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Chinesisch als zweite Fremdpsrache am HG

Es sind genauso viele Jungen wie Mädchen, die diese Wahl für die 6. Klasse getroffen haben. Seit den Sommerferien lernen sie gemeinsam meist in Dialogform Dinge wie “Nǐ jiào shénme?” - “Wǒ jiào Tom.” Aber auch, dass man in China den Nachnamen vor dem Vornamen nennt oder dass es wichtig ist, den richtigen Ton bei der Aussprache zu treffen steht auf dem Programm des vierstündigen Kurses.

Die Sechstklässler gehen sehr offen auf die Sprache und ihre zunächst ungewohnten Laute zu. Das Lied zum Chinesischen Alphabet “bo po mo fo” hat schon Hitqualitäten erreicht. Besonderen Reiz üben die Schriftzeichen aus, die mit viel Hingabe geübt werden, auch wenn sie zu Beginn noch gar nicht im Mittelpunkt des Unterrichts stehen, denn noch sind wir voll mit der lateinisierten Umschrift “Pīnyīn” beschäftigt. Sie hilft uns, Vokabeln zu lernen und Texte zu lesen. Das funktioniert so gut, dass nach den Herbstferien zwei A3 Bögen mit Vokabeln – Deutsch, Pīnyīn und einige Zeichen – aus dem Kopf gefüllt werden konnten. Der Lehrer war begeistert.

 

Nach den Themen “Selbstvorstellung” und “Familie” geht es nun weiter mit “Hobbies” und anderen Aktivitäten. Der Schwerpunkt wird auch hier auf dem Sprechen liegen. Fragen stellen und beantworten, Dialoge verstehen und selbst formulieren sind in allen Stunden wichtige Elemente.

Schülermeinungen:

“Ich mag Chinesisch, weil es nicht so schwer ist wie es aussieht!”

“In unserer ersen Chinesischstunde haben wir uns erstmal vorgestellt. Ab da an haben wir dann Vokabeln gelernt, aber immer nur teilchenweise. Wenn wir Hausaufgaben aufgekriegt haben und ein Wort nicht wussten, konnten wir immer in unserem Buch nachgucken.”

“Chinesisch macht viel Spaß. Viele Leute denken, dass Chinesisch total schwer ist wegen den Schrfitzeichen. Aber auch die Schrfitzeichen lernen wir nach und nach.”

“Seit über zwei Monaten habe ich jetzt schon Chinesisch gelernt. Wir haben sehr viele Spiele gespielt und tolle Aufgaben gemacht. Es gefällt mir, dass es keine Vergangenheits- und Zukunftsformen für die Verben gibt. Allerdings muss man die Töne lernen!”

“Ich finde den Chinesisch-Kurs cool! Er macht wirklich Spaß und man lernt dabei auch noch eine schöne Sprache! Ich würde den Unterricht jedem weiterempfehlen, der China mag. Für mich gibt es eigentlich nur einen Nachteil an der Sprache: Man muss den richtigen Ton treffen =)!”

Grundkurs Chinesisch

Beispiele für eine dreijährige Unterrichtssequenz
S. Schlieper, Hainberg-Gymnasium Göttingen

Die folgende Unterrichtssequenz für einen Grundkurs Chinesisch bezieht sich auf die sechs Kurshalbjahre der Jahrgänge 11 bis 13 (mit Beginn des Abiturs nach 12 Jahren entsprechend auf 10 bis 12).  

  1. Voraussetzungen/allgemeine Kompetenzen bzw. Erwartungshorizont

Als neu einsetzende Fremdsprache greift Chinesisch in der gymnasialen Oberstufe auf die bereits in der Sekundarstufe I in Deutsch und anderen Fremdsprachen erworbenen Fertigkeiten zurück:

Ø      fachspezifischer Umgang mit Sprache und Schrift

Ø      Interkulturelles Lernen (Anerkennung kultureller Andersartigkeit)

Ø      Umgang mit Texten und Medien

Ø      Methoden des selbständigen Arbeitens 

  1. Beispiele für Unterrichtsinhalte eines Grundkurses Chinesisch

Im folgenden Kapitel werden Unterrichtsinhalte der aus sechs Halbjahren bestehenden Kursfolge bezogen auf die oben aufgelisteten Fertigkeiten dargestellt. 

