"Von der Utopie zur Realität"

Seit 1999 gibt es einen Sprach-Kulturaustausch zwischen dem Hainberg-Gymnasium in Göttingen und dem Colegio Pestalozzi in Sucre/Bolivien. Diesen Kontakt hat der Förderverein BOLIVIEN e.V. Göttingen hergestellt. Das Projekt "Von der Utopie zur Realität" geht inhaltlich über einen Sprach-Kultur- Austausch hinaus.

Ziel dieses Projektes ist es, Jugendliche in NORD und SÜD für Entwicklungsthemen (soziale, ökonomische, ökologische, politische und kulturelle Aspekte) zu interessieren und für ein nachhaltiges Engagement zu gewinnen. Schwerpunkt des Projektes ist die gemeinsame jeweils vierzehntägige Arbeit in Sozialen Einrichtungen in Sucre/Bolivien und in Göttingen/Deutschland.

El Hogar "Tata San Juan de Dios" wurde am 27. Februar 1997 gegründet. Dort leben Kinder im Alter von null bis fünf Jahren. Momentan arbeiten 20 Angestellte dort. Darunter sind zwei ausgebildete Kindergärtnerinnen, die mit den Kindern verschiedene Aktionen durchführen. Außer den Angestellten kommen viele Freiwillige, die ebenfalls mithelfen. Die Mehrzahl der Freiwilligen kommt aus dem Ausland. Die Angestellten verdienen etwa 500 Bolivianos im Monat, umgerechnet sind das etwa 55 Euro. Die Bezahlung erfolgt regelmäßig, was für bolivianische Verhältnisse durchaus zu würdigen ist. Des Weiteren verfügen die Angestellten über eine Sozialversicherung, auch dies ist in Bolivien nicht als selbstverständlich anzusehen. Eine bestimmte Qualifikation oder Ausbildung ist keine Vorraussetzung für einen Arbeitsplatz dort.  Die Institution wird von Spenden finanziert. Ein Träger ist die katholische Kirsche, weitere Spendengelder kommen aus Spanien. Das Kinderheim ist in zwei Etagen aufgeteilt. Im oberen Bereich leben die ganz kleinen Kinder von null bis drei Jahren. In der unteren Etage leben die Kinder von drei bis fünf Jahren. Zurzeit befinden sich auf der oberen Etage 15 Kinder, unten leben 20 Kinder. Wenn die Kinder ihr fünftes Lebensjahr beendet haben, kommen sie in ein anderes Kinderheim. Mädchen und Jungen werden dann getrennt. Das Kinderheim ist sehr freundlich und liebevoll eingerichtet. Es gibt zwei Schlafsäle. Der Schlafsaal für die Kinder im Alter von null bis drei Jahren dient ebenfalls als Spielzimmer. Außerdem gibt es ein Bastelzimmer. Dies ist ebenfalls bunt und kindergerecht eingerichtet. Draußen befindet sich ein kleiner Spielplatz mit Rutsche, Schaukel etc. Ein Speisesaal und einen Raum, wo die Kinder gewickelt werden gibt es außerdem.

Das „Instituto Psicopedagógico“ ist eine relativ große Einrichtung, die bereits seit vielen Jahren besteht und beständig wächst. Inzwischen arbeiten dort ungefähr 135 Leute verschiedenster Ausbildung und die Anzahl der betreuten Personen beträgt 276. Die Institution finanziert sich durch Projekte und bekommt finanzielle Unterstützung von der Regierung und aus Holland. Das „Instituto Psicopedagógico“ besteht aus mehreren Gebäudekomplexen: der Psychiatrie, der „Residencia“, wo die Jugendlichen wohnen, und der „Pediatría“. Die Pediatría, in der das Praktikum stattfindet, ist der Teil des Instituts, in dem die Kinder von 0 bis 10 Jahren tagsüber bleiben oder auch wohnen. Die Kinder dort haben die verschiedensten Behinderungen. Das Ziel des „Instituto Psicopedagógico“ ist den Kindern, die dorthin kommen ein besseres Leben zu schenken.