Besuch von Prof. Rebekka Sandmeier aus Südafrika

Am 6.9.2012 besuchte uns eine ehemalige Schülerin des Hainberg-Gymnasiums, Rebekka Sandmeier aus Kapstadt. Bevor wir näheres darüber schreiben, erst mal ein paar Fakten über Südafrika. Südafrika hat eine Fläche von 1221037 km und 49 Millionen Menschen leben dort. Die größte Stadt ist Johannesburg mit 1 Millionen Einwohnern, Kapstadt ist mit 0,83 Millionen Einwohnern die drittgrößte. Viele Südafrikaner sind gläubig. So sind etwa 80% christlich, 1,5% muslimisch, 1,5% hinduistisch und 15% haben keine Religion. 11 verschiedene Sprachen werden als offizielle Sprache angesehen. Der größte Teil der südafrikanischen Bevölkerung sind Menschen mit schwarzer Hautfarbe 79,5%, 9% sind Menschen mit weißer Hautfarbe und 2,5% mit asiatischem Hintergrund.

Zurück zu Frau Sandmeier. Seit 18 Monaten lebt und arbeitet sie dort als Professorin an der Fakultät für Musik an der Universität in Kapstadt. Frau Sandmeier wohnt in einem gemischten Viertel nahe der Universität. Bevor sie nach Afrika auswanderte, lebte sie in Deutschland und nahm ein Jobangebot in Kapstadt an. An der Fakultät gibt es sowohl schwarze als auch weiße Menschen.

Unser Interview begannen wir mit der Frage, ob sie eine afrikanische Sprache sprechen könnte. Ja, meinte Frau Sandmeier, sie habe, bevor sie an der Universität zu unterrichten begann, an einem sechswöchigen Sprachintensivkurs in der südafrikanischen Sprache Xhosa teilgenommen. Allerdings habe sie nach diesem Kurs gerade einmal drei Sätze allein bilden können, denn Xhosa besteht zum Teil aus verschiedenen Arten von Klicklauten und ist sehr schwer zu lernen, weil es sich sehr vom Deutschen unterscheidet. Es gibt sogar verschiedene Verben für das Wort „gehen". So benutzt man wenn man zu seiner Familie geht, ein anderes Verb als wenn man sagen möchte, dass man z.B. ins Kino geht. Die Bedeutung der Familie spiegelt sich also auch sprachlich wieder. Auch wenn man sich begegnet und gefragt wird wie es einem geht, so lautet die zweite Frage wie geht es deiner Familie. Frau Prof. Sandmeier erklärte außerdem, dass sie es sehr schwer fand sich daran zu gewöhnen, dass man sich erst etwa eine Viertelstunde unterhält, bevor man das eigentliche Thema anspricht. Die Menschen würden dort außerdem sehr gastfreundlich sein.

Viele Weiße sind sehr reich, stehen in hohen Positionen und leben oft in einem abgetrennten Viertel mit Sicherheitsleuten. Auch ein paar reiche, schwarze Menschen wohnen dort. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Townships, die teilweise mitten in der Stadt liegen. Die medizinische Versorgung und die Lebensbedingungen dort sind auch 18 Jahre nach Ende der Apartheid schlecht. Sozial aufzusteigen ist sehr schwer, wer dort geboren wurde bleibt meistens auch dort. Die Bildung ist oft wegen Lehrermangels oder schlecht ausgebildeten Personals, nicht ausreichend ausgestatteten Schulen und nicht in der Muttersprache geleiteten Unterricht nicht wirklich gut. Außerdem müssen nach wie vor Kinder die Schule abbrechen, um ihre Familie zu versorgen. Die Lebenserwartung der schwarzen Bevölkerung liegt wegen schwerer Arbeit und den beschwerlichen Lebensbedingungen im Durchschnitt bei nur 49,3 Jahren. Bis vor ein paar Jahren war außerdem die Versorgung für AIDS kranke Menschen mit wichtigen Medikamenten sehr eingeschränkt.

Prof. Sandmeier erläuterte uns aber auch, dass entgegen der Erwartungen die Kriminalitätsrate nicht so extrem hoch ist. Aber wenn man ausgeraubt wird, haben die Täter oft Messer oder Pistolen dabei und scheuen nicht, sie auch einzusetzen. (Lena Isenberg & Amelie Recke)

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