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Schulinternes Curriculum Latein: Sekundarstufe I 

Die Fachkonferenz Latein am Hainberg-Gymnasium Göttingen hat auf der Grundlage des aktuellen niedersächsischen Kerncurriculums für das Fach Latein (s. www.cuvo.nibis.de) und des an unserer Schule verwendeten Schulbuchs VIA MEA (Cornelsen Verlag; s. Link „Schulbücher“) einen schuleigenen Arbeitsplan entwickelt, der regelmäßig von der Fachkonferenz überprüft und weiterentwickelt wird. Dieser ist in einem unfangreichen, bei der Fachgruppe für jeden einsehbaren Ordner für die einzelnen Lektionen unseres Lehrwerks detailliert aufgeschlüsselt (vgl. auch Link „Organisation“).

 

Zum Bildungsbeitrag des Faches Latein

Die römische Antike hat zusammen mit der griechischen Antike und dem jüdisch-christlichen Gedankengut Europa in seinen Vorstellungen, Werten und Lebensweisen bis in die heutige Zeit tiefgreifend geprägt. Zudem lebt die lateinische Sprache v.a. in den romanischen Sprachen, aber auch in den anderen europäischen Sprachen fort.

Das Fach Latein ermöglicht einen spezifischen Zugang zu diesen Einflüssen der antiken römischen Welt und vermittelt damit vertiefte Einsichten in das antike Weltbild sowie gleichzeitig in geistesgeschichtliche, historische, ästhetische und sprachliche Prägungen des modernen Europa. Durch die Einbeziehung der lateinischsprachigen Literatur des Mittelalters und der Neuzeit in den Unterricht macht das Fach Latein diese Vernetzung von Antike und Moderne plausibel und schlägt so eine identitätsstiftende Brücke zwischen den Epochen und Kulturen.

Durch die Begegnung mit Zeugnissen der Literatur, der Wissenschaften, der Kunst und des Alltags der römischen Antike trägt der Lateinunterricht nämlich dazu bei, das Bewusstsein einer europäischen Identität zu entwickeln, das sich auf die gemeinsamen Grundlagen des Humanismus, der Rechtsstaatlichkeit sowie zahlreicher zivilisatorischer Errungenschaften des Alltags stützt. Da diese Vermittlung der römischen Antike vornehmlich durch lateinische Originaltexte ermöglicht wird, stehen diese als Lerngegenstand nach wie vor im Mittelpunkt des Lateinunterrichts. Die SchülerInnen treten beim Übersetzungsvorgang in einen Dialog mit dem lateinischsprachigen Text, indem sie seine Aussage dekodieren und seinen Gehalt und seine Intention interpretieren (historische Kommunikation). Die SchülerInnen setzen sich dabei mit den erschlossenen Aussagen und Fragestellungen auseinander, Beziehungen zu ihrer eigenen Zeit und Lebenssituation herstellen und individuelle Antworten auf die Problemstellungen der lateinischen Texte finden, woraus sie auch eine persönliche Orientierung im privaten wie gesellschaftlichen Bereich sowohl für die Gegenwart als auch ihre Zukunft ziehen können (ethische Kommunikation). Die lateinischen Texte – einschließlich der Lehrbuchtexte – sind daher gezielt ausgewählt, um exemplarisch Grundfragen menschlicher Existenz zu thematisieren. Sie sind im besonderen Maß dazu geeignet, Grundpositionen zu vermitteln und junge Menschen in ihrer individuellen Persönlichkeitsbildung zu unterstützen. Da die lateinischen Texte neben Parallelen zu modernen Ansichten gleichzeitig auch vielfältige Vorstellungen enthalten, die der heutigen Zeit befremdlich sind, fördert die Auseinandersetzung mit ihnen auch einen vorurteilsfreieren Umgang mit fremden Kulturen und einen bewussteren Blick auf die eigene Kultur (interkulturelle Kommunikation).

Durch den engen Zusammenhang des Lateinunterrichts mit dem Fach Deutsch und den modernen Fremdsprachen ergeben sich bezüglich der sprachlichen und literarischen Bildung der SchülerInnen vielfältige Synergieeffekte. Als Basissprache ebnet das Lateinische den SchülerInnen den Weg zum Erlernen romanischer Sprachen und erschließt ihnen in weitem Umfang Fremdwörter sowie die Terminologie bestimmter wissenschaftlicher Fachsprachen. In der Sprachbehandlung liegen im Lateinunterricht allerdings andere Schwerpunkte vor als im Unterricht in den Fächern, in denen die Kommunikation in der Fremdsprache im Vordergrund steht. Im Lateinunterricht lernen die SchülerInnen schwerpunktmäßig, Sprache analytisch zu erschließen und als Modell zu begreifen (Latein als Reflexionssprache). Dadurch wird der generelle Zusammenhang von Sprache und Denken, von Form und Inhalt für sie nachvollziehbar und auf andere Sprachen übertragbar. Zudem werden die SchülerInnen hierdurch zu einem bewussteren Umgang mit der deutschen Sprache angeregt, zumal die intensive Sprach- und Übersetzungsarbeit sowie die Textanalyse, die alle drei für den Lateinunterricht konstitutiv sind, auch die allgemeine Lese-, Ausdrucks- und Diskursfähigkeit der SchülerInnen fördert. Gleichzeitig wird der Erwerb von Lern- und Arbeitshaltungen wie Konzentrationsfähigkeit und Genauigkeit, Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit, Aufgeschlossenheit und wissenschaftlicher Neugier nachhaltig trainiert. Damit leistet das Fach Latein einen wichtigen Beitrag zum wissenschaftspropädeutischen Lernen und Arbeiten, das der schulischen, universitären und beruflichen Laufbahn der SchülerInnen sehr zugute kommt.

Selbstredend (und daher hier nur kurz erwähnt) trägt der Lateinunterricht ferner zur thematischen Arbeit in anderen literarischen Fächern bei, da sich Themen, Motive und Formen der römischen Literatur in Europa bis in die Gegenwart fortgesetzt haben. Auch methodisch ergeben sich freilich unzählige Möglichkeiten vielfältiger Fächerübergriffe (Vokabellernmethoden, Präsentationsmethoden, Evaluationsmethoden und Portfolio-Arbeit usw.), so dass sich das Fach Latein gut in unsere Schul-Methodentage in den jüngeren Klassenstufen integrieren lässt.

Schulinternes Curriculum Latein: Qualifikationsphase/ Sekundarstufe II

 Die Themen und Inhalte richten sich nach den landeseinheitlichen Vorgaben zum Zentralabitur (http://www.nibis.de/nli1/gohrgs/zentralabitur/za09_uebersicht.htm) sowie nach den Vorgaben zu Kompetenzen und Kenntnissen der „Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung“ (EPA, zuletzt 2005; http://www.bildungsserver.de). 

Die Organisation des Lateinunterricht erfolgt in jeweils vierstündigen Kursen, die entweder auf grundlegendem Anforderungsniveau (gA) oder erhöhtem Anforderungsniveau (eA) erteilt werden.