Sichtwechsel: Straßenkind für einen Tag

Pressemitteilung zur Aktion „Straßenkind für einen Tag“ am 22. November 2013

Wir, der UNESCO-Kurs des 8. Jahrgangs am Hainberg-Gymnasium, werden am Freitag, den 22. November von 10.30-15.30 Uhr rund um das Gänseliesel den Aktionstag „Sichtwechsel – Straßenkind für einen Tag“ durchführen.

Beitrag vom Stadtradio Göttingen (3:42)

Erfahrungsberichte

Am Freitag, den 22.11.2013 waren wir (UNESCO-WPU) in der Stadt. Wir haben an dem Aktionstag „ Sichtwechsel e.V.- Straßenkind für einen Tag der zum Anlass des Weltkinderkonventionstag am 20.11 stattfindet, teilgenommen. Die 2 Stunden vor unserem Aktionstag haben wir Plakate bemalt und Bauchläden gebastelt. Wir haben außerdem ein paar Martinslichter gebastelt und Kuchen gebacken, die wir dann am 22.11 verkauft haben. Dann sind wir am Freitag in die Stadt gegangen und haben unseren Stand gegenüber der Sparkasse aufgebaut. Ein Transporter hat unsere Sachen dorthin gebracht und uns geholfen unser Zelt aufzubauen. Dann haben wir uns unsere Müllsäcke übergezogen, damit wir aussahen wie Straßenkinder, und haben uns schwarze Theaterschminke ins Gesicht gemalt. Die Müllsäcke waren nicht sehr schön, aber sie haben ein bisschen gewärmt und die Leute haben auch gleich geguckt. Anschließend haben wir in kleinen Gruppen um Spenden gebeten. Dabei fand ich es sehr erstaunlich wie manche Menschen reagiert haben. Manche sind sofort stehen geblieben und haben sehr viel gespendet und andere haben uns einfach ignoriert. Jetzt kann ich mir vorstellen wie es sein muss als Straßenkind, wenn einen alle ignorieren und man selbst total friert. Zum Glück hatten wir Tee mit, damit wir uns aufwärmen konnten und sonst sind wir zum Aufwärmen kurz in die Sparkasse nebenan gegangen. Dann um 11 Uhr kam einer der Bürgermeister und hat uns sehr viele Fragen gestellt und uns etwas über Straßenkinder in Göttingen erzählt. Ich fand es sehr schrecklich, dass es in Göttingen auch so viele Straßenkinder gibt. Außerdem habe ich noch nie ein Straßenkind hier gesehen. Etwas später kam das Göttinger Stadtradio und einige von uns wurden interviewt und dann haben wir alle für das Radio noch ein Lied über Straßenkinder gesungen. Danach kamen zwei Leute von terre des hommes. Sie haben sich darüber informiert, wie wir den Aktionstag gestalten und uns ein bisschen beim z.B. Schuhe putzen zugeguckt. Dann kamen noch zwei BG Basketballerinnen der 2. Liga und Topspieler der BG Herren der 2. Liga. Sie haben sich unseren Stand angeguckt und uns Fragen gestellt. Schließlich kam noch ein Fotograf und ein Reporter vom Göttinger Tageblatt. Der Fotograf hat ganz viel fotografiert und der Reporter hat uns viel gefragt und alles aufgeschrieben. Dann haben wir nochmal in unseren Gruppen vor der Sparkasse Spenden gesammelt und Pia und ich haben es versucht auf unseren Querflöten zu spielen, was allerdings nicht lange funktioniert hat, weil es zu kalt war. Um ca. 15 Uhr kam der Transporter und hat unsere Sachen wieder abgeholt und wir sind zurück zur Schule gelaufen. Ich fand diese Aktion sehr gut, weil wir Straßenkindern geholfen haben und es hat auch Spaß gemacht Spenden zu sammeln. Am beeindruckensten fand ich, dass sogar zwei Obdachlose nach dem Betteln noch spenden wollten. (Carolin)

