Sichtwechsel: Straßenkind für einen Tag

Pressemitteilung zur Aktion „Straßenkind für einen Tag“ am 18. November 2011

Wir, der UNESCO-Kurs des 8. Jahrgangs am Hainberg-Gymnasium, werden am Freitag, den 18. November von 11.00-15.00 Uhr rund um das Gänseliesel den Aktionstag „Sichtwechsel – Straßenkind für einen Tag“ durchführen.

Im Mittelpunkt steht dieses Jahr die Situation der Straßenkinder in Bolivien. Viele Leute in Bolivien ziehen aufgrund ihrer Armut mit der Hoffnung auf einen Arbeitsplatz in die Stadt. Aufgrund dessen sind die Kinder meist alleine und laufen von Zuhause weg. Mittlerweile gibt es in Bolivien ca. 800 000 Straßenkinder, die sich mit Schuhe- Putzen, Müll sammeln, Zeitungen verkaufen etc. durchschlagen. Viele von ihnen geraten in einen Teufelskreis aus Drogen und Alkoholkonsum.

Um auf die Situation dieser Kinder aufmerksam zu machen und sie zu unterstützen, haben wir uns dafür entschieden, selbst einen Tag lang in die Rolle eines Straßenkinds zu schlüpfen. Wir werden einen Infostand aufbauen und versuchen Geld zu verdienen und zu sammeln durch Schuheputzen, kleine Dinge zu verkaufen und Spenden sammeln. Dieses Geld geben wir der Fundacion La Paz, einem Projekt von Terre des Hommes, das sich um Mädchen und Jungen auf den Straßen von La Paz, der Hauptstadt Boliviens, kümmert. Hier können Kinder und Jugendliche Unterstützung finden und haben neue Lebenschancen, z.B. in die Schule zu gehen und eine Ausbildung zu machen.

Anlass für die Aktion ist der Jahrestag der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention durch die UNO.

Der Lehrer, der die Aktion betreut, ist Hr. Leffler.

 

Erfahrungsberichte

Am vergangenen Freitag, den 18.11.11 haben wir, die Schüler des WPU Kurses UNESCO vom Hainberg-Gymnasium, in der Zeit von 11:00 bis 15:00 Uhr am Göttinger Gänseliesel das Projekt >Sichtwechsel< erprobt. Initiator des Projekts ist die Hilfsorganisation „terre des hommes“. Das Projekt ist Teil einer bundesweiten Kampagne, die sich für Straßenkinder einsetzt. In diesem Jahr gehen die gesammelten Gelder an Straßenkinder in Bolivien. Im Rahmen des Projektes sind wir in die Rolle der Straßenkinder geschlüpft, um selbst einmal zu erleben, wie es sich anfühlt, ein Straßenkind zu sein. Wir haben Passanten gegen eine Spende die Schuhe geputzt und mit Bauchläden kleine Sachen verkauft. Indem wir Flyer verteilt haben, konnten wir die Passanten auf das Projekt aufmerksam machen. Das Wetter war trocken, ab und zu hat die Sonne geschienen und es war nicht sehr kalt, so dass die Stadt gut besucht war. Das Publikum war sehr gemischt, nachmittags waren vor allem junge Menschen und Studenten unterwegs. Zusammen mit Theda habe ich kleine Sachen aus meinem Bauchladen verkauft. Wir waren sehr erfolgreich und konnten fast alles verkaufen. Nur die Sticker gingen nicht gut weg, dafür waren die Luftballons sehr begehrt. Für viele Menschen hat es gereicht zu wissen, dass die Spende für die Straßenkinder in Bolivien ist. Wenige wollten mehr über das Projekt erfahren, wie zum Beispiel ein Rollstuhlfahrer, der sich länger mit uns über das Projekt unterhalten hat. Das Projekt war für mich eine sehr interessante Erfahrung. Mit wenig Aufwand konnten wir hoffentlich viel erreichen. Durch unsere Aktion haben wir auf das Projekt aufmerksam gemacht, Menschen zum Nachdenken gebracht und zum Spenden animiert. (Jule Ender)

Am 18. November 2011 hat unser UNESCO-Kurs die Aktion „Straßenkind für einen Tag“ durchgeführt. Wir sind von 11:00 -15:00 Uhrunterwegs gewesen, um Senden für Straßenkinder in Bolivien zu sammeln. Jana und ich sind zu zweit mit einem Bauchladen und einer Spendendose durch die Göttinger Innenstadt gegangen. Die meisten Passanten, die wir um eine Spende gebeten haben, haben uns oft ein bis zwei Euro gegeben. Doch es gab auch ein par, die uns ignoriert haben oder „kein Geld dabei hatten“. Allerdings hätte ich mit mehr Abweisungen gerechnet. Der Hauptteil der Passanten ist uns gegenüber offen gewesen, hat uns freundlich zugehört und etwas gespendet. Uns selber ging es gut und wir haben eine neue Erfahrung gemacht. Ich würde es für einen guten Zweck durchaus wieder machen. Doch ich denke diese fünf Stunden haben uns nicht wirklich geholfen, uns in Straßenkinder hineinzuversetzen. Wir haben alle viel gesammelt und hatten einen spannenden Vormittag. (Marlene Draing)

Wir, die Schülerinnen und Schüler des Hainberg-Gymnasiums des achten Jahrgangs aus dem WPU-Kurs ,,UNESCO“ von Herrn Leffler haben am  18.11.2011 an dem Projekt ,,Straßenkind für einen Tag“ teilgenommen. Nachdem wir unsere Projektsachen zusammengepackt hatten, sind wir in die Stadt gegangen und haben dort unseren Stand aufgebaut. Danach haben wir uns mit unserer Spendendose und unseren Flyern vor den Infostand gestellt und die Leute auf unser Projekt aufmerksam gemacht. Viele haben uns interessiert zugehört, etwas für die Straßenkinder in Bolivien gespendet und unsere Flyer mitgenommen, andere sind einfach weitergegangen und haben uns ignoriert. Da viele Passanten angeblich wenig Zeit hatten, zum Bus oder zur Arbeit mussten, haben sie einfach nur einen Flyer mitgenommen und sind weiter gegangen. Einige waren sogar unfreundlich zu uns. Wieder andere konnten uns nicht verstehen, da sie aus einem anderen Land kamen und kein Deutsch konnten. Sehr wenige ließen sich die Schuhe putzen, da das in Deutschland nicht üblich ist. Trotzdem war es ein sehr interessanter und spannender Tag. (Kathi Baumann)

Der Erlös in Höhe von 829,00 € fließt in die terre des hommes- Projektarbeit.