Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht
Die Gedenkfeier der Stadt Göttingen und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit zum siebzigsten Jahrestag der Reichspogromnacht gestaltete in diesem Jahr der Seminarfachkurs von Herrn Bartelt aus dem 13. Jahrgang unter dem Motto "Vor 70 Jahren endgültig ausgeschlossen".
Bei der Vorbereitung und Gestaltung der Gedenkfeier bekamen sie Unterstützung vom ehemaligen Schulleiter Claus Meyer, der ihnen seine gesammelten Materialien über die jüdischen Schülerinnen, die zur Zeit des Nationalsozialismus das HG besuchten, zur Verfügung stellte.
Zuerst gab es eine kurze Begrüßung durch die Vorsitzende der Gesellschaft für christlich – jüdische Zusammenarbeit Frau Dr. Kratz–Ritter sowie Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer, der noch einmal an die Ereignisse vor 70 Jahren erinnerte und betonte, dass eine Verarbeitung dieser Geschehnisse nicht nur einmal im Jahr, am 9 November, stattfinden dürfe.
Im Anschluss daran begannen die Schüler/innen den Teilnehmern an der Gedenkfeier etwas über das Schicksal von vier jüdischen Mädchen zu erzählen, welche im April 1938 von der Schule verwiesen wurden. Die Gefühle, die die Mädchen gehabt haben müssen, wurden besonders in den Monologen, die eingebettet waren in eine Szene bei einem Fotografen, deutlich. Während der Monologe und auch bei der sich anschließenden Musik konnte man spüren, dass das Schicksal der vier Mädchen die Zuhörer bewegte und sie betroffen waren, von dem, was den Mädchen widerfahren ist.
An dieser Stelle sollten auch Frau Steinert und Felix Barth, die die Musik ausgewählt haben, für ihre sehr umsichtige und vor allem gelungene Musikauswahl gelobt werden.
Zum Abschluss des von den Schülern/innen gestalteten Teils der Gedenkfeier wurde ein Bezug zu heute gezogen, der auf der einen Seite zeigen sollte, was gerade die Schüler/innen des Hainberg-Gymnasiums mit den vier Mädchen verbindet. Aber es demonstrierte auch, dass das, was vor 70 Jahren mit den jüdischen Schülerinnen geschehen ist, auch heute noch vorkommt - wenn auch in anderer Form. Und er verdeutlichte, dass die Ereignisse aus dieser Zeit unser Leben auch heutzutage immer noch beeinflussen.Die Gedenkfeier endet mit einer kurzen Ansprache der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Frau Jürgenliemk, sowie mit dem Kaddisch, dem jüdischen Totengebet, in dem den Opfern dieser Pogrome gedacht wurde.
Im Anschluss an die Gedenkfeier lobten viele der Teilnehmer die Gedenkfeier als eine der besten, die es in den letzen Jahren gegeben habe. Die Gedenkfeier sei sehr bewegend gewesen, da die Schicksale der vier Mädchen, sehr deutlich geworden wären. Diesem Urteil kann ich mich nur anschließen, auch aus meiner Sicht war es eine sehr gelungene und bewegende Gedenkfeier, die die Schüler/innen gestaltet haben.
Nicht unerwähnt bleiben darf, dass es am 9 November nicht nur die Gedenkfeier gab, sondern auch die Einweihung der neuen Synagogen der jüdischen Gemeinde Göttingens, die am Vormittag stattgefunden hatte – genau 70 Jahre nach der Reichspogromnacht hat Göttingen also wieder eine mit Leben erfüllte Synagoge!
Vera Wölk (Seminarfach 13 Bar)
Tondokument zum Herunterladen (mp3 - 45.20 min - 28,6 MB)
Gedenken in Tönen bewegender Tragweite