Ich denke der Aktionstag „Straßenkind für einen Tag“ im Rahmen des Weltkindertages 2013 ist eine interessante Erfahrung für jeden Schüler / jede Schülerin ab der fünften Klasse. Mich haben die Bilder der Straßenkinder zutiefst erschüttert und ich konnte mich sofort für diese Aktion begeistern. Am Tag selbst habe ich mich wirklich wie ein Straßenkind gefühlt. Da ich mich auch wie ein Straßenkind angezogen habe, konnte ich mich besonders gut in die Rolle hineinfinden. Man wird als Straßenkind total angestarrt und sogar Passanten, die keine Zeit hatten oder es eilig hatten, sind stehen geblieben und haben gestarrt, als wäre man nicht Teil dieser Gesellschaft. Ich habe mich ausgegrenzt gefühlt und kann mir gut vorstellen, dass das einer der Gründe ist, warum ich noch nie ein Straßenkind gesehen habe. Weil sie sich schämen und das Gefühl haben, anders zu sein, falsch zu sein, Fehl am Platz. Einige der Passanten, die wir angesprochen haben, waren auf einmal sowohl taubstumm als auch blind oder hatten „keine Zeit“ und waren „in Eile“. Allerdings hat mich positiv überrascht, dass die meisten sich ehrlich dafür interessiert haben. Ich war zusammen mit Insa und Julia unterwegs und wir haben drei sehr bewegende Augenblicke erlebt. Beim ersten Mal hat uns ein Arzt einen 20 Euro Schein gegeben, obwohl er zuerst wenig Interesse gezeigt hat. Direkt danach, eine Ecke weiter, hat uns ein Obdachloser sein ganzes erbetteltes Geld gespendet. Kurz darauf hat uns ein Mann aus der Nachkriegskriegsgeneration seine mitreißende, emotionale Lebensgeschichte erzählt. Ich denke als Straßenkind würde ich vor allem eine große Sehnsucht nach Familie und zu Hause haben, die sich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben fortsetzen würde. Das Verlangen nach Geborgenheit und Liebe, sowie von Zuneigung und Akzeptanz würde mein tristes Dasein prägen. Mich würde vor allem der Inhalt des Alltags eines Straßenkindes am meisten belasten: Das nackte Überleben. (Lea)

Am 22.11.2013 hat unser UNESCO WPU-Kurs aus dem 8. Jahrgang vom Hainberg-Gymnasium die Aktion „Straßenkind für einen Tag“ vollbracht. „Straßenkind für einen Tag“ ist ein jährliche Aktion von terre de hommes die bundesweit stattfindet. Diese Aktion hat bei uns von 10.30 Uhr bis 15:00 Uhr in der Innenstadt stattgefunden. Wir hatten einen großen Infostand, wo Informationszettel, Kuchen und vieles weitere zu finden waren. Dort waren auch immer Schüler und Schülerinnen, die die Interessanten Informationen gegeben haben, anwesend. Der Rest unseres Kurses ist herumgegangen und hat Kuchen und Basteleien verteilt oder mit Schuhputzzeug angeboten Schuhe zu putzen. Viele hatten natürlich auch eine Spendendose dabei. Das alles sind typische Arbeiten die Straßenkinder täglich vollbringen um genügend Geld für Essen und Trinken zusammen zu kriegen. Am Anfang waren noch nicht sehr viele interessiert, da es relativ leer morgens war. Viele kamen so gegen 13:00 Uhr. Die Passanten, die wir auf die schlimme Situation von Straßenkinder aufmerksam gemacht haben und ihnen erzählt haben, dass es bereits 2009 100 Millionen Straßenkinder weltweit gab und die Anzahl steigt, haben sehr unterschiedlich reagiert. Einige waren sehr überrascht und haben sich die Schuhe putzen lassen etc., andere haben allerdings auch gesagt, dass sie bereits viel an andere Organisationen spenden und nicht überall spenden können. Wieder andere hatte Ausreden wie, dass sie keine Zeit haben und haben uns erst gar nicht zugehört. Als  die Bürgermeister Ulrich Holefleisch und Henni Behbehani, ein Spieler mit Trainer Johann Roijakkers aus der 2. Liga BG Göttingen, Frau Kara von „art la dance“ und ein paar andere zuvor kontaktierte Prominente aus Göttingen vorbeischauten, kamen noch mehr Leute, um zu gucken was wir veranstalten. Das Göttinger Tageblatt und Stadtradio Göttingen sind ebenfalls gekommen und haben Interviews mit uns geführt. Das Radio hat es bereits am Montag ausgestrahlt. Trotz einigen Ausreden haben wir insgesamt 850 Euro gesammelt. Wir haben gemerkt, dass sehr viele keine Ahnung von dieser Ungerechtigkeit hatten. Wir selbst haben uns mit diesem Thema auch erst in der Schule so richtig auseinander gesetzt. Die Spenden gehen an „Tuktan Sirpi“ in Nicaragua. Wir glauben, dass wir den Kindern dort ein bisschen helfen können, aber es ist ja auch wichtig, dass wir die Menschen auf der Straße darüber informiert haben. Wir hoffen alle, dass sie sich Gedanken machen und dass vielleicht auch privat an Straßenkinder gespendet wird. Der Tag war schön, trotz der Kälte. Wir haben alle viel gelernt und das Gefühl, dass wir einen Teil zu der großen Spendenaktion von terre de hommes beitragen konnten. (Iman)

