Im ersten Workshop haben wir über die Ausbeutung von Kindern gesprochen, also wie Kinderarbeit, z.B. auf einer Baumwollplantage von einigen Erwachsenen ausgenutzt werden. Wir haben auch viel diskutiert (also voll mein Ding) und letztendlich sogar etwas gepflanzt.

Im zweiten Workshop ging es dann um die Lage geflüchteter Menschen bzw. hauptsächlich um die geflüchteten Kinder. Es war wirklich interessant zu sehen welche Länder bzw. Kontinente weltweit am meisten geflüchtete Menschen aufnehmen bzw. wohin am meisten Menschen fliehen. Interessanterweise nimmt Deutschland, im Vergleich zu vielen anderen, meistens deutlichen ärmeren Ländern, ziemliche wenige Geflüchtete auf, obwohl man ja immer hört, dass Deutschland ja sooo viele Flüchtlinge aufnimmt und sich auch viele Menschen über die „hohe Zahl“ beklagen.

Dabei ist Deutschland nicht einmal unter den ersten zehn Aufnahmeländern (siehe Grafik)

Sehr gefallen hat mir auch, dass ich mit einer geflüchteten Frau aus dem Irak sprechen konnte. Sie hat mir erzählt, was für Probleme sie, nachdem sie hierher nach Deutschland gekommen ist, mit dem IS bekommen hat (vorher natürlich auch schon) und ich hoffe wirklich, dass es auch bald ihre Familie raus aus den Kriegsgebieten schafft.

Da es ja eigentlich um Kinderrechte ging, komme ich jetzt noch einmal auf unsere Projekte zu sprechen. Bei den meisten Projekten konnte man eigentlich  immer freiwillig mitmachen, aber ein großes Projekt, das fast alle mitgestaltet haben, war ein großes Bild, auf dem jeder, der Lust hatte, etwas zu den Kinderrechten malen konnte. Am Ende sah es sehr gelungen aus und wurde von uns  am Kinderrechtstag der Stadt Bonn übergeben.

Johanna Wolter