2.1 Kurs 11/I 

2.1.1       Fachspezifischer Umgang mit Sprache und Schrift

Das erste Semester beinhaltet im Wesentlichen die Vermittlung von grammatischen Strukturen, Lauten, Tönen und den Aufbau der Schriftzeichen (Grundstriche, Strichfolgen, Etymologie, Unterschiede Langzeichen/Kurzzeichen etc.). Hier ist neben den Schriftzeichen auch der Erwerb der standardisierten, in der VR China entwickelten Umschrift Hanyu Pinyin sowie anderer Umschriftsysteme wichtig.  

2.1.2       Interkulturelles Lernen

Beim Erlernen bzw. Einüben kommunikativer Grundsituationen werden zunächst die Themenbereiche Anrede von Personen, Einladungen, chinesische und sinisierte europäische Namen, Familie und Freunde berührt. Grundlage hierfür sind zunächst Textvorlagen in der Umschrift Hanyu Pinyin. 

2.1.3       Umgang mit Texten und Medien

Im Vordergrund stehen die Arbeit mit den Lehrbuchtexten sowie Tonträgern. Zum Erwerb mündlicher Sprechfertigkeiten eignen sich Rollenspiele und einfache Reime bzw. Wortspiele. 

2.1.4       Methoden des selbständigen Arbeitens

Wichtigstes Ziel des selbständigen Arbeitens in der Einführungsphase ist die Auseinandersetzung mit der Methodik des Zeichenlernens. Da es sich hierbei um einen sehr komplexen Lernvorgang handelt und es zahlreiche unterschiedliche Strategien (Vokabelkarten, Memory-Spiele, Schreibübungen) gibt, müssen die Schülerinnen und Schüler individuell entscheiden, welches das für sie am besten geeignete Vorgehen ist. Hierbei ist zu beachten, dass zusätzlich zu den Schriftzeichen auch die Umschrift und die dazu gehörigen Töne erlernt werden müssen. Ebenso erfordert das gezielte Heraussuchen von Zeichen aus Zeichenlisten bzw. Lernwörterbüchern hohe Eigenmotivation. 

2.2       Kurs 11/II 

2.2.1       Fachspezifischer Umgang mit Sprache und Schrift

Hier werden im Wesentlichen die Inhalte aus 11/I vertieft und fortgesetzt, da der Zugang und das Erlernen der Zeichenstruktur sowie der Aussprache sehr komplex ist und gerade in der Einführungsphase viel Übung erfordert. 

2.2.2       Interkulturelles Lernen

Da in diesem Stadium bereits einige Zeichen erlernt wurden bieten sich jetzt Themen aus den Bereichen Alltag in China wie Wohnen und Arbeiten, Schule, Einkaufen, Essen und Trinken, traditionelle chinesische Feste, Kalender oder Tierkreiszeichen an. 

2.2.3       Umgang mit Texten und Medien

Auch hier sind die Lehrbuchtexte noch ein Leitmedium, jedoch können auch schon leichte Sachtexte wie z.B. aus chinesischen Kochbüchern, Liederbüchern, Atlanten und Kinderliteratur herangezogen werden.  

2.2.4       Methoden des selbständigen Arbeitens

Hier steht als Vorarbeit für die selbständige Texterstellung bzw. –erschließung der Umgang mit chinesischen Wörterbüchern und ihrer komplexen Systematik im Vordergrund. Auch können die Schülerinnen und Schüler in diesem Zusammenhang mit der Produktion leichter eigener Texte beginnen, z.B. Personenbeschreibung, Tagesablauf, Zimmerbeschreibung usw. Im Rahmen der Freiarbeit können kulturspezifische Informationen aus Museen, Internet oder Büchern gesammelt und präsentiert werden. 

2.3       Kurs 12/I 

2.3.1       Fachspezifischer Umgang mit Sprache und Schrift

Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Erlernen und Zusammenfassen grammatischer Strukturen: Passiv, Aspekte, Zeit- und Ortsbestimmungen, syntaktische Konstruktionen, Prädikat/Verb, Modalpartikeln usw. Parallel dazu geschieht durch intensives Vokabeltraining die kontinuierliche Erweiterung des aktiven Zeichenschatzes. 

