LK Kunst erreicht 3. Platz beim Schülerwettbewerb "schola"

Gruppenfoto
Preisübergabe
LK Kunst

 

Der Einsatz hat sich gelohnt. Der LK Kunst errang beim Wettbewerb schola-21 einen beachtlichen Dritten Platz.

WER?
 Durchgeführt wurde das Projekt vom Kunst-Leistungskurs des 13. Jahrgangs am Hainberg-Gymnasium Göttingen.

Das Projekt wurde betreut von Hr. Leffler, unserem Kurslehrer, sowie von dem Architekten Hr. Lothar Ülsmann von der Göttinger Architektengruppe Wagener. Ferner haben wir mit der Leitung des alten Botanischen Gartens in Göttingen kooperiert.

Das Objekt: Der Schuppen
Ortstermin: Besichtigung des Schuppens
Besuch einer Modellbauwerkstatt
Präsentation der Ergebnisse

WARUM?

Das Projekt bildet den Abschluss eines Kurshalbjahres, in dem wir uns im Sachbereich „Gestaltete Umwelt“ mit Fragestellungen der Gegenwartsarchitektur und des Wohnens auseinandergesetzt haben.

Die damit verbundenen Ziele sind:

  • ein Gespür und eine größere Aufmerksamkeit für die praktische und ästhetische Funktion von uns täglich umgebender Architektur zu entwickeln, diese bewusster wahrzunehmen und beurteilen zu können

  • Berufsbild und Tätigkeiten eines Architekten genauer kennenzulernen

  • zu wissen, wie man Grundrisse , Aufrisse , Perspektiven und Modelle für ein Gebäude sachgerecht herstellt

  • die erarbeiteten Kenntnisse auf ein  konkretes Architekturprojekt in unserer Heimatstadt anzuwenden.

 WAS?

Das Projektmotto bzw. –thema lautet

: „Architekturentwürfe für ein Café im Botanischen Garten Göttingen“.

 Die Projekt - Aufgabe orientierte sich an einer bei Auftragsausschreibungen bzw. Architekturwettbewerben üblichen Form und war folgende:

„In der Innenstadt befindet sich in der Unteren Karspüle ein alter denkmalgeschützter Schuppen. Das zu beplanende Gebäude gehört zum Botanischen Garten, der verwaltungstechnisch der Universität angegliedert ist. Seitens des Botanischen Gartens sind seit einiger Zeit Überlegungen im Gange, an dieser Stelle ein Café einzurichten und die angrenzenden Freiflächen auf der Nordseite und eventuell auch die Flächen im Osten zum Wall für Außenrestauration zu nutzen.

 Der Schuppen ist nutzungsbedingt etwas heruntergekommen und wird von der Gartenverwaltung als Abstellraum genutzt. Zur Straße hin ist das Gebäude als stadtbildprägend zu bezeichnen und insgesamt sehr reizvoll, so dass die angestellten Überlegungen, in diesen Räumen ein Café einzurichten, aufgegriffen werden sollten. Dies gilt vor allem auch unter dem Aspekt der Einbeziehung des Außenraumes.“

 Bearbeitung des Entwurfes

Der Entwurf konnte im Team mit zwei Schülern oder auch alleine bearbeitet werden. Grundlage waren die gegebenen  zeichnerischen Unterlagen:

  • Lageplan 1:500
  • Grundriss 1:50
  • Schnitt 1:100
  • Ansichten 1:100

Entwurfsleistungen

Von jedem Schüler bzw. jeder Gruppe wurde folgende Leistung erwartet, die auf 4 bzw. 5 DIN A3 Kartons aufgeklebt oder direkt aufkopiert vollständig abgegeben werden musste:

-         Blatt 1  Darstellung des Gebäudes mit Freiflächen 1:100

-         Blatt 2  Grundriss mit Darstellung der Möblierung wie Theke, Tische, Stühle, 1:50

-         Blatt 3  Mindestens 2 Ansichten mit Darstellung aller wesentlichen Maßnahmen an den Fassaden

-         Blatt 4  Erläuterung der Bearbeitung mit Flächenzusammenstellung in m² auf 2 DIN A4 Seiten

-         Blatt 5  Skizzen, Perspektiven, Isometrien

-         Modell  vom gesamten Grundstück mit Gebäude, 1:100

Alle DIN A3 Blätter und das Modell waren in der rechten oberen Ecke mit dem oder den Namen zu versehen.

   Raumprogramm

Die Flächenansätze waren nicht als strenge Vorgaben zu verstehen, sondern stellten mehr einen Anhaltspunkt dar.

