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Thomas Oppermann zu Gast im Hainberg-Gymnasium

Bericht von Annika Heim

Thomas Oppermann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion besuchte die Schüler und Lehrer des zwölften Jahrgangs am 11. März 2009 in der Aula des Hainberg-Gymnasiums.

Nach einer umfangreichen Vorstellung durch Herrn Bartelt bezüglich Oppermanns Lebenslaufs und seiner politischen Posten wurde auch schon das Wort an ihn abgegeben. Was Oppermann nun mit viel Nachdruck verdeutlichen wollte, war zunächst die Aufforderung, dass jedermann politisch wirken sollte oder zumindest politisch interessiert sein sollte. Anhand seiner eigenen Biographie (z.B. Organisieren von Supermarkt-Boykotts in New York), in der er selbst erst mit einigen Umwegen bei der Politik ankam, stellte er dar, dass der Weg in die Politik auf sehr vielfältige Art und Weise gegangen werden kann. Nun stellte er sich auch schon dem kritischen Publikum bereit, was Fragen zu vielen Themengebieten stellte.

Ursprünglich war eine Informations- und Diskussionsrunde zu Oppermanns Berufsalltag, seinen Umständen und Möglichkeiten geplant. Recht bald weitete sich die Diskussion jedoch aufs breite Feld der Politik, mit Blick auf Oppermanns Position und die der SPD aus. So ging es von Energiepolitik über Auslandseinsätze und Asylrecht bis hin zu Entscheidungsfindungen in Berlin. Oppermann versuchte, auf alle Fragen zu antworten und Klarheit zu verschaffen. So verging die Zeit wie im Fluge und nach eineinhalb Stunden musste sich Oppermann - viel zu früh - wieder verabschieden.

Die Schüler nahmen diesen Besuch unterschiedlich auf, einige sehr positiv andere eher ein wenig negativ. Meist gefiel es, dass persönliche Erfahrungen und auch überparteiliche Meinungen preisgegeben wurden. Von anderen Seiten wurde jedoch kritisiert, dass die Erwartungen im Hinblick auf besprochenen Themen nicht erfüllt wurden, Oppermann auch manchmal nicht auf die Fragen konkret antwortete oder dass die Zeit zu knapp bemessen war. Viele Schüler hätten gerne noch mehr über Strukturen und Abläufe im Bundestag gehört, was mit Blick auf die Abiturthemen sicher noch interessanter gewesen wäre.

Allgemein empfanden die meisten die Atmosphäre als angenehm und das Gespräch als informativ.

Bericht von Antonia

„Informativ und lohnenswert, insgesamt überwiegend gut", so oder so ähnlich sahen die meisten SchülerInnen den Vortrag Thomas Oppermanns.

Am 11.3. besuchte der Berufspolitiker Thomas Oppermann (Erster Parlamentarischer Geschäftsführer SPD-Bundestagsfraktion) das Hainberg-Gymnasium, um Strukturen und Abläufe innerhalb des Bundestages und auch andere politische Themen zu erläutern.

Zu Anfang stellte Thomas Oppermann sich vor; er sprach über seinen beruflichen Werdegang und erzählte, wie er zu seinem politischen Interesse und dem Bedürfnis, sich zu engagieren, kam.

Von 1976-78 war er bei der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in den USA tätig, dort engagierte er sich für ungerecht behandelte Landarbeiter. Die Aktion verbesserte die Situation der Arbeiter deutlich, wodurch Thomas Oppermann bewusst wurde, wie viel durch Einmischung erreicht werden kann. Daraufhin entschloss er sich, einen Beruf zu erlernen, bei dem er die Rechte anderer verteidigen konnte, und studierte somit nach seiner Rückkehr Rechtswissenschaft an der Universität in Göttingen. Nach seinem Studium begann er 1990 als Richter zu arbeiten. Im selben Jahr wurde er Mitglied des Landtages in Niedersachsen. Thomas Oppermann ist seit 19 Jahren Berufspolitiker und seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages, dort ist er seit November 2007 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundesfraktion.

Nach dieser Einführung ermutigte Oppermann die SchülerInnen zu politischem Engagement, da soziale Gerechtigkeit nur durch politische Einmischung entstünde und eine Demokratie nur durch den Einsatz interessierter und engagierter Bürger funktioniere.

In diesem Sinne forderte er die SchülerInnen zu Fragen und Themenanregungen auf, worauf manche sofort wohlwollend ansprangen.

Durch diese Art des Vortrages, welcher mehr einem Gespräch ähnelte, entstand eine angenehme Atmosphäre und die SchülerInnen konnten den Verlauf mitbestimmen. Dadurch wurde ein weitreichendes Themenspektrum besprochen, was viele SchülerInnen als sehr positiv empfanden, andere als leicht störend, da der eigentliche Schwerpunkt, die Strukturen und Abläufe im Bundestag, etwas in den Hintergrund rückte.

Während des Gespräches kamen dabei Themen wie die zukünftige Energiepolitik zur Sprache. Hier plädierte Thomas Oppermann ganz klar für den Ausstieg aus der Atompolitik und für die Investition in erneuerbare Energien. Außerdem wurde über die staatliche Unterstützung von Hartz-IV-Familien mit Schulkindern gesprochen. Der Entwurf der SPD, einer solchen Familie 100€ im Jahr extra für Schulsachen bereitzustellen, wurde von Seiten der Schüler stark in Frage gestellt, stattdessen plädierten sie für eine Lehrmittelfreiheit. Allerdings erklärte Herr Oppermann die Realisierung dieser Forderung als schwierig, da der Bereich der Schulpolitik Landessache sei. Weitere Themen waren außerdem das Asylrecht für Ausländer in Deutschland, die Verteidigung der Menschenrechte und das BKA-Gesetz zur Terrorbekämpfung.

Natürlich erläuterte er auch noch Fragen zum eigentlichen Hauptthema. So zum Beispiel, wie ein Gesetz im Bundestag entstünde, wie frei das „freie Mandat" der Abgeordneten wirklich sei und was denn das „Koalitionsfrühstück" sei, bei welchem sich die Fraktionsvorsitzenden und die Parlamentarischen Geschäftsführer dienstagmorgens treffen, um Probleme zu besprechen. Auch seine hauptsächlich koordinierenden Funktionen als erster Parlamentarischer Geschäftsführer erläuterte er.

Bei einigen Fragen scheute Thomas Oppermann sich leider, klare Antworten zu geben, so zum Beispiel in Hinsicht auf das „Einpeitschen" der Abgeordneten im Bundestag durch die Fraktionsführung. Zudem rückte das eigentliche Thema, wie schon erwähnt, durch interessierte Fragende etwas in den Hintergrund.

Insgesamt wirkte er auf die meisten aber sehr sympathisch und professionell. Er konnte auf nahezu alle Fragen verständliche Antworten geben und auch zugeben, wenn (nur einmal geschehen) dies nicht der Fall war. Außerdem vertrat er seine eigene Meinung, erkannte aber auch die anderer Parteien an.

Allen in allem wurde der Vortrag Thomas Oppermanns überwiegend positiv aufgenommen.