Es fing alles um 10:00 Uhr an. Das Verlagern der Gegenstände und die Sachen für unseren Infostand, darunter Pinnwände, Kuchen u.s.w., war eine ganz schöne Ackerei. Uns stand glücklicherweise ein Lieferwagen zur Verfügung, der schon mal einiges abnahm. Sonst gab es keine Schwierigkeiten bei dem Aufbau unseres Standes, der alles mögliche umfasste. Ich hatte mit einer Freundin (ebenfalls WPU UNESCO)einen kleinen Stand zum Thema "Kinder für Kinder". Hierbei sollten Kinder bzw. ihre Eltern für ein kleines Spiel bei dem man Trostpreise und Hauptpreise gewinnen konnte im Gegenzug Spenden in eine kleine verblompte Spendendose geben. Eigentlich eine sehr geschickte Idee, doch die meisten Erwachsenen blieben stur, sodass sie nicht einmal ein Geschenk angenommen haben, von dem, was übrig geblieben war. Selbst eine Mutter, deren Kind weinte und dem wir eine Freude machen wollten, indem wir ihr ein Spielzeug geben, wimmelte uns ab. Die meiste Zeit verbrachte ich aber in der Fußgängerzone beim Spendensammeln mit einem Bauchladen und Anderen, die mir dabei halfen. In dieser Zeit habe ich das meiste Geld eingesammelt. Es ist dennoch unglaublich, wie wenig das Leiden der Straßenkinder die Leute z.T. interessiert. Oft hatten sie genug mit ihren eigenen Angelegenheiten zu tun, wobei sie sich nicht immer die Zeit nahmen, um uns ansatzweise zuzuhören. Bei dem Namen "Terre des Hommes" haben sie hingehört, weil sie selbst ein positives Ereignis mit der Hilfsorganisation erlebt hatten(eine Frau erzählte darüber eine ganze Geschichte, wie sie durch terre des hommes ihre Kinder wieder fand) oder bei dem Namen "Hainberg Gymnasium" blieben sie stehen, obwohl sie gerade am weggehen waren, weil sie selbst auf der Schule gewesen waren. Die Menschen wollten gar nicht mehr hören und sagten einfach nur "Ist schon gut, mehr brauch ich nicht wissen, aber ich war selber auf der Schule". Ich will damit nicht sagen, dass die Leute unfreundlich reagierten, sie hatten einfach keine Lust das Leid der Straßenkinder zu teilen, weil sie dachten sie wüssten genug. Das habe auch ich gedacht, bis zu den vielen Infozetteln, die wir als Hilfsmittel bekamen. Andere waren aber geduldig, hauptsächlich ältere Leute, die uns bis zum Ende reden ließen. Natürlich haben wir ihnen auch zugehört. Sie teilten ihr Leid mit uns, es war schon sehr vertraulich. Ein schönes Gefühl, dass Jemand einem so vertraut hat, dass er seine Lebensgeschichte aussprach. Es war zwar traurig, aber man hatte eine neue Bekanntschaft mit den verschiedenen Lebensschichten und auch Schichtzugehörigkeiten gemacht. Denn die Menschen, die mehr Geld hatten, so schien es, haben weniger im Bezug auf die Armen gespendet, viele sogar gar nicht. Da kamen Sie aus "Krone und Lanz" und meinten sie hätten kein Geld mehr. Na ja, das kann eventuell auch stimmen. Ausreden hörte man aber bei fast jedem 5. Gespräch: - "Ich habe gerade kein Geld, ich muss erst noch zur Sparkasse. Ich Spende dann später." - Daraufhin ich: "Oh, da können sie ja gleich gegenüber zu unserem Stand gegen, dort ist er nämlich aufgebaut." - "Äh ja…. Aber ich muss erst noch was anderes erledigen." Was mich an dem Tag am stärksten geprägt hat, war ein unglaubliches Erlebnis, das ich wahrscheinlich nie wieder vergessen werde. Wir waren bei dem Durchgang zwischen Wochenmarkt und Gasse zum Kornmarkt gerade umgekehrt, da entdeckt Insa ihren Arzt und sagt den Text über Nicaragua auf. Daraufhin spendete er 20€. Bereits ab dem Zeitpunkt waren wir überrascht. Dann bogen wir mit unserer Spendendose um die Ecke an einem Obdachlosen vorbei und redeten über das Glück, so viel Geld bekommen zu haben. Er hört das Klimpern der Dose und sagt, wir sollen stehen bleiben. Durch unsere Vorurteile hatten wir Angst, dass er das Geld stehlen wird. Er wollte aber nur einen Beitrag geben, und zwar sein gesamtes gebetteltes Geld und meinte noch, dass wir es mehr brauchen. Als wir wieder losgehen wollten, stoppte ich Lea mit dem Bauchladen und sagte, sie solle ihm doch einen Muffin geben. Gesagt getan. Man fühlte sich so stark miteinander verbunden. Als ob man miteinander zusammenhalten muss. Unglaublich. Ab da war mir bewusst, dass die ärmeren Menschen sich manchmal viel besser in die Situation hinein fühlen können und sie entschuldigten sich sogar für das wenige Geld. Der Obdachlose spendete 0,50€. Am Ende dieses Tages war ich erschöpft, müde und mir war kalt. Das hat sich aber gelohnt, denn mein Denken hat sich augenblicklich geändert. Schuhe wurden geputzt. Kuchen wurde verkauft. Um Spenden wurde "gebettelt". Das alles an einem Tag. Immer wieder das Gleiche, trotzdem war man glücklich. Wir waren beisammen und haben unseren Teil dazu gegeben, das ist es, was zählt. Das Resultat: 853€ (Julia)

