Sichtwechsel: Straßenkind für einen Tag

Pressemitteilung zur Aktion „Straßenkind für einen Tag“ am 18. November 2010

Wir, der UNESCO-Kurs des 8. Jahrgangs am Hainberg-Gymnasium, werden am Donnerstag, den 18. November von 9.30-12.30 Uhr rund um das Gänseliesel den Aktionstag „Sichtwechsel – Straßenkind für einen Tag“ durchführen.

Göttinger Tageblatt, 18.11.2010

Im Mittelpunkt steht dieses Jahr die Situation der Straßenkinder in Bolivien. Viele Leute in Bolivien ziehen aufgrund ihrer Armut mit der Hoffnung auf einen Arbeitsplatz in die Stadt. Aufgrund dessen sind die Kinder meist alleine und laufen von Zuhause weg. Mittlerweile gibt es in Bolivien ca. 800 000 Straßenkinder, die sich mit Schuhe- Putzen, Müll sammeln, Zeitungen verkaufen etc. durchschlagen. Viele von ihnen geraten in einen Teufelskreis aus Drogen und Alkoholkonsum.

Um auf die Situation dieser Kinder aufmerksam zu machen und sie zu unterstützen, haben wir uns dafür entschieden, selbst einen Tag lang in die Rolle eines Straßenkinds zu schlüpfen. Wir werden einen Infostand aufbauen und versuchen Geld zu verdienen und zu sammeln durch Schuheputzen, kleine Dinge zu verkaufen und Spenden sammeln. Dieses Geld geben wir der Fundacion La Paz, einem Projekt von Terre des Hommes, das sich um Mädchen und Jungen auf den Straßen von La Paz, der Hauptstadt Boliviens, kümmert. Hier können Kinder und Jugendliche Unterstützung finden und haben neue Lebenschancen, z.B. in die Schule zu gehen und eine Ausbildung zu machen.

Anlass für die Aktion ist der Jahrestag der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention durch die UNO.

Der Lehrer, der die Aktion betreut, ist Hr. Leffler. - Lena Scheel, Klara Podzuweit, Birte Wettig und Luca Kohlmann, 8. Jahrgang HG

 

Erfahrungsberichte

Am Donnerstag den 18.11.2010 haben wir von 9:00 bis 12:30 den „Sichtwechsel“ durchgeführt. Beim Sichtwechsel sind wir eine WPU Unesco Klasse in die Stadt zum Gänseliesel gegangen und haben Straßenkind für eine Tag gespielt. Wir sind dorthin gegangen und haben unseren Infostand aufgebaut. Meine Freundin und ich haben unseren Schuhputzstand aufgebaut. Manche hatten auch Bauchläden dabei, wo wir Schuhputztücher und Aufkleber oder so etwas reingetan haben. Ein paar sind auch mit einer Spendendose rumgegangen und haben die Leute gebeten für »Fundación La Paz« zu spenden. Dies ist eine Organisation, die Straßenkindern in Bolivien hilft der Straße den Rücken zuzukehren und verpatzte Schuljahre aufzuholen.

Da standen wir also meine Freundin und ich. Wir haben verschiedene Leute gefragt ob wir ihre Schuhe putzen dürfen. Die Reaktion der Leute war immer unterschiedlich. Manche haben uns ignoriert, aber die meisten haben etwas gespendet ohne sich die Schuhe putzen zu lassen. Einige meinten, den Straßenkindern in Deutschland müsse man zuerst helfen. Oder es gibt genug Straßenkinder HIER. Fast alle Leute wollten gar nichts darüber wissen, aber manche waren echt interessiert. Für mich war es eine interessante, aber auch schwierige Erfahrung wie es Straßenkindern beim betteln oder in der Kälte ergeht. (Alina Graf)

 

