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Teilnahme am 9. Göttinger Bildungskongress " Bildung und Glück"

Bsp. für eine von 8 dort als Auftakt zu den Vorträgen aufgeführten  Szenen.
Schlechte Noten und die Eltern (wmv, 28Mb)

Schülerbericht

Im Folgenden soll berichtet werden, worin der Inhalt dieses Halbjahres (für mich das Semester 13.1) bestand, und in welcher Form er umgesetzt wurde.
Der Kurs war zusammengesetzt aus Schülern des 12. sowie des 13. Jahrgangs und zunächst zahlenmäßig überfüllt, was jedoch reguliert werden konnte. Gleich zu Beginn legten wir fest, uns außerhalb der regulären Schulzeiten zu treffen, da wir alle übereinstimmten, dass eine intensive Zusammenarbeit über mehrere Stunden an freien Tage produktiver sei, als die regulären wöchentlichen eineinhalb Stunden.

Kursthema
Das Thema unseres Kurses war angesichts eines Vortrags im ZHG, zu dem wir als Rahmenprogramm gegen Ende des Semesters auftreten sollten, „Glück und Bildung“.
Um sich dem Thema zu nähern, sammelten wir bei unserem ersten Treffen zunächst unsere eigenen Assoziationen mit „Schule“ im Allgemeinen.  Dazu stellten wir in kleinen Gruppen „gute“ und „schlechte“ fiktive Ereignisse in der Schule szenisch dar. Ein Beispiel für solche mit negativen Konnotationen war eine Szene, in der eine Schülerin ihrem Kunstkurs als Aktmodell diente. Zu den Imaginationen mit positiven Konnotationen gehörte sowohl das „klassisches“ Modell, in dem Schüler 15 Punkte in einer Klausur erreichte, als auch ausgefallene Träumereien von einer abbrennenden Schule.
Besonders der letzte, im Grunde doch schockierende Aspekt, führte zu einer langen und intensiven Diskussion im Kurs über Schule im Allgemeinen. Schließlich erschien es doch sehr traurig, dass mit „Glück“ im Bezug auf Bildung das „Glück“ einer zerstörten Schule verbunden wurde. Was lief also falsch? Das Gespräch war sehr spannend und viele redeten sich ihr Leid von der Seele, was es alles zu bemängeln gab und wie Schule schöner sein und „glücklicher“ machen könnte.
Durch die Diskussion und die Eindrücke von anderen Schülern angeregt begann daraufhin die Entwicklung verschiedener Szenen, die Wünsche und Ängste der Schuler anschaulich und sehr differenziert darstellten.