Am Freitag, den 22.11.2013 war unser WPU-8 vom Hainberg Gymnasium in der Fußgängerzone, wir haben auf die Situation von Straßenkindern weltweit aufmerksam gemacht. Dazu haben wir Schuhe geputzt und in Bauchläden selbst gebastelte und selbst gebackene, wie zum Beispiel Kuchen verteilt. Dies ist eine jährliche Aktion von terre de hommes. Durch diese Aktion habe ich erfahren, wie es sein muss als Straßenkind sich  täglich durchs Leben zuschlagen. Für mich wäre das schlimmste der tägliche Kampf ums Überleben, weil sie  nie wissen ob sie diesen Tag überleben, ob sie was zu essen bekommen oder von der Polizei verjagt oder sogar getötet werden. Die schlimmsten Akpekte am Straßenkind dar sein sind erstens Angst beim einschlafen vor dem nächsten Morgen, der vielleicht den Tod bedeutet und zweitens das Gefühlschaos durch Trauer, Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit und vieles mehr. Durch medizinische Unterversorgung, Kälte und schmutzige Umgebung sind diese Kinder oftmals schlimmen Krankheiten ausgesetzt. Die Passanten die wir über diese schlimmsten Bedingungen von Straßenkindern haben sehr unterschiedlich reagiert. Viele haben sich ehrlich Ergriffen gezeigt und großzügig gespendet, während sich andere abweisend zeigten und uns nicht zuhören wollten. Unsere eingenommenen 850 Euro haben wir allein durch freiwillige Spenden gesammelt. Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzten, dass jedes Kind die gleichen Chancen auf ein schönes und sorgenfreies Leben bekommt und damit die hohe Anzahl von Straßenkindern sinkt. (Lili)