  • 01 Gastraum 50m²  so groß wie möglich, mindestens 40 Sitzplätze
  • 02 Thekenbereich  10m²   rückwärtig mit Kaffeeautomaten und sonstigen Geräten sowie Kuchentresen
  • 03 Küche 6m²   zur Zubereitung von kleinen Speisen  
  • 04 Vorratsraum 3m²  an die Küche angegliedert Kühlschrank
  • 05 Sozialraum   6m²  Pausenraum für die Mitarbeiter (bei extremer Platznot evtl. verzichtbar)
  • 06 Personal-WC  1,5m²  WC und Handwaschbecken
  • 07 Kühlraum  8m² zur Aufbewahrung von Getränkekisten und Fässern; Dämmung ca. 20cm
  • 08 Leergutraum    Zwischenlagerung bis zur Abholung
  • 09 Putzmittelraum   1,5m²     
  • 10  Hausanschlussraum 5m²  für Gas, Wasser, Elektro. Zur Straße gelegen wegen der Anschlüsse
  • 11 Gäste WC´s  8m²  jeweils zwei WC mit Handwaschbecken im Vorraum
  • 12  Außenrestauration ?  so groß wie möglich, mindestens 40 Sitzplätze, besser 60

 Die Nutzfläche des Cafés sollte ca. 95m² betragen Bedingt durch das erforderliche Raumprogramm wurde eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes unumgänglich . Form und Material waren entsprechend zu wählen und in das Gesamtkonzept einzubinden.

   Beurteilungskriterien waren

  • Qualität der Darstellung

  • Umgang mit der denkmalgeschützten Substanz

  •  Architektonische Qualität des Gesamtbaukörpers

  • Raumprogrammerfüllung

  •  Funktionsabläufe

  • Freiflächengestaltung

 WIE?

 Kursverlauf und Ideenfindung

Schon bei den wesentlichen Unterrichtsschwerpunkten des Kurses stand  der persönliche sowie der gesellschaftliche Bezug zwischen uns und unserer konkreten Lebensumwelt im Vordergrund.
Ausgangspunkt bildete die Analyse der eigenen Wohnsituation auf der Folie der Frage nach möglichen Beurteilungskriterien für die Bewertung von Wohnqualität.
Es folgte ein historischer Abriss über die Genese der Architekturentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert an verschiedenen Beispielen Göttingens, der in eine Untersuchung verschiedener aktueller Stadtvillenprojekte mündete, die wir in kleinen Gruppen durchgeführt und dokumentiert haben.
Zum Abschluss des Halbjahres wollten wir unsere zuvor erworbenen Kenntnisse über die Gestaltung von Architektur an einem eigenen Entwurf erproben und anwenden, wobei es uns  bewusst darum ging,  ein in unserer Stadt konret anstehendes Projekt mit allen realen Bedingungsfaktoren in Angriff zunehmen.
Der mit unserem Kurs eng zusammenarbeitende Architekt Hr. Ülsmann hat den Kontakt zum Botanischen Garten hergestellt und mit uns die Projektaufgabe präzisiert.

 Zeitablauf

Ende Oktober 2001 haben wir mit der Projektaufgabe begonnen; Abgabetermin war der 14. Januar 2002, so dass für die Erarbeitung knapp acht Schulwochen zur Verfügung standen.

 Vorgehen

Zunächst hielten wir es für sinnvoll eine Besichtigung des Gebäudes von außen vorzunehmen, um uns mit seiner Gestalt sowie der Umgebung vertraut zu machen und erste Überlegungen für einen Anbau anzustellen. Dabei haben wir Fotos hergestellt, die uns bei der weiteren Arbeit eine ständige Präsenz der Örtlichkeit ermöglichten.
Ergänzend hierzu haben wir Cafe´s und Kneipen in der Stadt genauer angeschaut. Bewaffnet mit Zollstöcken haben wir Theken, Tische und Stühle ausgemessen, mit Pächter und Personal gesprochen,z.B. ob der Arbeitsplatz hinter der Theke ausreichend sei. Besonders das Alfredo und die Gartenlaube waren wegen der engen Raumverhältnisse gut für eine genauere Betrachtung geeignet, wobei wir auch überlegt haben, wodurch die Atmosphäre in den einzelnen Gaststätten entsteht und wie Zielgruppen erreicht werden.
Nach den ersten Entwurfsversuchen fand ein Kolloqium mit Hr. Ülsmann statt, in dem alle offenen Fragen geklärt werden konnten.Es hatten sich inzwischen drei Zweiergruppen gebildet; die übrigen elf Teilnehmer entschieden sich angesichts der zuvor in Gruppenarbeit durchgeführten Stadtvillenanalyse diesmal für Einzelarbeit.
 Organisiert wurde auch eine Innenbesichtigung des Gebäudes mit dem technischen Leiter des Botanischen Gartens um zu prüfen, welche inneren Wände bzw. Fachwerkstützen aus statischen Gründen unbedingt erhalten bleiben mussten.
Ferner vereinbarten wir einen Besuchstermin bei einem professionellen Modellbauer, der uns zeigte, mit welchen unterschiedlichen Materialien man Architekturmodelle herstellen kann.