Entwicklung
Wir Schüler teilten uns in Gruppen auf und ordneten uns selektierten Themen zu, die sich bei den Szenenentwürfen des ersten Treffens (s.o.) bereits abgezeichnet hatten und die inhaltlich und technisch am besten darzustellen waren.
Diese Szenen und deren Thematik wurden also erneut umgesetzt, teilweise sogar vollkommen neu interpretiert. Um sich vollkommen in gewisse Rollen einfühlen zu können und verschiedene Rollen auszuprobieren, übten wir den „Schuhe-Tausch“. Mit dem Anziehen der unterschiedlichen Schuhe schlüpften wir gleichzeitig in unterschiedliche Rollen und übten, diese voll und ganz zu erfüllen.
Neben diesem Training führten wir natürlich auch stets all die anderen Übungen (u.a. zum Sprechen und zur Konzentrationssteigerung)aus, die für Darstellendes Spiel und Theater im Allgemeinen unabdinglich sind.
Auch in unserer Szenenumsetzung wendeten wir gewisse, schon größtenteils bekannte, Techniken und Kniffe an, um ansprechende und punktierte Szenen auszuarbeiten. So versuchten wir, die Szenen durch die Anwendung von „Freeze“, unterschiedlichen Ebenen und diverse Status-Wechseln so pfiffig und treffend wie möglich zu gestalten.
Nachdem wir dann jede einzelne Szene unseren Mitschülern vorgespielt hatten, nahmen alle von jedem dankend Verbesserungsvorschläge entgegen, denn nur so konnte die Wirkung auf das Publikum überhaupt überblickt und optimiert werden.
Beim Proben auf der Bühne (zunächst die der HG-Aula) veränderten sich besonders in diesem Zusammenhang noch einige Szenen im Detail.
So wurde beispielsweise aus der Szene meiner Gruppe, zu der ich Regie geführt hatte, eine Art Choreographie, an der der ganze Kurs teilnahm, da so die Wirkung einfach besser über die Bühne hinausgebracht wurde. Sie beschrieb die verschiedenen Etappen der Vorbereitung unseres Kurses im Hinblick auf die kommende Aufführung. Alle Schüler standen in einer Reihe und machten synchron dieselben Bewegungen, während einer von uns die jeweilige Situation kurz beschrieb.
So bildete der erste Teil der Szene uns Schüler zu Beginn des Darstellenden Spiel Kurses ab, als wir erfuhren, dass wir vor viele Leuten auftreten würden („geschockte“ Gestik und Mimik im Freeze). Im zweiten Teil präsentierten wir uns wie wir erfuhren, dass wir nicht alle zu sprechen bräuchten (erleichterte Gestik und Mimik im Freeze). Die dritte Situation hieß „kurz vor dem Auftritt“ und zeigte uns angespannt und nervös (aufgeregte Gestik und Mimik im Freeze). In dem letzten Teil dieser Szene forderten wir das Publikum indirekt zum Applaus auf (Freudenausbruch und Stolz  dann im Freeze verharrend).
Diese Szene bestimmten wir dann als die Anfangsszene unseres Auftritts, da sie einen guten Rahmen bildete, in dem wir uns den Zuschauern und –hörern vorstellen konnten.

Vorführung
Für die Generalprobe hatten wir schon in den Räumlichkeiten geprobt, in denen kurz darauf die Vorträge und Diskussionen über das Thema „Glück und Bildung“ stattfinden sollten, zu denen wir auftreten wollten. Das war durchaus nützlich, denn so konnten wir uns mit der Bühne vertraut machen und genau einteilen, wann wer von wo kommt. In diesem Zusammenhang nahmen wir sogar noch einige Veränderungen vor, wie etwa das „zur Bühne stürmen“ durch den Zuschauersaal. Nach einer sehr erfolgreichen Probe fühlten sich alle sicher auf den folgenden Auftritt vorbereitet.
Und als er dann kam, klappte fast alles nach unseren Vorstellungen. Das Publikum war toll und ließ sich ganz leicht von unserem Rahmenprogramm zwischen den Vorträgen der Fachleute mitreißen. Diese Tatsache motivierte uns umso mehr und die anfängliche Aufregung verging schnell. Des weiteren half uns das gewonnene Selbstvertrauen mit unvorhergesehenen Situationen umzugehen, so etwa in der „Ritalin-Szene“, in der der Vater-Schauspieler nicht auftauchte und die „Mutter“ beide Rollen kurzerhand übernehmen und improvisieren musste.
Die Vorträge an sich waren wirklich spannend und interessant und es war super für uns Schüler, dass wir davon also auch etwas „mitnehmen“ konnten und vor allem, dass wir die Chance hatten, uns in diese doch sehr wichtige Thematik einzubringen- wenn auch auf eine andere Art und Weise als die Experten. Außerdem lockerten unsere kleinen Szenen zwischendurch das Geschehnis auf, so dass dem Publikum eigentlich kaum langweilig werden konnte, trotz langer Reden, die gehalten wurden.
Ich halte es sowieso für wichtig, dass die „Betroffenen“, nämlich Schüler wie wir, bei Diskussionen über so wichtige Themen wie „Bildung“ vertreten sind. Meiner Meinung nach war es also auch ein gutes, löbliches Statement, das der Veranstalter mit der Einbindung unseres Kurses gesetzt hat. Denn die, über die geredet wurde; die, die sich das Glück in ihrer Bildung wünschen, waren für jeden präsent vor Ort - WIR!

von  Isabell K.

Begrüßung an einer Privatschule
Begrüßung an einer Regelschule