Nach dem die letzten Dinge gekauft und Kuchen fleißig gebacken war, ging es für uns los. Schnell war unser Stand aufgebaut und vorbereitet, da wurden auch schon die ersten Passanten um Spenden gebeten oder zu unserem Stand geführt. Die ersten zwei Stunden  zogen sich in die Länge, die Spendendosen füllten sich schleppend und kaum jemand hörte uns überhaupt einen Moment zu. Sobald mich die Passanten im Müllsack mit Spendendose in der Hand sahen, machten sie einen Bogen um mich.  Am Deprimierensten war, dass man mehr als ein „Hallo! Verzeihen sie...“ meistens nicht sagen konnte, denn schon hatten sie einen abgewimmelt mit „ Keine Zeit“, „Hab mein Geld nicht dabei“, ein einfaches Handzeichen, welches mir zu verstehen gab, dass sie kein Interesse hatten oder einfach geradeaus an mir vorbei laufen wollten. So gerne hätte ich den Leuten erzählt, wie wichtig ihre Spende oder was überhaupt unser Anliegen ist… Doch abgesehen von der eisigen Kälte und dem stundenlangen Schuhe putzen, gab es heute auch wirklich tolle Sachen: Zum einen waren wirklich viele Leute da, wie das Stadtradio Göttingen, das Göttinger Tageblatt inklusive Fotografen, unser Bürgermeister Uli Holefleisch und die Bürgermeisterin Frau Behbehani, Frau Kara von Art la dance, Maj vom Hofe, Nele Aha und  eine weitere Top-Spielerin, Claudia Gruzien, der 2. Bundesliga Basketball Damen, ein Spieler und der Trainer Johann Roijakkers der 2. Bundesliga Basketball Herren der BG Göttingen und noch weitere,  die ich vergessen habe. Mich hat es sehr berührt, als ein Mann an den Stand kam, mit einem großen Rucksack. Wir fragten ihn nach einer Spende, doch er erzählte uns, dass er selbst auf der Straße lebe und uns leider nichts geben könne. Frau Weiß bot im Kuchen an, er nahm ein kleines Stück Brownie und bedankte sich herzlich. Anschließend sagte er, dass er jetzt ein bisschen „schnorren“ gehe wolle und uns, wenn er etwas bekomme, es dann bei uns spenden würde. Als der Stand fast vollständig abgebaut war, erkannte ich den Mann erneut  und er erzählte mir, dass er nicht genug bekommen hatte ( beim Betteln ) und uns deswegen nichts spenden könne. Ich fand den Tag sehr interessant, da man sich mit der eisigen Kälte und dem Schuhe putzen sehr gut in die Lage eines Straßenkindes hineinversetzen konnte. Ich hoffe durch die vielen, vielen Spenden geht es Straßenkindern ein bisschen besser. (Pauline)