Die weitere Entwurfsbearbeitung fand teils im Unterricht, teils zuhause statt. Um bei auftretenden Problemen und schwierigen Fragen eine fachmännische Beratung zu gewährleisten hat Hr. Ülsmann als zusätzliche begleitende Maßnahme eine Sprechstunde in seinem Büro eingerichtet, die von fast allen Teilnehmern wenigstens einmal wahrgenommen wurde.

Präsentation

Am 14. und 16. Januar haben wir die insgesamt vierzehn  Entwürfe und Modelle zunächst innerhalb des Kurses vorgestellt und besprochen.

Um die Entwürfe über eine schulinterne Öffentlichkeit hinaus in Göttingen bekannt zu machen haben wir dann eine Ausstellung organisiert, zu deren Vernissage Leitung und Mitarbeiter des Botanischen Gartens, der Universitätszeitung und –verwaltung,ein Vertreter des Göttinger Hochbauamtes, Mitglieder des Schulelternrates, Förderer und Kooperationspartner unserer Schule, interessierte Kollegen und natürlich die lokale Presse eingeladen wurden. Auf dieser offiziellen Präsentationsveranstaltung haben alle Teilnehmer nach einer Einführung von Hr. Leffler und Hr. Ülsmann ihre Entwürfe und Modelle dem interessierten Publikum vorgestellt.

Geplant ist eine weitere Ausstellung im Sommer in den Räumlichkeiten des Botanischen Gartens. Auch der norddeutsche Rundfunk hat sich schon gemeldet, um über das Projekt zu berichten, wenn der Baubeginn des Cafés feststeht.

   ERGEBNIS

Wir haben an diesem Projekt gelernt, was es bedeutet, ein konkretes Architekturobjekt zu planen und zu entwerfen. Dabei haben wir einen großen Einblick in die spezifische Berufswelt des Bauwesens gewonnen und fachspezifische Arbeitstechniken kennengelernt.
Auch wenn unserer Planung keine materiellen Grenzen im Sinne des Einhaltens einer bestimmten Bausumme auferlegt waren, haben wir erfahren, welchen konkreten Bedingungen die Ästhetik der Gestaltung in der Praxis unterliegt, z. B. bei der Einhaltung von Denkmalschutzbestimmungen, Raumgrößen oder Funktionsabläufen.
Gerade die Zusammenarbeit mit einem in der Berufspraxis stehenden Architekten, der sich viel Zeit für uns genommen hat,  hat dieses Projekt besonders praxisnah gemacht. Wir haben dabei einen außerschulischen Bereich kennengelernt und uns in ihm versuchen können; es war eine ganz neue interessante und intensive Arbeit, die uns Selbständigkeit bei der Lösung gestellter Probleme abverlangt hat. Das Einteilen der Zeit war dabei ein wichtiger Lernprozess.

Insgesamt war das Projekt anstrengend und hat sehr viel Zeit gekostet, aber letztlich hat sich die Mühe doch gelohnt, weil man etwas geschafft hat, auf das man hinterher stolz sein konnte.

Der Höhepunkt des Projekts war die öffentliche Präsentationsveranstaltung, auf der alle Teilnehmer ihr Konzept vorgestellt haben.

Die Rückmeldungen von Freunden, der Familie, von anderen Lehrern, vor allem auch vom Botanischen Garten und der Presse waren allesamt sehr positiv und haben für den z.T. zuvor herrschenden Druck, im gegebenen Zeitrahmen ein gutes Ergebnis zu erarbeiten, entschädigt und motiviert.

 Für die Schule war das Projekt vor allem unter zwei Gesichtspunkten besonders interessant:

a)      bestand aufgrund der Kooperation mit einem Architekturbüro die Möglichkeit ein Berufsfeld praxisnah kennenzulernen, was sonst der Schule so nicht möglich ist;

b)      konnte die Schule sich an einem städtischen Planungsprojekt beteiligen und so über ihre Grenzen hinaus öffentlichkeitswirksam werden.