Kunstworkshop mit Amy Ball am 26.2.2018

Die junge kanadische Künstlerin Amy Ball hatte in ihrer Ausstellung „powers“ im Göttinger Kunstverein u.a. einen Animationsfilm gezeigt. Dieser war Anlass, mit dem EA Kunstkurs der 12. Klasse des Hainberg-Gymnasiums einen Workshop zur Stop-Motion-Technik durchzuführen.

Stop-Motion ist eine Filmtechnik, bei der eine Illusion von Bewegung erzeugt wird, indem einzelne Bilder von unbewegten Motiven aufgenommen und anschließend aneinandergereiht werden. Die Objekte, Zeichnungen oder Figuren werden animiert, indem sie für jedes einzelne Bild des Films immer nur geringfügig verändert werden.

Nach einem gemeinsamen Ausstellungsbesuch folgte ein paar Tage später am 26.2.2018 der Workshop. Ausgerüstet mit iPads, Stativen und jeder Menge Material fanden wir uns in der Schule zusammen.

Das Thema war „Zukunft“ und durfte weit ausgelegt werden. Die Wahl der Mittel, ob sie mit zweidimensionalen oder dreidimensionalen Objekten arbeiten wollten, war den SchülerInnen überlassen. Überraschender Weise fügte es sich so, dass alle drei Gruppen unterschiedliche Herangehensweisen wählten. Für alle aber galt es zunächst eine Geschichte zu erfinden und ein Storyboard anzulegen, also Inhalt und Abfolge der Szenen festzulegen.

In „Trümmerland“ bestimmen bunte Knetfiguren und Objekte in einer aufwändig gemalten Kulisse die Szenerie. Gezeigt wird die Geschichte vom Drachentöter, der durch seine Heldentat das Herz einer schönen Frau gewinnt. In den folgenden Szenen wir deutlich, dass dies wohl eine Illusion des Protagonisten ist, erzeugt durch eine 3D-Brille. Dieser rückwärtsgewandten Illusion geben sich offenbar auch alle Bewohner eines öden, düsteren Hauses hin. Blenden wir in Zukunft die Gegenwart aus und blicken mittels Brille in eine glorreiche Vergangenheit mit Heldentum und Liebesglück?

„Bobi – Alles ist Nichts“ konzentriert sich fast ausschließlich auf zeichnerische Mittel und das Gesicht eines jungen Mannes. Hier steht die nahe Zukunft eines (Uni)Absolventen im Focus. Dessen Wünsche nach oder Vorstellungen von Reichtum, gutem Leben, einer schönen Frau... zerplatzen im Verlauf seines älter werdens, aber die Liebe bleibt. Eine Mahnung an uns, das Zwischenmenschliche höher zu bewerten, als materielle Güter?Im dritten Film, mit gemalten Szenerien und gezeichneten Figuren stürzt zunächst eine Sternschnuppe aus dem Weltall. Im nächsten Setting dringt ein kunstvoll animierter Android in eine düstere verlassene Stadt ein – das Ende unserer Zivilisation?

Die Geschichten und Überlegungen, mit welchen Mitteln sie erzählt werden könnten, waren in den Entwürfen weit komplexer, aber dazu hätten wir mehr Zeit gebraucht. Die Erkenntnis, dass sie im vorgegebenen Rahmen gar nicht all ihre Ideen umsetzen können, dämmerte im Verlauf auch den SchülerInnen und sie mussten von mancher geplanten Szene Abstand nehmen. Durch diese Konzentration auf wenige markante Settings ist es aber allen gelungen, ihr Projekt zu Ende zu führen.

Für die kostenlose Ausleihe der iPads danken wir der Firma adam Soft!

Text: Carola Gottschalk (Kunstverein)

Fotos: Hans Jürgen Leffler, Amy Ball