Jetzt am Freitag den 22.11.13 hat unser WPU Kurs UNESCO an der jährlichen Aktion „Straßenkind für einen Tag“ von dem internationalen Kinderhilfswerk terre des hommes teilgenommen. Dieser findet immer rund um den Kinderkonventionstag, der ja durch die UNO am 20.11.1989 war, statt und dient dazu die Deutschen auf die Lage von Straßenkindern weltweit Aufmerksam zu machen, ebenso aber Spenden für ein bestimmtes, betroffenes Land zu sammeln. In diesem Jahr haben Schüler aus Deutschland für die Kinderhilfsaktion „Tuktan Sirpi“ in Nicaragua gesammelt. Wir haben uns also am 22. um halb 10 am HG getroffen und sind runter in die Fußgängerzone gegangen, wo wir dann zwischen 10 und 15 Uhr die Passanten über Straßenkinder informiert haben. Dazu haben wir gegenüber der Sparkasse einen überdachten Infostand aufgebaut, wo wir auch selbstgemachten Kuchen und Gebasteltes ect. angeboten haben. Dann zogen wir erst einmal gut motiviert mit gefüllten Bauchläden, Schuhputzzeug, Flyern und Spendendosen los. Trotz der wenigen Leute, die um diese Uhrzeit schon in der Stadt unterwegs waren, konnten wir schon ein paar Spenden erzielen und sind ordentlich Kuchen losgeworden, den wir ebenso wie das Gebastelte verschenkt oder gegen freiwillige Spenden weggegeben haben. Dafür haben wir die Interessenten erst einmal schätzen lassen, wieviele Straßenkinder es weltweit und wie viele es davon in Deutschlang gibt. Die Antwort, dass es weltweit über 100 Millionen sind hat viele sehr überrascht! Dann haben wir ihnen auch angeboten, die Schuhe zu putzen, da dies z.B. eine typische Arbeit solcher Kinder ist. Manche waren begeistert, dass ihr Schuhe kostenlos geputzt werden und spendeten gerne, andere wollten ihre Schuhe dann doch lieber selber zu Hause putzen. Oft mussten wir uns allerdings auch eine Ausrede wie Zeitdruck anhören oder ein genervtes Abwinken  akzeptieren. Trotz unserem Glück mit dem trockenen Wetter, machte sich die Kälte nach einer Stunde deutlich bemerkbar und viele wollten sich aufwärmen gehen, sodass unser Spaß an der Aktion langsam nach lies. Erst als später die Bürgermeister Ulrich Hohlefleisch, Henni Behbehani und ein paar andere zuvor kontaktierte „Prominente“ vorbeischauten, munterte unsere Stimmung sich wieder auf. Wir gaben möglichst viele Informationen preis und boten Kuchen usw. an, woraufhin wir großzügige und wohlverdiente Spenden erhielten. Daraufhin kam auch noch das Stadtradio Göttingen und Interviewte Einzelne von uns zu der Aktion, was am darauf folgenden Montag zweimal ausgestrahlt wurde. Nachdem wieder etwas Ruhe eingekehrt war, wanden wir uns wieder den Passanten zu, worunter sich nun auch Klassenkameraden gemischt hatten, die gerade aus der Schule kamen. Wir mussten uns Mühe geben uns nicht ablenken zu lassen, bis das GT und einige BG- Spieler, die fleißig Schuhputztücher signierten, mit dem Trainer Johann Roijakkers vorbeischauten. Als auch diese wieder gegangen waren und sich unsere Aktion dem Ende neigte, ließen wir wieder etwas nach, bis wir den Stand wieder abbauten und die erfolgreiche Aktion beendeten. An diesem Tag haben wir stolze 850 € für „Tuktan Sirpi“ erzielt und sind ebenso selber auch mit der langen Vorbereitung auf die Lage obdachloser oder zumindest größtenteils auf der Straße lebender Kinder und Jugendlicher aufmerksam geworden. Ich kann schon verstehen, dass manche Leute an den Informationen und der gesamten Aktion nicht interessiert waren und einfach weiter gegangen sind, da sie wahrscheinlich wenig darüber wussten. Ich meine, vorher wären wir vielleicht auch nicht stehen geblieben. Jetzt nachdem wir den Tag hinter uns haben und so viel über das schwierige Leben von Straßenkindern erfahren haben, denke ich, dass man schon eher mal spendet und bei Infoständen in der Stadt interessiert stehen bleibt. Trotzdem glaube ich, dass wir immer noch nicht richtig klar machen konnten, wie es den Kindern wirklich geht, da wir eigentlich nur wirklich wenig wissen, auch wenn es viel mehr ist, als andere je wissen werden. (Rosa)

Göttinger Tageblatt vom 26.11.2013