Am Donnerstag, den 18.11.2010 sind wir (der WPU-Kurs des 8. Jahrgangs) von 9:30-12:30 in der Göttinger Innenstadt gewesen. Wir hatten in der Stadt, am Gänseliesel einen Infostand aufgebaut und sind mit Sammelbüchsen und Bauchläden rumgegangen. Informationsmaterial hatten wir von terre des hommes. Mit der Aktion »Sichtwechsel« wollten wir Schüler, den Leuten zeigen wie schwer es manche Kinder in anderen Ländern haben und wie sehr sie auf sich selbst gestellt sind, wenn sie von Morgens bis Abends schuften müssen und das obwohl ein großer teil der Bevölkerung sie ablehnt. Das gesammelte Geld haben wir an die Organisation Fundación Las Paz gespendet. Die Fundación ist eine gemeinnützige Organisation, die sich um diese Kinder kümmert damit sie der Straße den Rücken kehren können, sie können dabei auch verschiedene Berufe lernen. In der Stadt haben wir den Leuten über die Straßenkinder informiert. Die Leute durften etwas spenden und sich auch etwas aus dem Bauchladen nehmen. Wir bildeten Gruppen, manche standen am Infostand andere gingen mit Sammelbüchsen und Bauchläden rum und andere putzten den Leuten die Schuhe. Das Projekt »Sichtwechsel« hat uns Spaß gemacht, da die Mehrheit der Leute sehr nett und hilfsbereit war und auch etwas spendete. Natürlich gab es auch Leute, die sich nicht überzeugen ließen, keine Zeit für uns hatten oder einen großen Bogen um uns gemacht haben. (Seinab Ameary)

 

Am 18.11.2010 haben wir vom Hainberg-Gymnasium einen Aktionstag auf dem Gänselieselplatz gemacht. Als wir dort waren haben wir uns die verschiedenen Aufgaben aufgeteilt:

1) Informationsstand 2) herumgehen mit Bauchläden 3) Flyer verteilen 4) Schuhputzstand.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele einfach weiter gegangen sind und uns ignoriert haben. Uns ist aufgefallen, dass die Omas am meisten gespendet haben und die Stundenten viele Fragen gestellt haben. Auf der einen Seite fanden die Leute unsere Aktion toll, auf der anderen Seite meinte viele, dass wir uns erst mal für die Straßenkinder in Deutschland einsetzen sollten anstatt für die Kinder in Bolivien. Außerdem haben wir gemerkt, dass Gestik und Mimik sehr wichtig ist, wenn man die Menschen auf der Straße erreichen möchte. Ein freundliches Lächeln und offene Hände sind vorteilhafter, als zum Beispiel ein ernstes Gesicht und verschränkte Arme. (Sana Hilgefort)

 

Am Donnerstag, den 18.11.2010 haben wir einen Aktionstag unter dem Motto »Straßenkinder in Bolivien« durchgeführt. Dabei haben wir viele unterschiedliche Erfahrungen der Reaktion der Menschen beim Ansprechen auf Spenden gesammelt. Hilfreich war es mit offenem Lächeln und mit einer höflichen Anrede auf die Leute zuzugehen. Außerdem haben zusätzliche Informationen über die Straßenkinder und das Projekt die Leute dazu veranlasst noch mehr oder etwas zu spenden. Die häufigste Ausrede der Nichtspendenden war, dass sie schon an andere Organisationen spenden, oder dass sie lieber an deutsche Bedürftige spenden. Oft haben sie auch bemängelt, dass die Dosen nicht verplombt waren. Uns allen hat der Aktionstag sehr viel Spaß gemacht! (Kaja, Paula, Birte, Luca und Klara)

 

Als wir am Donnerstag den 18.11.10 rund ums Gänseliesel spenden für Straßenkinder in Bolivien gesammelt haben, gab es viele Menschen, die ohne uns zu beachten, weiter gegangen sind und noch nicht mal auf unsre Anrede reagiert haben. Es war unglaublich wie viele Leute angeblich kein Geld dabei hatten oder ein Patenkind hatten für das sie schon spenden. Oft gab es auch Leute, die bei einem anderen von uns schon gespendet haben. Es gab aber auch Leute, die sich sehr gefreut haben etwas spenden zu dürfen und sich weiter über unsere Aktion informiert haben. Nur wenige haben sich etwas aus unserem Bauchladen genommen, und wenn, meist nur Strichhölzer, aber manche haben auch Infomaterial genommen wie Flyer und ähnliches, das waren aber nur wenige. (Arne)

 