2.3.2       Interkulturelles Lernen

Der Kenntnisstand zu diesem Zeitpunkt ermöglicht die Beschäftigung mit Themen wie z.B. Bildung in China und Deutschland, Reisen in China, Esskultur, Umwelt und Gesundheit oder zwischenmenschlicher Umgang in China. 

2.3.3       Umgang mit Texten und Medien

Neben der weitergeführten Arbeit mit den Lehrbuchtexten ist zu diesem Zeitpunkt auch die Arbeit mit leichteren authentischen Texten möglich. Hier bieten sich beispielsweise Reiseprospekte, Schulbroschüren, Tabellen zu Familien- und Verwandtschaftsverhältnissen, Speisekarten bzw. Kochrezepte, Kinderbücher u.v.m. an. 

2.3.4       Methoden des selbständigen Arbeitens

Als Themen bieten sich z.B. eine Wegbeschreibung anhand eines Stadtplanes oder selbst entwickelte Gespräche über in China soziokulturell relevante Probleme, wie beispielsweise die Ein-Kind-Politik und deren Folgen an. 

2.4       Kurs 12/II  

2.4.1       Fachspezifischer Umgang mit Sprache und Schrift

Fortsetzung und Vertiefung der Kenntnisse aus 12/I. 

2.4.2       Interkulturelles Lernen

Neu dazu kommt die Erweiterung kultureller Kenntnisse aus Geschichte und Literatur, weiterhin bieten sich Themen wie Sport (aktuell: Olympiade 2008), Verhältnis Stadt – Land oder Kunst und Musik an. 

2.4.3       Umgang mit Texten und Medien

Zu diesem Zeitpunkt ist auch der Einsatz chinesischsprachiger Lehrvideos, z.B. zu den Themen Musik (chinesische Opern), Sport usw., sinnvoll. Weiterhin kann mit leichten zweisprachigen Auszügen aus der modernen, umgangssprachlichen, chinesischen Literatur gearbeitet werden. 

2.4.4       Methoden des selbständigen Arbeitens

Aufgrund des fortgeschrittenen Kenntnisstands kann zu diesem Zeitpunkt mit der Erarbeitung kurzer Referate in chinesischer Sprache begonnen werden. Die Schülerinnen und Schüler sollten hierbei die Themen selbst auswählen. 

2.5       Kurs 13/I 

2.5.1       Fachspezifischer Umgang mit Sprache und Schrift

Hier steht die Erarbeitung eines speziellen Vokabulars zur Textbesprechung im Vordergrund. Nebenbei wird der Zeichenschatz erweitert sowie Systematik und Etymologie der Schriftzeichen vertiefend behandelt. 

2.5.2 Interkulturelles Lernen

Zieht man die bisher erworbenen Kenntnisse im kulturspezifischen Bereich heran, können jetzt auch komplexere Themen wie chinesische Philosophien und Denkmuster, Auslandschinesen, politischer und gesellschaftlicher Wandel in China etc. umfassend behandelt werden.  

2.5.3       Umgang mit Texten und Medien

Neben den Lehrbuchtexten können leichte Zeitungsartikel, Anzeigen, politische Slogans und chinesisch Filme (OmU) bearbeitet werden. 

2.5.4       Methoden des selbständigen Arbeitens

Zur Vorbereitung des mündlichen Abiturs steht die Einübung eines notizengestützten Vortrags, z.B. ein Reisebericht aus China oder der Bericht über einen Ausstellungsbesuch, im Vordergrund. Der bis zu diesem Zeitpunkt erworbene Schriftzeichenschatz ermöglicht auch umfangreichere Internetrecherchen. 

2.6 Kurs 13/II 

2.6.1 Fachspezifischer Umgang mit Sprache und Schrift

Training von Abiturprüfungen (P4, P5) 

2.6.2 Interkulturelles Lernen

Zusammenfassung der bisher erlernten soziokulturellen Inhalte. 

2.6.3 Umgang mit Texten und Medien

Siehe 2.6.1 

2.6.4 Methoden des selbständigen Arbeitens

Planung einer (virtuellen) Chinareise