Am Donnerstag den 18.November um 9:30 Uhr haben wir, der WPU-UNESCO -Kurs von Herrn Leffler, unsere Stände vor H&M auf dem Platz vor dem Alten Rathhaus aufgebaut. Wir hatten Plakate, Bauchkästen, Sammelbüchsen, Prospekte für Leute die sich informieren wollten und Kleinigkeiten wie Sticker, Streichhölzer usw. Außerdem hatten wir Schuhputzzeug mit, was wir vor dem Gänseliesel stehen hatten. Meist zwei aus unserem Kurs standen dort und haben Leuten, die vorbei kamen, angeboten deren Schuhe zu putzen, gegen ein paar kleine Spenden. Dann standen noch drei bis fünf Kinder an dem Stand und haben fragende Leute informiert, für was diese ganze Aktion ist und Flyer angeboten. Der Rest des Kurses ist mit Sammelbüchsen und Bauchläden durch die Stadt gegangen und haben anderen Leuten von den Straßenkindern in Bolivien, die eine Ausbildung und ein Dach über den Kopf bekommen sollen, informiert und haben jede Menge Spenden gesammelt. Diese Spenden gehen an die gemeinnützige Organisation »Fundación La Paz« in Bolivien, die den Straßenkindern ein besseres Leben ermöglicht. Die Jungen und Mädchen von der Straße sind dort in Häusern untergebracht, wovon es acht Stück in La Paz gibt. Dort können sie eine Ausbildung machen und wieder zur Schule gehen und sie können Tanz, Theater und Musik betreiben. Wir haben fast 500 Euro zusammen bekommen, mit den ganzen Spenden und das wird so schnell wie möglich zu dieser Organisation geschickt. Wir hoffen, dass mit diesem Geld den Kindern noch mehr geholfen wird und dass wir den Menschen da draußen gezeigt haben, dass es In Bolivien aber auch woanders Kinder gibt, den geholfen werden muss und wir sind glücklich, zumindest einigen Kindern geholfen zu haben. Uns hat diese Aktion Spaß gemacht und ich würde das auch noch einmal machen wollen, vor allem weil man sich da dann auch ein bisschen in das Leben von der Straße hereinversetzen kann und sieht wie schwer es die Kinder die auf der Straße leben haben. (Henrike)

 

Am 18.11.2010 haben wir Schülerinnen und Schüler vom HG einen Aktionstag »Sichtwechsel« vor dem Platz vorm Alten Rathaus in der Zeit von 9:30 bis 12:30 Uhr durchgeführt. Schon eine Woche vorher wurde eingeteilt, wer mit dem Bauchladen durch die Stadt läuft und dabei Spenden sammelt, wer am Info-Stand steht und den Leuten Informationen über die Straßenkinder in Bolivien gibt und wer den Leuten für 50 Cent die Schuhe putzt. Dabei sammelten wir viele wichtige Beobachtungen: Oft sind die Menschen, die wir ansprachen einfach nur an uns vorbei gegangen und haben einen großen Bogen um uns gemacht. Die Wenigsten sind stehen geblieben um uns ausreden zu lassen. Wenn wir Glück hatten, haben sie uns sogar eine kleine Spende gegeben, die oft nicht mehr als zwei Euro übertraf. Es gab auch Leute, die fünf Euro oder mehr spendeten, dass waren meistens die älteren Leute. Mit dem Schuhe putzen haben wir eher wenig verdient, da manche Leute anscheinend Angst hatten, dass wir keine Schuhe putzen könnten und so ihnen die Schuhe statt sauber eher dreckig machen würden. Trotzdem gaben uns manche Geld, weil sie es gut fanden, dass wir uns so für die Straßenkinder in Bolivien einsetzen. Manche waren aber auch ziemlich unhöflich und meinten, wir sollten uns eher für die deutschen Straßenkinder einsetzen. Das fand ich sehr schade, zwar bräuchten diese auch unsere Hilfe, aber das heißt ja nicht, dass die Straßenkinder in Deutschland es nötiger hätten, als die in Bolivien. Im Großen und Ganzen war der Vormittag sehr lehrreich und schön, vor allem konnte man sich dann besser in die Situation von Straßenkindern hinein versetzen. Sehr stolz sind wir auf den Betrag der Spenden von 484 Euro. (Jana Füllgrabe)

Der Erlös in Höhe von 484,00 € fließt in die terre des hommes- Projektarbeit.